Starwood-Beteiligung an CA Immo und Immofinanz: Ein Putschversuch?

Immofinanz CEO Oliver Schumy

Starwood Capital will Teile der CA Immo und der Immofinanz übernehmen. Dahinter könnte ein Putschversuch der Aufsichtsräte stehen.

Die Luxemburger Tochter von Starwood Capital hat ein Übernahmeangebot für Teile der österreichischen Immobilen-Unternehmen CA Immo und Immofinanz gelegt. Insider vermuten dahinter einen Putschversuch gegen die Immofinanz und deren CEO Oliver Schumy.

In die österreichische Immobilienszene kommt Bewegung: Der US-Investor Starwood Capital will bei den beiden börsenotierten Immobilienunternehmen CA Immo und Immofinanz einsteigen. Die Luxemburg-Tochter von Starwod hat ein Übernahmeangebot für bis zu 26 Prozent an der CA Immo und bis zu fünf Prozent der Aktien an der Immofinanz vorgelegt. Den Aktionären der CA Immo wird ein Angebotspreis je CA Immo-Aktie (ISIN AT0000641352) von 27,50 Euro cum Dividende angeboten, was bedeutet, dass der Angebotspreis noch um eine allfällige Dividende reduziert wird. Den Aktionären der Immofinanz (ISIN AT0000809058)werden 2,10 Euro pro Aktie geboten.

Die CA-Immo-Aktie notierte vor der Ankündigung an der Wiener Börse bei 26,54 Euro und stieg in de Folge bis Mittag um einen Euro auf die gebotenen 27,50 Euro. Die Immofinanz-Aktie notierte zuletzt bei 2,01 Euro und legte bis Mittag auf die von Starwood gebotenen 2,10 Euro zu. Der Angebotspreis je Immofinanz Aktie versteht sich ebenfalls cum Dividende.

Die Aktien von Immofinanz (li) und CA Immo (re.) zogen in Folge des Übernahmeangebots kräftig an.

Putschversuch gegen Immofinanz?

Insider sehen das Angebot von Starwood Capital als offenen Putschversuch gegen die Immofinanz und ihren CEO Oliver Schumy, der Mitglied des Aufsichtsrats der CA Immo ist. Andere Mitglieder des 14-köpfigen CA-Immo-Kontrollgremiums sind dem Vernehmen nach unzufrieden. Und die noch vom früheren CA-Immo-Großaktionär O1 Group eingesetzten Aufsichtsratsmitglieder Michael Stanton und Richard James Gregson sollen gute Kontakte zu Starwood Capital haben.

Auf den Putsch lässt das im Starwood-Angebot deklarierte Übernhmeziel von 26 Prozent schließen: Die Immofinanz ist aktuell ebenfalls mit 26 Prozent an der CA Immo beteiligt. Starwood Capitals 26-Prozent-Angebot wird daher als Versuch gesehen, die immofinanz wieder aus der CA Immo hinauszudrängen. Oder zumindest den Druck auf die Immofinanz zu erhöhen. Der von Starwood gebotene Kaufpreis von 27,50 Euro je Aktie ist nämlich sehr niedrig und dürfte wohl wenige Aktionäre dazu bewegen, sich von ihren Papieren zu trennen.

Spannend ist die Entwicklung auch in Zusammenhang mit den Ambitionen des Investors Ronny Pecik und des Immobilien-Tycoons René Benko (Signa Group): Pecik ist der größte Aktionär der s Immo (ISIN AT0000652250), die ihrerseits wiederum seit kurzem der größte Aktionär bei der Immofinanz ist und obendrein fünf Prozent an der CA Immo hält.

Signa-Boss René Benko hat eine Kaufoption auf Teile der von Pecik gehaltenen Anteile an der s Immo und obendrein hat das Duo - wie im trend berichtet - die Vision, aus allen drei Gesellschaften eine große Gruppe zu bauen (siehe Artikel: René Benkos nächster Streich).

Starwoods offizielle Pläne

Mit dem Übernahmeangebot will Starwood nach eigenen Angaben keine Komplettübernahmen von CA Immo und Immofinanz erreichen. CA Immo und Immofinanz sollen auch nach Abschluss der beiden Übernahmeangebote weiterhin an der Wiener Börse notieren. "Starwood Capital kann auf eine lange Erfolgsgeschichte von Investitionen in und erfolgreichen Entwicklungen von börsennotierten Gesellschaften zurückblicken und wir meinen, dass unsere finanziellen Ressourcen und unsere Erfahrung als strategische Investoren einen Mehrwert für CA Immo und Immofinanz bringen", wird Starwood-Chef Barry Sternlicht in der Aussendung zitiert.

Die Starwood Capital Group ist eine private Investmentgesellschaft mit Fokus auf Immobilien, Energie, Infrastruktur, Öl und Gas und verwaltet derzeit Assets in Höhe von 56 Milliarden Dollar (45,6 Milliarden Euro). Das 1991 gegründete Unternehmen hat rund 3.700 Mitarbeiter an elf Standorten in vier Ländern.

CA Immo und Immofinanz hatten im Frühjahr 2016 mit Fusionsgesprächen begonnen, um einen großen europäischen Immobilienkonzern zu schaffen. Die Immofinanz brach die Gespräche aber diesen Februar ab und äußerte die Absicht, die bis dahin erworbenen CA-Immo-Anteile wieder verkaufen zu wollen.

Interview
Telekom Austria COO Alejandro Plater (li.) und CEO Thomas Arnoldner

Wirtschaft

"Ein Börsenrückzug ist überhaupt kein Thema"

Alibaba-Gründer zieht Job-Versprechen an Trump zurück

Wirtschaft

Alibaba-Gründer zieht Job-Versprechen an Trump zurück

KMU sind auf dem Stand von "Digitalen Neulingen"

Wirtschaft

KMU sind auf dem Stand von "Digitalen Neulingen"