Absetzbetrag: So zahlen Sie um Hunderte Euro weniger Steuern

Pendler, Alleinerzieher, Alleinverdiener, Geringverdiener und Pensionisten können durch die jährliche Arbeitnehmerveranlagung Steuern sparen. So viel Geld ist jährlich zu erwarten und wie mit Verkehrsabsetzbetrag, Pensionistenabsetzbetrag, Unterhaltsabsetzbetrag, Alleinverdiener - und Alleinerzieherabsetzbetrag.

Themen: Steuerausgleich, Steuertipps
Absetzbetrag: So zahlen Sie um Hunderte Euro weniger Steuern

Absetzbeträge in der Steuererklärung haben einen unschlagbaren Vorteil: Diese reduzieren im Unterschied zu Freibeträgen, Sonderausgaben und Werbungskosten unmittelbar und in voller Höhe die zuvor berechnete Steuerlast. Bei Werbungskosten & Co wird dagegen nur die Steuerbemessungsgrundlage gesenkt. Mit Absetzbeträgen kann man sich pro Jahr bis zu fast 1. 000 Euro ersparen. Einige Absetzbeträge werden bereits direkt an der Quelle, also beim Arbeitgeber oder auch der Pensionsversicherungsanstalt abgezogen, andere nur, wenn der Arbeitnehmer in der Steuererklärung einen Antrag darauf stellt.



Absetzbeträge können die Einkommensteuer nicht nur reduzieren, es gibt auch Fälle, bei denen man eine Steuergutschrift bekommt

TPA Steuerberater Dieter Pock.


Welche Absetzbeträge vom Steuerzahler selbst zu beantragen sind

  • Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag (falls nicht bereits beim Dienstgeber beantragt)
  • Erhöhter Pensionistenabsetzbetrag, falls nicht bereits bei der auszahlenden Stelle für die Pension beantragt
  • Unterhaltsabsetzbetrag
  • Pendlereuro, falls nicht bereits bei der auszahlenden Stelle für den Bezug abgezogen, sind gemeinsam mit dem Pendlerpauschale zu beantragen.

Verkehrsabsetzbetrag: So viel erhalten Pendler

Der Verkehrsabsetzbetrag beträgt 400 Euro im Jahr und wird - sofern das Pendlerpauschale zusteht - direkt vom Arbeitgeber automatisch berücksichtigt und wirkt lohnsteuermindernd.

Geringverdiener erhalten Zuschlag für den Verkehrsabsetzbetrag gibt

Seit dem Jahr 2020 kommen Geringverdiener in den Genuss eines Zuschlags zum Verkehrsabsetzbetrag . Für Arbeitnehmer, deren Einkommen pro Jahr 16.000 Euro nicht übersteigt und die Anspruch auf die Pendlerpauschale haben, erhalten einen 2021 erhöhten Verkehrsabsetzbetrag um bis zu 650 Euro. 2020 betrug der Zuschlag 400 Euro.

Wie sich der Zuschlag einschleifend vermindert

Der Zuschlag vermindert sich ab dem Veranlagungsjahr 2021 bei Einkommen zwischen 16.000 Euro und 24.500 Euro einschleifend auf null. Dieser wird in voller Höhe zum steuerliche Jahreseinkommen zusätzlich gutgeschrieben.
Besteht ein Anspruch auf den Zuschlag zum Verkehrsabsetzbetrag erhöht sich für die Steuererklärung 2021 auch die maximale SV-Rückerstattung um bis zu 650 Euro (SV-Bonus).
Bei einem Jahreseinkommen darüber hinaus fällt dieser höhere Betrag nicht zur Gänze weg, sondern reduziert sich gleichmäßig bis zu einem steuerlichen Jahreseinkommen von 24.500 Euro 2020 lag die Grenze bei 21.500 Euro.

Die Erhöhung des Verkehrsabsetzbetrags wird jedoch nicht bereits bei der laufenden Bezugsabrechnung, sondern erst bei der Jahresveranlagung gutgeschrieben.

Der Antrag wird mit dem Formulars E30 bei der auszuzahlenden Stelle für die Pension beantragt werden und wird unmittelbar von der Pensionsversicherungsanstalt berücksichtigt. Je nach Bezügen gelten Einschleifregeln.


Pensionisten bis zu einem Jahreseinkommen von 25.500 Euro können auf Extrageld vom Staat hoffen.

Pensionistenabsetzbetrag: nach Einkünften gestaffelt

Der Pensionistenabsetzbetrag , dieser beträgt im Jahr 2021 bis zu 825 Euro. Der Absetzbetrag wird bis zu Pensionseinkünften von 17.500 Euro pro Jahr in voller Höhe direkt von der pensionsauszahlenden Stelle berücksichtigt und reduziert die Lohnsteuer.

Bei welchen Pensionseinkünften eine Einschleifregel gilt

Bei Pensionseinkünften zwischen 17.500 und 25.500 Euro reduziert sich der berücksichtigte Betrag gleichmäßig bis auf null Euro . Zu einer Einschleifung kommt es auch, wenn neben einer ausländischen Pension nur eine geringe inländische Pension bezogen wird. Ist die jährliche Pension höher als 25.500 Euro steht kein Pensionistenabsetzbetrag zu.

Wann ein erhöhter Pensionistenabsetzbetrag möglich ist

Unter bestimmten Voraussetzungen kann auch ein erhöhten Pensionistenabsetzbetrag geltend gemacht werden. Für das Veranlagungsjahr 2021 beträgt dieser bis zu 1.214 Euro.

Der erhöhte Pensionistenabsetzbetrag steht all jenen zu, die

  • mehr als sechs Monate im Kalenderjahr verheiratet oder eingetragener Partner sein
  • deren Partner höchstens Einkünfte von 2.200 Euro pro Jahr erzielt
  • wenn die Pensionseinkünfte im Kalenderjahr den Betrag von 19.930 Euro nicht übersteigen.

Der erhöhte Pensionistenabsetzbetrag kann bereits bei der laufenden Pensionsabrechnung (Antrag mit dem Formular E30 vorausgesetzt) berücksichtigt werden. Alternativ kann der Absetzbetrag bei der Arbeitnehmerveranlagung gesondert im Formular L1 abgesetzt werden


Rückerstattung der Sozialversicherung für Geringverdiener

Obwohl viele Absetzbeträge bereits vom Arbeitgeber oder der pensionsauszahlenden Stelle berücksichtigt werden, können Geringverdiener durch die Arbeitnehmerveranlagung so eine Steuergutschrift erhalten.

  • Ergibt sich durch den Verkehrsabsetzbetrag eine Einkommensteuer von unter null, wird der Verkehrsabsetzbetrag mit bis zu 50 Prozent der bezahlten Sozialversicherungsbeiträge und maximal 400 Euro. Wenn ein Pendlerpauschale zusteht, wird unter dem Titel „SV-Rückerstattung“ bis zu 500 Euro gutgeschrieben
  • Für Personen, denen die Erhöhung des Verkehrsabsetzbetrags zusteht, erhöht sich für die Steuererklärung 2021 auch die maximale SV-Rückerstattung um bis zu 650 Euro (SV-Bonus).
  • Für Personen, denen der Pensionistenabsetzbetrag zusteht, gilt ähnliches, allerdings ist die maximale Negativsteuer ab dem Jahr 2021 mit 80 Prozent (2020: 75 Prozent) der Sozialversicherungsbeiträge, höchstens jedoch 550 Euro (2019: 110 Euro) pro Jahr, begrenzt.

Alleinerziehern steht pro Jahr ein Absetzbetrag von 494 Euro für das erste Kind. Bei mehr Kindern sind die Absetzbeträge gestaffelt.

Die Steuererleichterungen für Alleinverdiener und Alleinerzieher

Alleinverdiener- und Alleinerzieherabsetzbetrag: Abhängig von der Kinderanzahl

Der Staat erweist sich auch gegenüber Alleinerziehern verständnisvoll und gewährt je nach Anzahl der Kinder, für die mehr als sechs Monate im Jahr Familienbeihilfe bezogen wurde, einen Alleinerzieherabsetzbetrag.

Alleinerzieher aufgrund eines niedrigen Einkommens ohnehin keine Steuern zahlen, werden diesen folgende Absetzbeträge gewährt:

  • für das erste Kind 494 Euro. Danach sind die Beträge gestaffelt.
  • Für das 2. Kind gibt es 175 Euro - insgesamt also 669 Euro
  • für das 3. Kind 220 Euro (gesamt 889) und jedes weitere ebenso viel.

Unter bestimmten Voraussetzungen wird auch eine Negativsteuer gutgeschrieben. Das Geld steht immer nur dem Elternteil zu, bei dem die Kinder im gemeinsamen Haushalt leben.

Alleinverdienerabsetzbetrag: Geringes Einkommen des Partners möglich

Die gleichen Absetzbeträge für Alleinerzieher gelten für Alleinverdiener.

Ein Alleinverdienerabsetzbetrag steht zu, wenn

  • der Steuerpflichtige mehr als sechs Monate im Kalenderjahr verheiratet ist,
  • in einer eingetragenen Partnerschaft oder Lebensgemeinschaft (jedoch nicht getrennt)
  • mit mindestens einem Kind, für das Familienbeihilfe bezogen wird, im gemeinsamen Haushalt lebt,
  • die Jahreseinkünfte des Partners 6.000 Euro nicht überschreiten.


Es ist selbst dann sinnvoll den Alleinerzieher- oder Alleinverdienerabsetzbetrag geltend zu machen, wenn aufgrund niedriger Einkünfte gar keine Lohnsteuer bezahlt wird: beide können zu einer Negativsteuer führen und werden vom Finanzamt erstattet

Pock von der TPA Steuerberatung


Unterhaltsabsetzbetrag: Wie viel es pro Kind gibt

Der Unterhaltsabsetzbetrag kann von dem Elternteil geltend gemacht werden, der gesetzlichen Unterhalt (Alimente) leistet und bei dem das Kind oder die Kinder nicht im eigenen Haushalt lebt/leben. Dieser Absetzbetrag beträgt
für das erste Kind 29,20 Euro monatlich,
für das zweite 43,80 Euro und
für jedes weitere Kinder 58,40 Euro
.
Die Haushaltszugehörigkeit hängt von der Vereinbarung der Eltern ab, bei welchem das Kind nicht überwiegend lebt. Nur dieser kann die Beträge für den Unterhalt geltend machen.


Take Aways
  • Absetzbeträge reduzieren, im Unterschied zu Freibeträgen, Sonderausgaben und Werbungskosten, unmittelbar und in voller Höhe die Steuern.
  • Bei Werbungskosten & Co wird dagegen nur die Steuerbemessungsgrundlage gesenkt.
  • Absetzbeträge wie der Verkehrsabsetzbetrag oder der Pensionistenabsetzbetrag werden automatisch vom Arbeitgeber abgezogen, andere wie Unterhaltsabsetzbetrag, müssen selbst beantragt werden.
  • Andere wie der Alleinverdiener-/Alleinerzieherabsetzbetrag nur, wenn sie nicht bereits bei der auszahlenden Stelle beantragt worden sind.
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