Tschechischer Milliardärs-Sohn erhöht Anteil bei Immofinanz

Mit Patrick Radovan Vitek ist ein neuer Investor bei der Immofinanz Mitte April eingestiegen. Nun hat er seinen Anteil erhöht. Sein Vater ist der zweitreichste Tscheche und besitzt ein Mega-Immobilienimperium. Will er die Immofinanz aufteilen?

Tschechischer Milliardärs-Sohn erhöht Anteil bei Immofinanz

Radovan Vitek (l.) könnte mit seinem vielen Geld Immofinanz-CEO Ronny Pecik das Leben schwer machen.

Wer aktuell bei der Immofinanz das Sagen hat, war wohl noch nie so unklar wie jetzt. Als einigermaßen gesichert gilt lediglich, dass die S Immo 13,4 Prozent am Wettbewerber besitzt. Dann wird es aber schon ziemlich nebulos. 11,2 Prozent befinden sich zwar offiziell im Besitz der RPPK Immo, einer Gesellschaft, die zur Hälfte Immofinanz-CEO Ronny Pecik und seinem slowakischen Geschäftspartner Petr Korbacka gehört.

Doch eigentlich wollte jedenfalls Pecik seinen Anteil an die deutsche Aggregate Gruppe verkaufen. Ob dieser Verkauf gültig zustande gekommen ist, ist nun Gegenstand eines Gerichtsstreits.

Dazu kommt ein von Investor Petrus Advisers eingeleitetes Nachprüfungsverfahren bei der Übernahmekommission, das klären soll, ob Pecik & Co nicht eventuell ein verpflichtendes Übernahmeoffert für die Immofinanz hätten legen müssen.

Vitek stockt Anteil an Immofinanz auf

In dieses Chaos bzw. Machtvakuum stößt nun ein neuer, mächtiger Player, der in Österreich noch weitgehend unbekannt ist. Patrick Radovan Vitek, Sohn des zweitreichsten Tschechen, Radovan Vitek, ist unbemerkt von der breiten Öffentlichkeit vor wenigen Tagen mit 8,4 Prozent bei Immofinanz eingestiegen. Er hat seinem Landsmann Tomas Krsek, der Mitte 2020 eingestiegen war, dessen Anteile abgekauft. In einer tschechischen Zeitung sagte der 23-Jährige dazu nur, dass die Immofinanz aktuell ein interessantes Einstiegsniveau habe.

Am Mittwoch, 19 Mai 2021, hat Vitek Junior nochmals nachgelegt: Er hat seine Beteiligung an Immofinanz auf nun 10,01 Prozent erhöht.

Der Vater des Junginvestors ist mit einem geschätzten Vermögen von knapp fünf Milliarden US-Dollar nicht nur steinreich, er besitzt auch ein riesiges Immobilienimperium. Seinem Unternehmen CPI gehört ein Gewerbeimmobilienportfolio mit einem Wert von mehr als zehn Milliarden Euro und einer Gesamtliquidität von 1,4 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Die gesamte Immofinanz ist an der Börse aktuell 2,2 Milliarden Euro schwer.

Immofinanz - Jahres-Chart

Die Immofinanz-Aktie [ISIN AT0000A21KS2] notierte am Donnerstag [20.5.2021 - 13:15 Uhr] bei 17,93 Euro um 1,101 Prozent höher als am Vortag.

Der "Rüpel-Investor"

Welche Rolle der Tscheche in diesem Immobilienroulette spielen will, lässt sich derzeit nur vermuten. Aber dass Radovan Vitek nicht zimperlich ist, hat er wiederholt bewiesen. In der Schweiz gehört ihm beinahe der gesamte Skiort Crans Montana, wo der als "Rüpel-Investor" bekannte Businessman gerne seine Macht ausspielt und auch mal die Skilifte von einer Minute auf die andere abschalten lässt. In einem Rechtsstreit hat Vitek außerdem kürzlich einen US-Hedgefonds in die Knie gezwungen. Vitek gilt also als beinharter, nicht unbedingt angenehmer Geschäftspartner.

Für Beobachter der Immofinanz könnte Viteks Einstieg eine Wende bedeuten und endlich Klarheit ins Unternehmen bringen. Denn anders als frühere Investoren wie Korbacka oder Norbert Ketterer würde Vitek "richtig" Geld besitzen.



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