Familienbonus Plus: Das bringt die Erhöhung ab Juli 2022

Ab 1. Juli 2022 erhöht sich der Familienbonus Plus in Österreich für Kinder bis 18 Jahre. Der Kindermehrbetrag wird angehoben. Der Bonus reduziert im Steuerausgleich pro Kind und Jahr die Steuern um mehrere Hundert Euro. So berechnen Sie mit dem Brutto-Netto-Rechner den Familienbonus. Welches Formular für den Antrag notwendig ist.

Themen: Steuerausgleich, Steuertipps
Familienbonus Plus: Das bringt die Erhöhung ab Juli 2022

Kinder kosten viel Geld, auch in Zeiten von Homeschooling. Eltern sollten sich also nicht die Möglichkeit entgehen lassen, durch die Steuererklärung zumindest einen Teil der Ausgaben für den Nachwuchs vom Fiskus zurückzuholen. Ein erklecklicher Betrag lässt sich vom Familienbonus Plus erwarten.


So stellen Sie den Antrag auf den Familienbonus Plus

Der Antrag für den Bonus kann entweder beim österreichischen Dienstgeber über die Lohnverrechnung mittels des Formulars E30 gestellt werden. "Der Familienbonus Plus reduziert dann bereits monatlich den Lohnsteuerabzug beim Dienstgeber", erläutert TPA Steuerexperte Dieter Pock. Oder man holt sich das Geld im Nachhinein über die Steuererklärung für das abgelaufene Jahr. Dazu ist es nötig, das Formular L1k auszufüllen und gemeinsam mit der Arbeitnehmerveranlagung einzureichen.


Der Familienbonus Plus muss noch einmal im Steuererklärungsformular beantragt werden

Pock von der TPA Steuerberatung

Wann der Bonus sowohl beim Arbeitgeber als auch in der Steuererklärung beantragt werden muss

Wird der Bonus bereits während des Jahres beim Arbeitgeber eingereicht, ist im Grunde nichts mehr tun. Mit einer Ausnahme. Pock: "Wird eine Arbeitnehmerveranlagung gemacht, um beispielsweise andere Posten abzusetzen, muss auch der Familienbonus Plus noch einmal im Steuererklärungsformular beantragt werden."

Dieter Pock von der TPA Steuerberatung erklärt, auf welche Feinheiten es der Finanz beim Einreichen des Familienbonus Plus ankommt.

In welchen Fällen die Rückzahlung des Familienbonus Plus droht

Wer diese Kleinigkeit vergisst, dem droht die Rückzahlung des Familienbonus Plus. Wenn der schlimmste Fall eintritt und beim Ausfüllen etwas schief läuft oder falschen Angaben gemacht wurden, kann das österreichische Finanzamt auch die Auszahlung verweigern. Selbst dann ist noch nicht alles verloren. Man kann gegen den Bescheid, in dem eine solche Entscheidung mitgeteilt wird, innerhalb der Frist ein Rechtsmittel einzulegen.„Mit der entsprechenden Begründung lässt sich mithilfe des Rechtsmittels der Irrtum beheben“, erläutert TPA Experte Pock.



Der Familienbonus Plus wirkt ab dem ersten Steuereuro.

TPA Steuerexperte Dieter Pock


Davon hängt die Höhe des Familienbonus Plus ab

In voller Höhe wirkt der Familienbonus allerdings nur, wenn auch die Lohnsteuer entsprechend hoch ist. Voll ausgeschöpft werden kann dieser bei einem Kind ab einem monatlichen Bruttogehalt im Jahr 2020 und 2021 von rund 1.970 Euro.

So viel winken pro Kind an Steuerersparnis

Pro Kind winkt bis inklusive Juni 2022 (also auch für das Jahr 2021) eine Steuergutschrift von bis zu 1.500 Euro pro vollem Kalenderjahr.
Pro Monat sind das bis zu 125 Euro pro Kind als echte Steuerersparnis.
Nach dem 18. Geburtstag des Kindes steht ein reduzierter Familienbonus Plus in der Höhe von 41,68 Euro monatlich (500,16 Euro jährlich) zu, wenn für dieses Kind noch Familienbeihilfe bezogen wird.
Ab Juli 2022 steigt der Betrag für alle Berechtigten auf 166,68 Euro pro Monat (2.000,16 Euro pro vollem Kalenderjahr.


Familienbonus Plus berechnen

Wie hoch die Steuerersparnis konkret im Einzelfall ist kann mit dem Brutto-Netto-Rechner des Bundesministeriums für Finanzen berechnet werden.

Bei zwei Kindern kann es sinnvoll sein, dass je ein Elternteil den Antrag für ein Kind einreicht oder der Familienbonus für beide Kinder zwischen den Eltern geteilt wird. Beispielsweise wenn beide Elternteile berufstätig sind.

So schöpfen Eltern die steuerlichen Möglichkeiten beim Familienbonus Plus am besten aus

"Um die höchste Wirkung des Familienbonus zu erzielen, kann es bei Eltern beispielsweise von zwei Kindern sinnvoll sein, dass jeweils ein Elternteil den Antrag für ein Kind einreicht oder der Familienbonus für beide Kinder zwischen den Eltern geteilt wird, wenn beide Elternteile berufstätig sind", rät Pock.
Alleinverdiener und Alleinerzieher, die so wenig verdienen, dass sie kaum oder gar keine Lohn- oder Einkommensteuer zahlen, erhalten statt dem Familienbonus Plus bis zu 250 Euro pro Kind pro Jahr (Kindermehrbetrag) im Wege der Negativsteuer rückerstattet. Dieser Kindermehrbetrag steigt 2022 auf 350 Euro pro Kind und Jahr, ab 2023 auf 450 Euro. Um eine Negativsteuer geltend machen zu können, setzt das aber eine Arbeitnehmerveranlagung voraus..



Es ist ratsam den Bonus aufzuteilen, wenn die Einkünfte eines Elternteils nicht hoch genug sind, um den gesamte Familienbonus Plus auszuschöpfen.

So teilen Eltern den Familienbonus Plus am besten aufteilen

Der Familienbonus Plus kann auch aufgeteilt werden, etwa bei getrennt lebenden Eltern. Eine Aufteilung auf beide Elternteile kann jedoch auch freiwillig in aufrechten Partnerschaften erfolgen. Pock: „Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn die Einkünfte eines Elternteils alleine nicht hoch genug sind, um den gesamte Familienbonus Plus für alle Kinder in voller Höhe auszuschöpfen.“

Ein Unterhaltspflichtiger kann den Bonus nur für die Monate beanspruchen, für die er auch den vollen Unterhalt zahlt und ihm deshalb der Unterhaltsabsetzbetrag zusteht. Der Betrag kann im Verhältnis 50:50 aufgeteilt oder im Einvernehmen mit dem Familienbehilfenbezieher auch zur Gänze beim Unterhaltsverpflichteten berücksichtigt werden. Je nachdem, ob der Familienbonus Plus bei 1.500 oder bei 500 Euro liegt, gibt es im Falle einer 50:50 Aufteilung also entweder 750 oder 250 Euro je (Ehe-)Partner bzw. Elternteil.

Wann besteht kein Anspruch auf den Kindermehrbetrag?

Der Kindermehrbetrag steht Personen, die elf Monate (330 Tage) oder länger das Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, die Mindestsicherung oder Leistungen aus der Grundversorgung erhalten haben, bis inklusive 2021 nicht zu. Diese Personen erhalten jedoch ab 2022 einen Kindermehrbetrag in Höhe von bis zu 350 Euro je Kind. Rund 80 Prozent der Familien schöpfen den Bonus komplett aus. Kind.

Gibt es Kinderfreibetrag und Kinderbetreuungskosten noch?

Bis Ende 2018 konnte jeder Steuerpflichtige, der Anspruch auf die Familienbeihilfe hatte, oder sein (Ehe-)Partner den Kinderfreibetrag geltend machen. Das ist seit 2019 vorbei - der Fiskus gewährte auch letztmalig für das Jahr 2018 Steuergutschriften für die Kosten von Kindergärten, Tagesmüttern oder Horten. Pock: "Diese beiden Absetzposten für Kinder wurden ab 2019 durch den Familienbonus Plus ersetzt.“


Welches Formular für Familienbonus Plus in besonderen Fällen nötig ist

Die Beilage L 1k-bF ist nötig, wenn besondere Verhältnisse eine monatliche Betrachtung des Familienbonus Plus erfordern, wie bei:

  • Trennung der (Ehe)Partner
  • Begründung einer Ehe oder eingetragenen Partnerschaft
  • Begründung einer Lebensgemeinschaft, die während des Kalenderjahres mehr als sechs Monate bestanden hat
  • Änderung des Wohnsitzstaates des Kindes
  • Unterhaltszahlungen für das Kind wurden nicht in vollem Umfang geleistet
  • Tod des (Ehe)Partners/der (Ehe)Partnerin
  • Getrennt lebende Eltern die 90 Prozent/10 Prozent-Aufteilung des Familienbonus Plus.

Weitere Informationen zur Arbeitnehmerveranlagung finden Sie im Artikel Steuerausgleich: Die wichtigsten Tipps für die Arbeitnehmerveranlagung

Take Aways
  • So funktioniert der Familienbonus Plus, so viel gibt es:
  • Antrag entweder beim Dienstgeber oder nach Ende des Jahres in der Steuererklärung stellen. Im ersten Fall reduziert der Familienbonus Plus monatlich den Lohnsteuerabzug.
  • Pro Monat sind das bis zu 125 Euro pro Kind als echte Steuerersparnis.
  • Ab Juli 2022 steigt dieser Betrag auf 166,68 Euro pro Monat.
  • Der Familienbonus Plus wirkt ab dem ersten Steuereuro.
  • Voll ausgeschöpft werden kann der Familienbonus bei einem Kind ab einem monatlichen Bruttogehalt im Jahr 2020 und 2021 von rund 1.970 Euro.
  • Um die höchste Wirkung zu erzielen, kann es bei sinnvoll sein, dass jeweils ein Elternteil den Antrag für ein Kind einreicht oder die Eltern den Bonus geteilt geltend machen, wenn beide Elternteile berufstätig sind.
  • Bei getrennt lebenden Eltern kann der Familienbonus aufgeteilt werden.
  • Wird eine Arbeitnehmerveranlagung gemacht, muss auch der Familienbonus Plus noch einmal im Steuererklärungsformular beantragt werden.
  • Sonst verlangt das Finanzamt die Rückzahlung des Bonus oder verweigert die Auszahlung.

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