US-Investor steigt groß in Austro-Immobranche ein

US-Investor steigt groß in Austro-Immobranche ein

Starwood Capital, einer der größen Immobilienunternehmen in den USA, mit Sitz in Miami, steigt bei der CA Immo ein.

Es gibt einen neuen großen Player am österreichischen Immobilienmarkt: Der US-Immobiliengigant Starwood Capital. Das Unternehmen hat um 758 Millionen Euro ein Aktien-Paket der CA-Immo gekauft und ist nun zu knapp 26 Prozent daran beteiligt. Verkäufer war die Immofinanz. Der Austro-Immobilienriese hat schon konkrete Pläne, was er mit dem Geld aus dem Verkauf machen will. Und in welche Immobilien Starwood, mit Zentrale in Miami, bisher Milliarden von Dollars investiert hat.

Für die Immofinanz war der 2. Juli 2018 ein guter Tag. Den an diesem hat die Immofinanz ihren Deal endlich perfekt gemacht und das Aktienpaket der CA-Immo verkauft. Es ging, für viele letztlich doch überraschend, an Starwood Capital. Unterm Stricht verdient die Immofinanz damit auf Sicht von rund zwei Jahren etwa 184 Millionen Euro. Das Paket wurde noch dazu bei einem Kurs nahe den Höchstständen abgestoßen. Das Return on Investment, also die Kapitalrendite: Ganze 30 Prozent. Beim Kauf der CA-Immo-Anteil im April 2016 hat die Immofinanz nur 604 Millionen Euro oder 23,5 Euro je Aktie für das Aktienpaket hinblättern müssen. In der Immofinanz-Bilanz war der Anteil Ende März mit 694,7 Millionen Euro bewertet.

Auch der Trend hat im Vorfeld der Übernahme von Starwood ausführlich berichtet. Eine der spannenden Storys dazu: Starwood-Beteiligung an CA Immo und Immofinanz: Ein Putschversuch?

Fusionspläne von Immofinanz und CA Immo sind Geschichte

Auch wenn zum Schluss alles ganz anders gekommen ist. Denn lange Zeit hatten Immofinanz und CA Immo Fusionspläne gewälzt. Davon verabschiedete sich die Immofinanz im Februar und kündigte an, strategische Optionen bis hin zu einem Verkauf des CA-Immo-Pakets zu prüfen. Mitte April wurde bekannt, dass die Immofinanz als einziger CA-Immo-Kernaktionär aussteigen will. Dazu startete die Immofinanz ein Bieterverfahren. Frühere Preisofferte von Starwood schmetterte man als zu niedrig ab.

Bis Ende Mai lief ein eigenes Angebot von Starwood fürs CA-Immo-Paket und für bis zu 5 Prozent der Immofinanz. Insgesamt wollten die Amerikaner dabei bis zu 800 Millionen Euro für ihr Engagement in Österreich lockermachen. Es wurden dem US-Investor aber nur 0,16 Prozent der CA Immo und 0,21 Prozent der Immofinanz angedient.

Nach kartellrechtlichem Okay soll der Deal im Herbst perfekt sein

Der am Montag vom Immofinanz-Aufsichtsrat abgesegnete Verkauf betrifft 25,690.163 CA-Immo-Inhaberaktien und vier Namensaktien, mit denen Entsendungsrechte in den CA-Immo-Aufsichtsrat verbunden sind. Nötig sind noch kartellrechtliche Freigaben, das Closing wird noch für das dritte Quartal erwartet.

Immofinanz will mit dem Geld Aktien zurückkaufen

"Mit dem Verkauf stärkt die Immofinanz ihre Eigenkapitalstruktur", sagt CEO Oliver Schumy. Wegen der guten Liquidität im Konzern und dem relativ hohen Abschlag des Immofinanz-Aktienkurses zum Buchwert bzw. zum EPRA NAV (Nettovermögenswert) will man einen Teil des Verkaufserlöses 2018/19 für den Rückkauf von bis zu 9,7 Millionen Immofinanz-Aktien verwenden. Der Nettozufluss nach dem Closing der Starwood-Transaktion werde sich nach Rückzahlung einer Finanzierung - die für den Erwerb des Anteils an der CA Immo aufgenommen und im Vorjahr auf 250 Mio. Euro aufgestockt wurde - auf voraussichtlich rund 507,9 Mio. Euro belaufen, erklärte Schumy.

Der Ausblick für die Dividenden-Ausschüttung bleibe unverändert aufrecht, so die Immofinanz. Dies bezieht sich auf 0,8 Euro/Aktie Dividende, entsprechend 0,08 Euro/Aktie vor der kürzlich erfolgten Aktienzusammenlegung 10:1.

Aktie der Immofinanz profitiert

Die Immofinanz-Aktien zogen am Montag an der Wiener Börse nach Bekanntgabe des Deals deutlich an. Um 11.50 Uhr lagen sie um 2,94 Prozent im Plus bei 21,00 Euro. Zugleich notierten die CA-Immo-Titel mit 28,78 Euro um 0,84 Prozent höher. Der Leitindex ATX lag 0,84 Prozent im Minus, im Einklang mit den schwachen Börsen in Europa.

Das Milliarden-Portfolio von Starwood Capital:

Der Immobiliengigant mit Sitz in Miami, verfügt über Niederlassungen in Hongkong, sieben in den USA. In Europa ist Starwood in London, Luxemburg und Amsterdam vertreten. Das Immobilienportfolio ist aber geographisch wesentlich breiter gestreut. Das Unternehmen ist in allen wesentlichen Immobilienkategorien vertreten. Starwood ist Herr über fünf Millionen Quadratmeter Gewerbeimmobilin, 174.000 Apartments, sieben Millionen Quadratmeter Büros. Zusätzlich sind 2.900 Hotels im Besitz von Starwood. Verwaltetes Vermögen: 56 Milliarden Dollar. Das Unternehmen gibt es erst seit 1991.

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