Werbungskosten: Welche Ausgaben steuerlich absetzbar sind

Arbeitnehmerveranlagung: Werbungskosten zählen in der Steuererklärung zu den wichtigsten Absetzposten. Wie viel Geld man so mittels Steuerausgleich sparen kann. Lesen Sie, welche Ausgaben vom Laptop bis zum ergonomischen Mobilar, als Werbungskosten absetzbar sind.

Themen: Steuerausgleich, Steuertipps
Werbungskosten: Welche Ausgaben steuerlich absetzbar sind

Der Kauf eines Handys oder Computers kann die Steuern senken, nicht nur im Jahr der Anschaffung.

Ausgaben im Zusammenhang mit dem Job können vielfältig sein und richtig ins Geld gehen. Das fängt bei Kosten für die tägliche Fahrt in die Arbeit oder zu einem Termin an und geht hin bis zum Kauf einer Computers, einer Brille für diesen, Ausgaben für das Arbeitszimmer, Weiterbildung oder ein Handy. Das Gute daran: Nicht alle Kosten dafür muss man selbst schultern, einen Teil übernimmt der Fiskus. Wie sie mit Werbungskosten am besten Geld sparen können.

Artikel-Inhaltsverzeichnis

  1. Formale Voraussetzungen füre Werbungskosten
  2. Vor- und Nachteile von Werbungskostenpauschale und Einzelabrechnung der Ausgaben
  3. Pendlerpauschale
  4. So wirken sich Homeoffice und Lockdown auf die Pendlerpauschale aus
  5. Wann hat man Anspruch auf einen Pendlereuro?
  6. Werbungskosten Fortbildung
  7. Ausgaben für Bewerbungen absetzbar
  8. Umzug: Der Staat zahlt mit
  9. Zweitwohnsitz bei großer Entfernung absetzbar
  10. Werbungskosten Arbeitsmittel


Werbungskosten mindern die Steuerlast, sofern man die Kosten dafür selbst trägt und sie nicht vom Arbeitgeber bezahlt wurden

Ausgaben für den Job mindern die Steuerlast und sind in Form von Werbungskosten absetzbar, "sofern man die Kosten dafür selbst trägt und sie nicht bereits vom Arbeitgeber bezahlt wurden", schränkt Dieter Pock, Steuerberater bei TPA Steuerberatung, ein. Ein Absetzposten, der sich auszahlen kann und die Höhe der Steuern locker um ein paar hundert Euro senken kann. Wie viel man tatsächlich beim Finanzamt durch den Steuerausgleich absetzen kann, hängt von der Höhe der Ausgaben oder dem Anschaffungspreis von beruflich genutzten Gegenständen ab. Alle Anschaffungen bis zu einer bestimmten Summe kann man sofort im Jahr der Anschaffung voll geltend machen. Die Kosten für teurere Investitionen müssen auf drei Jahre aufgeteilt werden, da man davon ausgeht, dass das Gerät drei Jahre genutzt wird.

Diese Ausgaben fallen unter Werbungskosten

  • Arbeitskleidung
  • Arbeitsmittel und Werkzeuge
  • Arbeitszimmer
  • Aus- und Fortbildung, Umschulung
  • Betriebsratsumlage
  • Computer
  • Doppelte Haushaltsführung und Familienheimfahrten
  • Fachliteratur
  • Fahrrad
  • Fahrtkosten
  • Fehlgeld
  • Internet
  • Auto/Motorrad
  • Reisekosten
  • Sprachkurse
  • Studienreisen
  • Telefon, Handy

Formale Voraussetzungen für Werbungskosten

Um die Steuer durch Werbungskosten möglichst deutlich zu drücken, gilt es übers Jahr fleißig Rechnungen zu sammeln. Voraussetzung, um bei der Finanz als solche Aufwendungen durchzugehen, ist, dass die Ausgaben unmittelbar den Job betreffen. Es muss sich also um Ausgaben handeln, die beruflich veranlasst sind. Um Fahrtkosten für den Job mit dem eigenen Auto absetzen zu können, muss ein Fahrtenbuch geführt werden oder es müssen genaue Angaben über die Wegstrecke zu konkret angeführten Terminen gemacht werden, die die Zahl und die gefahrenen Kilometer für die Firma belegen. So senken ein paar Tausend beruflich gefahrene Kilometer im Jahr mit dem eigenen Auto die Steuer, sofern der Arbeitgeber dafür kein Kilometergeld ersetzt. Details zu möglichen Absetzposten finden Sie unter ABC der Werbungskosten des Finanzministeriums.

Ein Rechenbeispiel: 1.000 gefahrene Kilometer mit einem Kilometergeld von 0,42 Euro pro Kilometer ergeben Werbungskosten von 420 Euro, davon beträgt je nach Grenzsteuersatz zwischen 20 Prozent und 50 Prozent die Steuerersparnis 84 Euro bis 210 Euro.

Berufsgruppen mit Pauschalen

Einzelne Berufsgruppen haben spezielle Pauschalen. Dazu zählen unter anderem Künstler, Vertreter, Förster, Heimarbeiter, Moderatoren und Journalisten. Weitere Informationen dazu lesen Sie im Artikel: Werbungskosten: Berufsgruppen mit Pauschalen.


Alleine indem die Werbungskostenpauschale in Anspruch genommen wird, ist keine Steuergutschrift zu erwarten.

Vor- und Nachteile von Werbungskostenpauschale und Einzelabrechnung der Ausgaben

Wem das alles zu mühsam ist, kann die Werbungskostenpauschale nutzen, die jedem Steuerzahler zusteht. Die Höhe dafür pro Jahr beträgt 132 Euro. Die Pauschale wird unabhängig davon, ob Werbungskosten anfallen oder nicht automatisch anteilsmäßig bei der monatlichen Lohn-/Gehaltsabrechnung abgezogen und mindert damit die zu zahlende Lohnsteuer bereits unterjährig. Pock: "Alleine indem die Werbungskostenpauschale in Anspruch genommen wird, ist daher keine Steuergutschrift zu erwarten. Die Werbungskosten für Arbeitsmittel und dergleichen, für die man selbst Geld ausgibt, senken jedoch nur dann die Steuer, wenn diese höher ausfallen als die jährliche Pauschale von 132 Euro.


Pendlerpauschale

Pendlerpauschale: Zwei Möglichkeiten dieses zu beantragen

Unter die steuerliche Rubrik Werbungskosten fällt auch das Pendlerpauschale. Arbeitnehmer, die eine weite Strecke zur Arbeitsstätte zurücklegen müssen, können für solche Aufwendungen eine solche Pendlerpauschale geltend machen. Bevor man einen Cent vom Staat für das Pendeln sieht, muss man herausfinden, wie groß die Entfernung zwischen Wohnsitz und Arbeitsstätte genau ist. Diese Einschätzung obliegt jedoch nicht einem selbst, sondern erfolgt nach möglichst objektiven Kriterien durch das Finanzministerium. Dieses hat dafür den sogenannten Pendlerrechner entwickelt.

Das Pendlerpauschale kann entweder direkt beim Arbeitgeber beantragt werden oder nachträglich bei der Arbeitnehmerveranlagung. Wird die Pauschale während des Kalenderjahres beim Arbeitgeber eingereicht, ist dafür der Ausdruck des Formulars L34 EDV nötig. Nach Ablauf des Kalenderjahres im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung ist dafür das Formular L34a nötig, der direkt aus dem mit den Ergebnissen des Pendlerrechners erstellt werden kann. Nach Ablauf des Kalenderjahres im Rahmen der Arbeitnehmerveranlagung ist dasselbe Formular zu erstellen und zur Dokumentation zumindest sieben Jahre aufzubewahren. Ob man das Pendlerpauschale beim Arbeitgeber oder beim Steuerausgleich beantragt: in beiden benötigt man als Nachweis das Ergebnis des Pendlerrechners.

Fahrtkosten: Wem ein kleine oder große Pendlerpauschale zusteht

Fahrtkosten für den Arbeitsweg werden mit dem Verkehrsabsetzbetrag von 400 Euro abgegolten. Dieser wird bei der Lohnabrechnung automatisch berücksichtigt. Doch unter bestimmten Umständen können Arbeitnehmer zusätzlich das sogenannte kleine oder große Pendlerpauschale und einen Pendlereuro geltend machen. Dabei kommt es unter anderem auf die Entfernung des Wohnorts zur Arbeit und die verfügbaren Verkehrsmittel an.

Kleine Pendlerpauschale - Bemessungsgrundlage sinkt um bis zu 168 Euro

Das kleine Pendlerpauschale steht jenen zu, bei denen der Arbeitsplatz mindestens 20 Kilometer von der Wohnung entfernt liegt und öffentliche Verkehrsmittel für die Wegstrecke zur Verfügung stehen. Für die Wegstrecke können 58 Euro im Monat oder 696 Euro im Jahr als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Für jene, die zum Job mehr als 40 Kilometer am Tag pro Fahrtrichtung zurücklegen müssen sind es 113 Euro im Monat oder 1.356 Euro im Jahr.

Wer zur Arbeit über 60 Kilometer abspult kann dafür Werbungskosten von 168 Euro im Monat oder 2.016 Euro im Jahrgeltend machen. Dazu kommt der Pendlereuro: Dafür können pro Jahr zwei Euro pro Kilometer einfacher Wegstrecke zur Arbeit verrechnet werden und dieses gilt als unmittelbare Steuerersparnis.


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Große Pendlerpauschale: Bemessungsgrundlage reduziert sich um bis zu 360 Euro

Das große Pendlerpauschale steht jenen zu, bei denen der Arbeitsplatz mindestens zwei Kilometer von der Wohnung entfernt liegt und die Benützung öffentlicher Verkehrsmittel zum Job überwiegend unzumutbar ist. Das trifft zu, wenn für die Hälfte des Weges keine öffentlichen Verkehrsmittel zur Verfügung stehen, man gehbehindert ist oder die Fahrzeit mit öffentlichen Transportmitteln für eine Wegstrecke mehr als 120 Minuten beträgt.

Das große Pendlerpauschale beträgt für mehr als zwei Kilometer bis zu maximal 20 Kilometer, die täglich auf direktem Weg zum Job gefahren werden monatlich 31 Euro oder 372 Euro jährlich.

Bei mehr als 20 Kilometer und maximal 40 Kilometer täglich zurückgelegten Kilometern für den Job zum Arbeitsplatz,
senkt das Pendlerpauschale die Steuerbemessungsgrundlage um monatlich 123 Euro bzw. 1.476 Euro jährlich.
Zwischen 40 und 60 Kilometer täglich gefahrenen Kilometern mindert das die Steuern um 214 Euro monatlich bzw. 2.568 Euro jährlich und bei mehr als 60 Kilometer um 306 Euro im Monat oder 3.672 Euro im Jahr. In allen Fällen kann zusätzlich der Pendlereuro geltend gemacht werden, also zwei Euro pro Kilometer der einfachen Wegstrecke jährlich.


Wenn der Arbeitgebers die Kosten für das Öffi-Tickets zwischen Wohnung und Arbeitsstätte übernimmt, steht dem Arbeitnehmer das Pendlerpauschale nicht zu.

so Steuerexperte Pock. Das ist der Fall, wenn der Arbeitnehmer ein Öffi-Ticket für mehr als die Hälfte der Arbeitstage im Lohnzahlungszeitraum (bezahlt bzw. zur Verfügung gestellt) bekommt und dieses Ticket die Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte umfasst.

Zweitwohnsitz bei großer Entfernung absetzbar

Als Werbungskosten kann auch ein Wohnsitz am Arbeitsplatz von der Steuer abgesetzt werden, wenn der Familienwohnsitz so weit vom Beschäftigungsort entfernt ist, dass eine tägliche Rückkehr nicht zumutbar ist (das ist jedenfalls dann gegeben, wenn die Entfernung mehr als 80 Kilometer und die Fahrzeit mehr als eine Stunden beträgt, die Beibehaltung des Familienwohnsitzes nicht privat veranlasst ist oder die Verlegung des Familienwohnsitzes an den Beschäftigungsort nicht zumutbar ist. Die Beibehaltung ist nicht privat veranlasst, wenn der (Ehe)-Partner oder der Steuerpflichtige selbst am Familienwohnsitz ortsgebundene Einkünfte von über 6.000 Euro pro Jahr erzielt.

Die Verlegung des Familienwohnsitzes kann aber auch aus anderen Gründen unzumutbar ist: das trifft bei kurzzeitiger, befristeten Tätigkeiten an einem anderen Ort oder bei ständig wechselnden Einsatzorten zu. Auch die Pflege von nahen Angehörigen am Familienwohnsitz kann gegen eine Wohnsitzverlegung sprechen. Liegen diese speziellen Voraussetzungen nicht oder nicht mehr vor, können verheiratete Arbeitnehmer bis zu zwei Jahre lang die Kosten der doppelten Haushaltsführung (Kosten einer zweckentsprechenden Wohnung am Beschäftigungsort) steuerlich geltend machen. Alleinstehende können Kosten für einen Zweitwohnsitz bis zu maximal sechs Monate absetzen – danach wird die Beibehaltung des Familienwohnsitzes vom Finanzamt als privat veranlasst angesehen.


So wirken sich Homeoffice und Lockdown auf die Pendlerpauschale aus

Voraussetzung für die Geltendmachung des vollen Pendlerpauschale ist aber, dass der Weg zur Arbeit im Kalendermonat an zumindest elf Tagen zurückgelegt wird (Urlaube und Krankenstand sind dabei unschädlich). Für eine geringere Anzahl von Fahrten pro Monat wird das Pendlerpauschale auf zwei Drittel (mindestens acht Tage) oder ein Drittel (mindestens vier Tage) reduziert. Wichtige Erleichterung im Jahr 2020: Pendler, die den Arbeitsweg nur aufgrund der COVID-19-Krise nicht mehr oder nicht an jedem Arbeitstag zurücklegen, verlieren den Anspruch auf das Pendlerpauschale dennoch nicht. Davon betroffen sind insbesondere Pendler in Kurzarbeit oder für die Zeit coronabedingter Telearbeit. Diese Erleichterung gilt für Zeiträume bis 30. Juni 2021 und von 1. November bis 31. Dezember 2021.


Der Pendlereuro ist im Gegensatz zur Pendlerpauschale ein Absetzbetrag. Der reduziert die Lohnsteuer und nicht die Bemessungsgrundlage.

Wann hat man Anspruch auf einen Pendlereuro?

Wem eine Pendlerpauschale zusteht, hat auch Anspruch auf den Pendlereuro. Dieser kann beim Arbeitgeber schon während des Jahres berücksichtigt werden. Werden Pendlerpauschale und der Pendlereuro schon beim Arbeitgeber geltend gemacht, ist das bei der Arbeitnehmerveranlagung nicht mehr nötig. Steuerprofi Pock: "Es sei denn, der vom Arbeitgeber berücksichtigte Betrag stimmt nicht mehr, da sich die Gegebenheiten, wie die tägliche Fahrtstrecke, geändert haben.“

"Der Pendlereuro ist im Gegensatz zur Pendlerpauschale ein Absetzbetrag. Das bedeutet, dieser reduziert die Lohnsteuer und nicht, wie das Pendlerpauschale, die Bemessungsgrundlage", so der TPA Experte. Der Pendlereuro wird einmal im Jahr ausbezahlt und wird berechnet, indem die Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte mit zwei multipliziert wird. Der Pendlereuro kann zusammen mit der Pendlerpauschale beim Arbeitgeber mit dem Formular L34 EDV beantragt, oder im Wege der Arbeitnehmerveranlagung beantragt werden.


Werbungskosten Fortbildung

Ob Präsenzunterricht oder Onlineseminare, die Finanz honoriert Aus- und Weiterbildung für die man selbst zahlt und lässt das als Werbungskosten gelten - sofern diese im Zusammenhang mit dem Job stehen.

Welche Fortbildungskurse der Fiskus zahlt und wann Reisekosten dafür gezahlt werden

Wer belegen kann, im Vorjahr Ausgaben für eine Aus- und Fortbildung gehabt zu haben, kann diese in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend machen. Doch Vorsicht: beim Finanzamt achtet man genau auf die Abzugsfähigkeit der Ausgaben. So senkt nicht jeder Kurs die Steuern. „Die Ausgaben sind nur abzugsfähig, wenn sie in Zusammenhang mit dem Job stehen, für diesen auch tatsächlich von Nutzen sind oder es sich um eine Umschulung handelt“, erläutert Pock von der TPA Steuerberatung. Seminare, die nur von allgemeinem Interesse sind, streichen Finanzbeamte aus der Steuererklärung gnadenlos heraus. „Kosten für Fremdsprachenkurse, die für die Arbeit von konkretem Nutzen sind, werden dagegen von der Finanz als Absetzposten meist akzeptiert“, weiß der Steuerberater. Auch Reisespesen und andere Nebenkosten wie Skripten und Lehrbücher, die mit einer abzugsfähigen Fortbildung in Zusammenhang stehen, werden als Werbungskosten anerkannt. Wer beispielsweise im Waldviertel lebt und auf eigene Kosten einen Fortbildungskurs in Wien absolviert, kann sowohl die Kursgebühren steuerlich geltend machen als auch notwendige Reise- und Aufenthaltskosten.


Umschulungskosten werden ersetzt, wenn Einkünfte im bisherigen Job nicht mehr gegeben oder gefährdet sind

Bei Umschulungskosten für einen neuen Beruf zahlt der Staat mit

Umschulungskosten können ebenfalls abgesetzt werden. Unter einer Umschulung wird eine umfassende Ausbildung verstanden, die den Einstieg in einen neuen, mit der bisherigen Tätigkeit nicht verwandten Beruf ermöglicht. Voraussetzung für die Anerkennung der Kosten durch das Finanzamt ist aber, dass die Umschulung auf die tatsächliche Ausübung eines anderen Berufs abzielt. Pock: "Das ist anzunehmen, wenn Einkünfte im bisher ausgeübten Beruf aufgrund von Arbeitslosigkeit nicht mehr gegeben oder gefährdet sind oder im neuen Beruf bessere Verdienstmöglichkeiten bestehen oder Berufschancen zu erwarten sind." Als Umschulung kommt etwa ein Studium an einer Fachhochschule oder Universität in Frage. Als Kosten können Kurs- oder Studiengebühren, Kosten für Kursunterlagen, Bücher, Skripten sowie Fahrt- und Nächtigungskosten geltend gemacht werden. Auch ein für die Ausbildung benötigter Computer ist absetzbar.

Wann sind Sprachkurse absetzbar?

Die Kosten für Sprachkurse können abgesetzt werden, wenn die Fremdsprache im ausgeübten Beruf gebraucht wird. Das ist häufig in der Tourismusbranche, bei Telefonisten oder Exportsachbearbeitern der Fall. Durch die steigende internationale Vernetzung der Wirtschaft können Sprachkurse in beinahe allen Branchen von Vorteil sein.

Strenge Kriterien für Sprachreisen im Ausland

Kritischer ist die Finanz bei der Anerkennung von Sprachreisen ins Ausland. Dabei werden meist nicht nur die Kosten des Sprachkurses selbst, sondern auch die Reise- und Aufenthaltskosten steuerlich abgesetzt. Voraussetzung dafür ist, dass der Sprachkurs wie ein Lehrgang organisiert ist, den Großteil des Tages einnimmt und das Programm auf die Teilnehmer einer bestimmten Berufsgruppe zugeschnitten ist. Liegen diese Voraussetzung nicht vor, können aber die eigentlichen Kurskosten selbst, ohne Reise- und Aufenthaltskosten, geltendgemacht werden.

Ausgaben für Bewerbungen absetzbar

Wer sich für einen neuen Job bewirbt, kann für seine Auslagen ebenfalls Geld vom Staat zurückverlangen. Fahrtkosten, wie etwa Kilometergeld, Tagesgeld und Nächtigungskosten sind abzugsfähige Positionen. Auch Kosten für die Erstellung der Bewerbungsunterlagen, wie Druckkosten können abgesetzt werden.

Wann der Fiskus bei Reisen mit zahlt

Wer beruflich reist und die Auslagen nicht von seinem Dienstgeber ersetzt bekommt, kann die Auslagen beim Finanzamt als Werbungskosten geltend machen. Als Reisekosten kommen Fahrtkosten (zB ein Bahnticket), Nächtigungskosten (zB Hotel, Pension) und sogenannter Verpflegungsmehraufwand (Taggelder, Diäten) in Frage. Sollte der Dienstgeber etwas ersetzen, ist dieser Ersatz abzuziehen oder dürfen diese Kosten bei vollem Ersatz nicht als Werbungskosten von der Steuer abgesetzt werden.

Wie viel Kilometer das Reiseziel vom Dienstort entfernt sein muss

Mehraufwand für die Verpflegung auf einer Reise (sogenannte Taggelder oder Diäten) können geltend gemacht werden, wenn das Reiseziel mindestens 25 Kilometer vom Dienstort entfernt ist. Als Taggeld können maximal 26,40 Euro pro Tag abgesetzt werden. Pro Stunde gilt ein Satz von 2,20 Euro ab einer Reisedauer von mindestens drei Stunden. Wer beruflich ins Ausland reist, kann bei Reisen über die Grenze, die mehr als drei Stunden dauern, ebenfalls Spesen geltend machen. Der zustehende Satz pro Tag ist abhängig vom Reiseziel – auch hier gilt, dass 1/12 pro angefangener Stunde geltendgemacht werden kann.

Reisekostenbeispiel 1: Die Reisedauer beträgt 2 Stunden und 55 Minuten: In diesem Fall können keine Diäten verrechnet werden, da die Mindestdauer von drei Stunden nicht erreicht wurde.
Reisekostenbeispiel 2: Die Reise dauert 3 Stunden und 5 Minuten. Die Tagesdiäten bei Reisen im Inland betragen 4/12 von 26,40 Euro. Ergibt 8,80 Euro. 4/12 können geltend gemacht werden, da zu den 3 vollen Stunden, die angefangene Stunde dazugerechnet wird.

Die Höhe der Auslandsdiäten ist von Land zu Land verschieden. Das Tages- und Nächtigungsgeld für solche Auslandsdienstreisen sind in den Lohnsteuerrichtlinien des Finanzministeriums nachzulesen. Allerdings dürfen dem Fiskus keine Reisekosten verrechnet werden, wenn die Tätigkeit länger als fünf Tage an einem Ort durchgehend stattfindet oder regelmäßig (mindestens einmal pro Woche) ein bestimmter Ort aufgesucht wird. In diesen Fällen dürften die Diäten nur für die ersten fünf Tage geltend gemacht werden. Für Orte, die unregelmäßig besucht werden, dürfen maximal Diäten für 15 Tage pro Kalenderjahr abgesetzt werden.

Umzug: Der Staat zahlt mit

Wenn der Umzug aus beruflichen Gründen notwendig wird, zahlt der Staat etwas dazu. Das gilt beim erstmaligen Antritt eines Dienstverhältnisses, beim Wechsel des Dienstgebers, falls es durch den Dienstgeber zu einer dauerhaften Versetzung kommt oder mit dem Umzug ein unzumutbar langer Arbeitsweg vermieden wird. Die Gründung eines Zweitwohnsitzes gilt jedoch nicht als Umzug.


Der berufliche Anteil der Reise muss von übergeordneter Bedeutung sein

Finanz bei Reisekosten kleinlich

erklärt Pock von der TPA Steuerberatung. Die Auslagen, die beim Fiskus geltend gemacht werden, müssen mit Belegen und Aufzeichnungen genau dokumentiert sein. Der berufliche Anteil von gemischt veranlassten Reisen (berufliche Reise mit anschließendem Privataufenthalt) darf nur dann geltend gemacht werden, wenn der berufliche und private Teil der Reise zeitlich klar voneinander abgegrenzt werden können. Anteilige Fahrtkosten für solche gemischt veranlasste Reisen können nur dann geltend gemacht werden, wenn die berufliche Veranlassung nicht nur untergeordnet ist.


Werbungskosten Arbeitsmittel

Wie der Kauf von Handy und Computer die Steuern drücken
Wer selbst Arbeitsmittel angeschafft hat und diese nachweislich beruflich verwendet, kann solche Ausgaben ebenfalls in die Steuererklärung aufnehmen. Sollte es sich um Arbeitsmittel handeln, die mehr als 800 Euro kosten (bis 2019 waren es 400 Euro), wie etwa ein Computer oder Notebook, müssen die Ausgaben auf die voraussichtliche Dauer der Nutzung verteilt („abgeschrieben“) werden. Bei Computern beträgt die jeweilige Nutzungsdauer mindestens drei Jahre. Außerdem muss von den Kosten ein Privatanteil abgezogen werden.

Pock: "Bei Ausgaben für einen Computer wird ein Privatanteil von zumindest 40 Prozent angenommen. Kostet beispielsweise ein Laptop 1.200 Euro, können, bei einer dreijährigen Nutzung und abzüglich eines Privatanteils von 40 Prozent jährlich 240 Euro als Werbungskosten geltend gemacht werden. Auch bei einem beruflich genutzten Handy muss ein Privatanteil abgezogen werden.

Doch Vorsicht, Ausgaben für digitale Arbeitsmittel wie der Kauf eines Druckers für die Arbeit im Homeoffice müssen, wenn der Arbeitgeber eine Homeoffice-Pauschale gewährt oder ein in der Arbeitnehmerveranlagung geltendgemachtes Homeoffice-Pauschale in Anspruch genommen werden, um das gekürzt werden. Nur die das Homeoffice-Pauschale übersteigenden Kosten können als Werbungskosten abgeschrieben werden.

Privatanteil nicht in Stein gemeißelt

Ein niedrigerer Privatanteil muss im Einzelfall nachgewiesen oder glaubhaft gemacht werden." Denn die 40 Prozent sind nur ein Richtwert, oft reicht auch das Argument, dass das Gerät ausschließlich beruflich verwendet wird. Kosten für Zusatzgeräte wie Drucker oder Maus sind zur Gänze im Anschaffungsjahr absetzbar, sofern der Anschaffungswert dieser Geräte nicht mehr als 800 Euro beträgt. Diese sollten aber auf einer getrennten Quittung angeführt sein.


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Weitere Informationen zur Arbeitnehmerveranlagung finden Sie im Artikel Steuerausgleich: Die wichtigsten Tipps für die Arbeitnehmerveranlagung

Take Aways
  • Wer für den Job pro Jahr mehr als 132 Euro ausgibt, sollte im Steuerausgleich Werbungskosten absetzen. Wer weniger oder wem beruflich keine Kosten entstehen, braucht nichts zu unternehmen, da die 132 Euro automatisch von den Einkünften abgezogen werden.
  • Diese Ausgaben fallen unter Werbungskosten, sofern diese im Zusammenhang mit dem Job stehen:
  • Arbeitskleidung. Arbeitsmittel und Werkzeuge, Arbeitszimmer, Aus- und Fortbildung, Umschulung, Betriebsratsumlage, Computer, Doppelte Haushaltsführung und Familienheimfahrten, Fachliteratur, Fahrrad, Fahrtkosten, Fehlgeld, Internet, Kraftfahrzeug, Reisekosten, Sprachkurse, Studienreisen, Telefon und Handy.
  • Seit 2021 können pauschale Werbungskosten für ausschließlich im Homeoffice geleistete Arbeitstage abgesetzt werden, sofern der tägliche Pauschalbetrag nicht schon vom Arbeitgeber steuerfrei ausbezahlt wurde. Außerdem können beginnend mit 2020 Kosten für die Anschaffung von ergonomischen Einrichtungsgegenständen bis zu einem Höchstbetrag berücksichtigt werden.

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