Immofinanz legt Elf-Millionen-Vergleichsangebot für Anleger vor

Die Immofinanz hat ein Vergleichsangebot für offene Anlegerverfahren ausgearbeitet. Das Angebot für rund 1.230 Anleger, deren geltend gemachte Ansprüche auf das Jahr 2009 zurückgehen, ist knapp elf Millionen Euro schwer. Ursprünglich wurden rund 39 Millionen gefordert.

Immofinanz legt Elf-Millionen-Vergleichsangebot für Anleger vor
Immofinanz legt Elf-Millionen-Vergleichsangebot für Anleger vor

Immofinanz CEO Oliver Schumy will sich mit Anlegern vergleichen.

Die Immofinanz hat mit ihren Rechtsanwaltskanzleien ein Vergleichsangebot für offene Anlegerverfahren ausgearbeitet. Rund 1.230 Anleger, die auf das Jahr 2009 zurückgehende Ansprüche gestellt haben, sollen mit knapp elf Millionen Euro entschädigt werden. Die Anleger hatten in ursprünglich rund 39 Millionen gefordert.

Die von den drei Kanzleien Poduschka, Benedikt Wallner sowie Köb/Reich-Rohrwig vertretenen Anleger werden in den kommenden Wochen entsprechend informiert werden. „Das nun vorliegende Angebot ebnet den Weg für eine faire Lösung – daher stehen wir hinter dem Verhandlungsergebnis“, kommentiert Rechtsanwalt Michael Poduschka die außergerichtliche Lösung. Es vermindere das Risiko für alle Beteiligten. Und vor allem stelle es sicher, dass die geschädigten Anleger sehr bald einen angemessenen Betrag erhalten. Rechtsanwalt Andreas Köb rät seinen seinen Mandanten, das Angebot anzunehmen: „Alle Beteiligten waren an fairen Verhandlungen interessiert und haben einen guten Kompromiss gefunden, der vor allem eines sicherstellt: Unerfahrene Anleger müssen nicht weitere viele Jahre Prozesse führen und bekommen eine faire Quote.“

Vergangenheitsbewältigung

Nach der außergerichtlichen Lösung mit dem Prozessfinanzierer Advofin für mehr als 3.000 Anleger ist der Vergleich auch für die Immofinanz ein weiterer Schritt, um mit der Vergangenheit abzuschließen. Vor allem aber auch, um weitere, womöglich jahrelang andauernde und teure Prozesse zu vermeiden.

Insgesamt sind derzeit beim Handelsgericht Wien sowie beim Bezirksgericht für Handelssachen Wien mehr als 500 Anlegerverfahren (teils Sammelklagen) gegen die Immofinanz AG sowie die ehemalige Immoeast AG (jetzt IMBEA) bzw. die Aviso Zeta AG (vormals Constantia Privatbank AG) anhängig. Durch die mit Advofin erzielte außergerichtliche Lösung sowie durch die nunmehr bekanntgegebenen angestrebten Vergleiche können bis zu 95 Prozent der offenen Verfahren abgeschlossen werden. Für die verbleibenden noch offenen Gerichtsverfahren werden ebenfalls Vergleiche angestrebt.

An der Börse notiert die Immofinanz aktuell bei 2,276 Euro. Ihren Höchstwert hatte die Aktie Anfang Mai 2007 mit 9,76 Euro erreicht. Dem seit dem IPO im Dezember 1994 andauernden stetigen Aufstieg folgte der Absturz ins Nichts. Im Jahr 2008 stürzte die Aktie schließlich binnen weniger Monate auf 0,22 Euro ab (Anfang November 2008). Viele Anleger, die damals in vermeintlich sichere Immobilien-Aktien investiert hatten, verloren dabei einen Großteil ihres Geldes.

Entwicklung der Immofinanz-Aktie seit dem IPO im Dezember 1994. Der 1. November 2008 war der Tag null.