Steinhoff hat Immo-Vermögen von Kika/Leiner aufgebläht

Steinhoff hat Immo-Vermögen von Kika/Leiner aufgebläht

Viel zu hoch angesetzt: Kika/Leiner-Immobilien stehen zu hoch bewertet in der Konzernbilanz der Mutter Steinhoff

Im Bilanzskandal hat der Möbelriese Steinhoff neue Details bekanntgeben. Die Konzernmutter Steinhoff-Holding hat die Milliardenwerte der Immobilien ihrer österreichischen Kika/Leiner-Möbelhäuser kräftig frisiert.

Neue Details aus dem Bilanzskandal hat der Möbelriese Steinhoff in einer Aussendung bekanntgegeben. Und die Nachrichten nähren den Verdacht, dass die Österreich-Töchter Kika und Leiner nun doch mehr in den Skandal hineingezogen werden, als bisher angenommen wurde.

Um die Bilanz zu schönen, hat das südafrikanische Mutterhaus Steinhoff die Werte der Liegenschaften der 140 Büros, Möbelmärkte und Grundstücke der europäischen Tochterfirmen viel zu hoch bewertet. In den Büchern wurde für die Immobilien ein Wert von 2,2 Milliarden Euro eingetragen. Dies sei zu hoch angesetzt, heißt es in der Aussendung von Steinhoff.

Dabei handelt es sich vor allem um die Immobilien der österreichischen Tochterunternehmen Kika und Leiner, deren Wert viel zu hoch in den Büchern angesetzt wurde. Kika und Leiner hatten bis vor kurzem noch 50 Standorte in Österreich. Wie berichtet will der Konzern zunächst vier Standorte schließen.

Der eingesetzte Gutachter CBRE Limited hat die Werte der Immobilien per 1. Februar neu bewertet und dabei auch die Leerstände in die Rechnung aufgenommen, die bisher nicht berücksichtigt worden seien. Nach dem "Fair Value" der internationalien Bilanzregeln (IFRS 13) berechnet, würden die Immobilien, zu denen vor allem die Kika/Leiner-Häuser zählen, maximal nur die Hälfte wert sein. Statt 2,2 Milliarden Euro dürften die Grundstücke und Gebäude mit maximal 1,1 Milliarden Euro in der Bilanz bewertet sein.

Der Kurs der Steinhoff-Aktie hat seit Anfang Dezember die Talfahrt angetreten. Die Aktie ist inzwischen zur Pennystock geworden und hat nach Bekanntgabe der brisanten Details nochmals über 10 Prozent gegenüber dem Vortag verloren und notiert nun bei rund 21 Cent pro Aktie.

Steinhoff ist nach dem schwedischen Möbelkonzern Ikea weltweit die Nummer 2.

Nachdem im Herbst der Bilanzskandal bekanntgeworden ist, hat die Aktie über 90 Prozent an Wert verloren. Am 1. Dezember 2017 notierten die Papiere noch bei 3,49 Euro. Ende Mai 2017 notierte die Steinhoff-Aktie noch bei 5,07 Euro - dem Höchststand im Jahresabstand.

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