Steuerausgleich: Die wichtigsten Tipps für die Arbeitnehmerveranlagung

Wie sich Steuerzahler über die Arbeitnehmerveranlagung so viel Geld wie möglich vom Finanzamt zurückzuholen können. Die wichtigsten Tipps der TPA Steuerberatung, um beim Steuerausgleich das Maximum herauszuholen.

Themen: Steuerausgleich, Steuertipps
Steuerausgleich: Die wichtigsten Tipps für die Arbeitnehmerveranlagung

Wie Sie am meisten Geld vom Finanzamt zurückbekommen.

Das zweite Corona-Jahr hat wieder unzählige Menschen um Einnahmen gebracht. Ein guter Grund für Steuerzahler, sich in so schwierigen Zeiten Geld vom Finanzamt zurück zu holen und damit steuerlich alle Register zu ziehen. Dazu ist eine Arbeitnehmerveranlagung nötig, landläufig als "Lohnsteuerausgleich" bezeichnet. Nichtselbstständig Tätige können durch Geltendmachung bestimmter tatsächlich getätigter Ausgaben eine Steuerrückzahlung vom Finanzamt erhalten.

Gemeinsam mit der TPA Steuerberatung gibt trend.at einen Überblick über die wichtigsten Voraussetzungen für eine Steuererklärung, beschreibt welche Abschreibeposten es gibt und erklärt, welche Formulare für welche Steuererleichterung nötig sind.



Arbeitnehmerveranlagung 2021: Was neu ist

Pendlerpauschale trotz Lockdown

Für viele macht die Pendlerpauschale, einer der großen Absatzposten, einen großen Brocken der Gutschrift von der Finanz aus. Diese Pauschale wird trotz coronabedingter Telearbeit, Quarantäne oder Kurzarbeit in den Monaten November und Dezember 2021 weiter in gleichem Umfang wie vor dem Lockdown gewährt (siehe Detailinformationen unter dem Themenblock Werbungskosten).

300 Euro pro Jahr für das Homeoffice-Mobiliar absetzbar

Stichwort Homeoffice: Arbeitnehmer können ab dem Veranlagungsjahr 2021 Kosten von bis zu 300 Euro pro Kalenderjahr für ergonomisch geeignetes Mobiliar wie Drehstuhl, Schreibtisch oder Beleuchtung in der Arbeitnehmerveranlagung steuerlich absetzen. Voraussetzung dafür ist, dass mindestens 26 Tage im Jahr im Homeoffice gearbeitet wurde. Ein Teilbetrag von maximal 150 Euro kann bereits für das Jahr 2020 geltend gemacht werden. In diesem Fall vermindert sich im Jahr 2021 der Höchstbetrag von 300 Euro um den bereits für das Jahr 2020 geltend gemachten Anteil. Das heißt, dass für die Jahre 2020 und 2021 gemeinsam maximal 300 Euro für ergonomisches Mobiliar geltend gemacht werden können. Ein allfälliger Überschreitungsbetrag kann jedoch in die Folgejahre vorgetragen werden und bis inklusive 2023 geltend gemacht werden, sodass die Steuerminderung für höhere Investitionen nicht verloren geht.

Drei Euro pro Tag Homeoffice-Pauschale

Darüber hinaus kann ab dem Jahr 2021 ein Homeoffice-Pauschale von bis zu drei Euro pro vollem Tag, der im Homeoffice gearbeitet wurde, als Werbungskosten geltend gemacht werden, wenn die vom Arbeitgeber bezahlten steuerfrei behandelten Homeoffice-Zuschüsse (auch bis zu drei Euro pro Tag möglich) diesen Betrag nicht erreichen. Das Homeoffice-Pauschale steht für maximal 100 Tage pro Kalenderjahr, an denen zur Gänze im Homeoffice gearbeitet wurde, zu.

Kosten für digitale Arbeitsmittel sind, um das vom Arbeitgeber erhaltene oder in der Arbeitnehmerveranlagung geltendgemachte Homeoffice-Pauschale zu kürzen. Nur der darüber hinausgehende Teil darf als Werbungskosten berücksichtigt werden.

Voraussetzung für Steuergutschrift

Das Vorhandensein absetzbarer Ausgaben alleine reicht jedoch in der Steuererklärung nicht aus, um eine Steuergutschrift zu erhalten. Geld vom Staat retour gibt es nur, wenn zuvor auch eine Zahlung in Form einer Lohnsteuer oder Vorauszahlung geleistet wurde.

Aber selbst, wenn auf den ersten Blick mangels gezahlter Lohnsteuer keine Steuergutschrift kann sich eine Rückzahlung ergeben, nämlich wenn der Steuerpflichtige in den Genuss der sogenannten Negativsteuer kommt oder der Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag zum Tragen kommt.

Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, Geld vom Staat zurückzubekommen. Man darf sich bloß nicht von den nicht ganz leicht verständlichen Formularen abschrecken lassen. Mit ein paar Kniffen oder der Hilfe eines Steuerberaters lassen sich die Hürden in Form von Kennziffern, Beilagen und Detailwissen über Absetzposten in der Arbeitnehmerveranlagung oder Einkommenssteuererklärung gut nehmen.

Höhere Rückzahlungen vom Staat erwarten Steuerpflichtige, wenn sie:

  • Ausgaben getätigt haben, um zum Job zu gelangen (Pendlerpauschale)
  • beruflich auf eigene Kosten eine Weiterbildung absolvieren
  • Kinder haben oder
  • hohen außergewöhnlichen finanziellen Belastungen ausgesetzt sind.

Download: Steuerbuch 2022

Steuerbuch 2022: Zum Download auf bitte die Abbildung oder den nebenstehenden Link klicken.

Ein gutes Nachschlagewerk für alle steuerlichen Begünstigungen, Erleichterungen und Rückzahlungen ist das vom Finanzministerium seit 2017 jährlich herausgegebene Steuerbuch. Darin wird das Steuer-1x1 von der Pike auf erklärt, jede noch so kleine Steuersparmöglichkeit detailliert beschrieben und in Tabellen übersichtlich dargestellt. Ergänzend finden Sie darin Tipps und Informationen mit praktischen Beispielen rund um die Arbeitnehmerveranlagung.

Das Steuerbuch 2022 finden Sie hier zum Downlaod.


I. Arbeitnehmerveranlagung

Ausgangspunkt: Formular L1

Die Arbeitnehmerveranlagung, landläufig als "Lohnsteuerausgleich" bezeichnet, entspricht dem Vorgang, als nichtselbstständig Tätiger durch Einreichung einer Steuererklärung unter Angaben von bestimmten Ausgaben eine Steuerrückzahlung vom Finanzamt zu erhalten. Der erste Schritt, um eine solche Veranlagung machen zu können, ist es, sich das Formulars Formular „L1“ zu organisieren. Dieses gibt es wie alle weiteren Formulare für den Steuerausgleich in Papierform beim Finanzamt oder direkt zum Ausfüllen über Finanzonline. Jeder Steuerpflichtige erhält vom Finanzamt dafür persönliche Zugangsdaten.

Mit diesem einen Formular ist es jedoch selten getan. Für Absetzbeträge oder andere Steuererleichterungen sind weitere Formulare erforderlich

Arbeitnehmer: Steuerfrei bis 15.000 Euro

Einkünfte aus einem Jahr bis zu 15.000 Euro sind steuerfrei. Das bedeutet: Arbeitnehmer, die im Jahr 2021 steuerpflichtige Einkünfte von weniger als 15.000 Euro im Jahr (im Jahr 2019 lag diese Grenze noch bei 13.800 Euro) bezogen haben, brauchen keine Steuern zu zahlen. Bei Einkünften die einem Bruttogehalt von rund bis zu 1.295 Euro monatlich entsprechen, fällt keine Lohnsteuer an.

Die erwähnte Steuerfreigrenze kann aber nur im Wege der Arbeitnehmerveranlagung vollständig ausgeschöpft werden – wird doch der Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag erst nach Ende des Jahres gutgeschrieben.


II. Einkommensteuererklärung

Wer verpflichtet ist eine Einkommensteuererklärung abzugeben

Eine Einkommensteuererklärung müssen all jene Arbeitnehmer abgeben, die neben lohnsteuerpflichtigen Einkünften auch andere Einkünfte wie aus einem Werkvertrag, einer Vermietung oder selbständigen/gewerblichen Tätigkeit haben und dadurch Einkünfte von mehr als 730 Euro im Jahr beziehen, sofern deren Jahreseinkommen 12.000 Euro überschreitet.

Alle Selbstständigen, die keine lohnsteuerpflichtigen Einkünfte bezogen haben und deren Jahreseinkommen 11.000 Euro übersteigt, sind ebenfalls verpflichtet eine entsprechende Steuererklärung abzugeben. Für die Einkommensteuererklärung gelten kürzere Abgabefristen als für die Antragsveranlagung in der Arbeitnehmerveranlagung: Die Einkommensteuererklärung ist bis 30. Juni des Folgejahres einzureichen, wenn diese über Finanzonline erfolgt. Längere Abgabefristen gelten für Steuerpflichtige, die von Steuerberatern vertreten werden.


III. Absetzposten in der Arbeitnehmerveranlagung

Absetzposten im Überblick

Nachfolgend finden Sie weiterführende Informationen zu den fünf Themenbereichen, die im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung große Absetzposten darstellen. Sie können jede Rubrik einzeln anklicken und kommen so direkt zu den vertiefenden Artikel und kommen mit einem Klick am Ende wieder zurück zu diesem Punkt.

1. Familienbonus Plus

Familienbonus Plus - pro Kind bis zu 1.500 Euro
Einen erklecklichen Geldsegen kann der Familienbonus Plus bringen. Pro Kind winkt eine Steuergutschrift von bis zu 1.500 Euro (für Kinder ab 18 Jahren bis zu 500 Euro). Viele Eltern haben den Antrag auf diesen Bonus ohnehin bereits bei ihrem Dienstgeber abgegeben. Wer das bisher verabsäumt hat, sollte den Familienbonus plus „spätestens beim Steuerausgleich geltend machen", betont TPA Steuerberater Pock.


2. Sonderausgaben

Sonderausgaben in der Steuererklärung sind ein weites Feld. Dazu zählen Kirchenbeiträge, Spenden, die Kosten für den Steuerberater, Beiträge zu Pflegeversicherung und Pensionskasse, der Nachkauf von Versicherungszeiten, Topf-Sonderausgaben und andere dauernde Lasten.

Topf-Sonderausgaben können letztmalig in der Steuererklärung 2020 geltend gemacht werden, wenn der ihnen zugrunde liegende Vertrag, etwa ein Darlehensvertrag, vor 2016 abgeschlossen wurde. Dazu zählen laufende Ausgaben fürs Bauen, Sanieren und Personenversicherungen. Ab dem Jahr 2021 können Topf-Sonderausgabe nicht mehr steuermindernd geltend gemacht werden.

Spenden entfalten nicht nur beim Empfänger, sondern auch in der Steuererklärung eine positive Wirkung. Diese senken die Steuerbemessungsgrundlage um bis zu zehn Prozent. „Man sollte jedoch auf Nummer sichergehen, dass die Spende auch wirklich von der betreffenden Organisation der Finanz gemeldet wird“, rät Pock, „denn ohne Meldung durch die Organisation an das Finanzamt kann die Spende nicht steuermindernd berücksichtigt werden.“

Im weiterführenden Artikel zu den Sonderausgabenverrät Pock, wie das funktioniert. Bei welcher Einkommenshöhe die höchste Steuerersparnis bei Sonderausgaben möglich ist und welche steuerlichen Vorteile für Alleinerzieher und Alleinverdiener gelten.

Ein lohnender Absetzposten in der Rubrik Sonderausgaben sind auch Ausgaben für den Nachkauf von Versicherungszeiten. Wenn dieser Schritt auch nicht für jeden ratsam ist.


3. Werbungskosten

Computer und Arbeitsmittel

Das Finanzamt erkennt beruflich bedingte Ausgaben als Werbungskosten an. Gerade für das Coronajahr 2020, in dem vielfach Anschaffungen für das Homeoffice getätigt wurden, ist das für viele ein wichtiger Abzugsposten. So können Büromaterial, Handy, Laptop oder der Kauf eines ergonomischen Stuhls unter Abzug eines Privatanteils als Werbungskosten steuerschonend wirken.

Arbeitsmittel, die bis zu 800 Euro kosten, können im Rahmen der Absetzung für Abnutzung (AfA) im ersten Jahr zur Gänze steuerlich abgesetzt werden. Für Arbeitsmittel, die mehr als 800 Euro (bis 2019: 400 Euro) gekostet haben - etwa ein Computer oder Notebook - können die Ausgaben auf die voraussichtliche Dauer der Nutzung verteilt abgeschrieben werden. Die Abschreibung nach Abzug eines allfälligen Privatanteils erfolgt dabei linear und jährlich in gleicher Höhe bis zum buchhalterischen Null.

  • Beispiel 1: Hat ein im Jahr 2020 angeschaffter Laptop 799 Euro gekostet und wir er beruflich genutzt, so kann der Kaufpreis in der Arbeitnehmerveranlagung oder Steuererklärung für das Jahr 2020 zur Gänze berücksichtigt werden.
  • Beispiel 2: Hat ein im Jahr 2020 angeschaffter Laptop 2.500 Euro gekostet, so können für die Jahre 2020, 2021 und 2022 jeweils 800 Euro und im Jahr 2023 die verbliebenen 100 Euro abgeschrieben werden.

Pendlerpauschale

Arbeitnehmer, die einen weiten Weg zur Arbeit haben oder für die eine Benützung öffentlicher Verkehrsmittel aufgrund von übermäßiger Wegzeiten oder schlechter Fahrpläne unzumutbar ist, haben Anspruch auf das Pendlerpauschale. Dieses kann bereits beim Arbeitgeber bei der monatlichen Lohn-/Gehaltsabrechnung berücksichtigt werden oder im Weg der Arbeitnehmerveranlagung als Werbungskosten angesetzt werden.

  • kleine Pendlerpauschale. Steht zu, wenn die Fahrtstrecke vom Wohnort zum Arbeitsplatz mehr als 20 Kilometer beträgt und die Benützung von Massenverkehrsmitteln zumutbar ist. In dem Fall können zwischen 58 Euro und 168 Euro im Monat von der Steuer abgesetzt werden.
  • große Pendlerpauschale. Für Arbeitswege über zwei Kilometer und wenn die Benützung von Massenverkehrsmitteln zumindest hinsichtlich der halben Wegstrecke nicht zumutbar, steht das große Pendlerpauschale zu. Diese beträgt je nach Distanz zwischen 31 Euro und 306 Euro im Monat.

Pendler, die den Arbeitsweg nur wegen Kurzarbeit oder Homeoffice nicht oder nicht an jedem Arbeitstag zurückgelegt haben, verlieren den Anspruch auf das Pendlerpauschale nicht. Das gilt allerdings nur für die Zeiträume Jänner bis Juni 2021 und November/Dezember 2021.


IV. Absetzbeträge

Die Absetzbeträge werden vielfach bereits direkt an der Quelle, also beim Arbeitgeber oder auch der Pensionsversicherungsanstalt abgezogen, andere nur, wenn der Arbeitnehmer in der Steuererklärung einen Antrag darauf stellt.

Absetzbeträge, die vom Steuerzahler zu beantragen sind:

  • Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag (falls nicht bereits beim Dienstgeber beantragt)
  • Erhöhter Pensionistenabsetzbetrag (falls nicht bereits bei der pensionsauszahlenden Stelle beantragt)
  • Unterhaltsabsetzbetrag
  • Pendlereuro (falls nicht bereits bei der bezugsauszahlenden Stelle gemeinsam mit dem Pendlerpauschale beantragt)

Erhöhter Verkehrsabsetzbetrag

Wer über ein steuerliches Jahreseinkommen von höchstens 15.500 Euro verfügt, kann einen Verkehrsabsetzbetrag bis zu 400 Euro zusätzlich zugestanden bekommen (Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag). Die Erhöhung wird nicht wie sonst beim Verkehrsabsetzbetrag vom Arbeitgeber berücksichtigt, sondern muss in der Steuererklärung beantragt werden. Bis zu einem Jahreseinkommen von 21.500 Euro reduziert sich dieser Betrag anteilsmäßig bis auf Null.

Steuervorteile für Alleinverdiener, Alleinerzieher und Unterhaltspflichtige

Alleinerzieher können einen Alleinerzieherabsetzbetrag in Anspruch nehmen, der von der Zahl der Kinder abhängig ist. Der Absetzbetrag beträgt 494 Euro pro Kind mit Erhöhungsbeträgen für jedes weitere Kind. Das Geld steht immer nur dem Elternteil zu, bei dem die Kinder im gemeinsamen Haushalt leben.

Die gleichen Beträge gelten für Alleinverdiener.

Der Unterhaltsabsetzbetrag kann von dem Elternteil geltend gemacht werden, der Alimente zahlt und bei dem das Kind oder die Kinder nicht im eigenen Haushalt leben. Dieser beträgt bis zu 58,40 Euro im Monat.

Pensionistenabsetzbetrag

Dieser Absetzbetrag wird automatisch abgezogen, beträgt bis zu 600 Euro und hängt von den jährlichen Einkünften ab. Ab 25.000 Euro gibt es allerdings nichts mehr. Um einen erhöhten Absetzbetrag von 964 Euro zugestanden zu bekommen, müssen Steuerzahler mehr als sechs Monate im Kalenderjahr verheiratet oder eingetragener Partner sein und der Partner darf höchstens Einkünfte von 2.200 Euro pro Jahr erzielen. Ein Anspruch auf den Alleinverdienerabsetzbetrag darf ebenfalls nicht bestehen.


V. Außergewöhnliche Belastungen

Kosten für teure Schicksalsschläge sind von der Steuer absetzbar. Was jedoch unter solchen außergewöhnlichen Belastungen zu verstehen ist, hat der Staat genau definiert. Dazu zählen Ausgaben für Implantate und Kronen, Begräbnisse, Kuren, Behandlung von Krankheiten oder Kosten für eine künstliche Befruchtung. Sieht der Arzt eine medizinische Notwendigkeit für eine Kur, werden die Kosten, die selbst getragen werden, vom Fiskus anerkannt. Pflegekosten beispielsweise für eine 24-Stunden-Hilfe, reduzieren die Steuern um bis zu 50 Prozent der Kosten. Allerdings gibt es einen von der Höhe des Einkommens abhängigen Selbstbehalt, sofern keine Behinderung vorliegt. Wer über ein zu versteuerndes Jahreseinkommen von mehr als 36.400 Euro verfügt, muss solche Ausgaben bis zu einem Selbstbehalt in Höhe zwölf Prozent des Jahreseinkommens selbst tragen. Bei Alleinverdienern oder Alleinerziehern, denen ein entsprechender Absetzbetrag zusteht, reduziert sich der Selbstbehalt um einen Prozentpunkt sowie um jeweils einen weiteren Prozentpunkt für jedes Kind, für das Familienbeihilfe bezogen wird.


So nutzen Sie die Vorausberechnung

Doch lohnt sich der ganze Aufwand überhaupt? Wie sehr eine Steuererklärung die eigene Steuerlast senkt und ob es sich überhaupt lohnt, eine solche einzureichen, lässt sich mit einer Vorausberechnung klären. Das ist für all jene möglich, die über FinanzOnline eine Steuererklärung abgeben. Dort erfährt man mit der Funktion "Vorausberechnung" noch bevor man die Erklärung einreicht, ob und wie viel Steuergutschrift zu erwarten ist. "Wenn kein Steuerguthaben dabei herauskommt, bringt es auch nichts, die Steuererklärung abzuschicken", so Pock.

Mit Absetzposten jonglieren

„Mithilfe der Vorausberechnung kann man auch mit den Absetzposten experimentieren, etwa ob es günstiger ist, den Familienbonus Plus mit dem Partner zu teilen“, erläutert der TPA-Experte. Sich mit der Arbeitnehmerveranlagung zu befassen, sollte man, auch wenn es eine mühselige Angelegenheit ist, nicht verabsäumen. Eine solche Lässlichkeit kann über die Jahre unter Umständen einige Tausend Euro kosten. Noch ein Tipp: Eine Arbeitnehmerveranlagung kann bis zu fünf Jahre im Nachhinein eingereicht werden. Allerdings ändern sich manche Absetzbeträge und Freibeträge oft, sodass diese nicht für alle Jahre gelten oder zumindest in anderer Höhe.

Was tun, wenn das Finanzamt Ausgaben nicht anerkennt

Wenn vom Finanzamt nicht alle Ausgaben anerkannt werden, kann man innerhalb eines Monats eine Beschwerde gegen den Bescheid über die Arbeitnehmerveranlagung einbringen. TPA-Experte Pock:"Erklären Sie in einem kurzen Brief, warum Ihnen die geltend gemachten Ausgaben doch zustehen. Wenn die Angaben nachvollziehbar und gesetzeskonform sind, wird das Finanzamt einen neuen Bescheid erlassen."

Was tun, wenn das Finanzamt Ausgaben nicht anerkennt

Wenn vom Finanzamt nicht alle Ausgaben anerkannt werden, kann man innerhalb eines Monats eine Beschwerde gegen den Bescheid über die Arbeitnehmerveranlagung einbringen. TPA-Experte Pock: "Eine Bescheidbeschwerde hat bestimmte Formalanforderungen. So muss der Bescheid genau bezeichnet sein, gegen den sich die Beschwerde richtet. Darüber hinaus muss angeführt werden, in welchem Punkt man meint, dass der Bescheid nicht richtig ist. Erklären Sie in diesem Brief weiters, warum die vom Finanzamt nicht anerkannten Ausgaben doch zu berücksichtigen sind. Wenn die Angaben nachvollziehbar sind und die Geltendmachung gesetzeskonform ist, wird das Finanzamt einen neuen Bescheid erlassen."

Wie Sie vergessene Absetzposten aus Vorjahren geltend machen

Wer in den vergangenen Jahren vergessen hat, absetzbare Ausgaben in der Arbeitnehmerveranlagung anzugeben, kann das innerhalb eines Jahres ab dem Datum des Bescheids nachholen. Dazu muss ein Antrag auf Bescheidberichtigung gestellt werden. Ist der Bescheid schon älter als ein Jahr, sollten Sie trotzdem mit dem zuständigen Sachbearbeiter Kontakt aufnehmen und die Berücksichtigung der Ausgaben anregen. Wichtig: Ein Antrag auf eine freiwillige Arbeitnehmerveranlagung (Antragsveranlagung) kann auch wieder zurückgenommen werden. Steuerspezialist Pock: „Sollten Sie überraschenderweise einen Steuerbescheid mit einer Nachzahlung erhalten, können Sie den Antrag auf eine Arbeitnehmerveranlagung innerhalb der einmonatigen Beschwerdefrist schriftlich beim Finanzamt zurückziehen.“ Die Nachzahlung muss dann nicht geleistet werden. Das gilt allerdings nicht, wenn es sich um eine Pflichtveranlagung gehandelt hat.

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