Immofinanz-Prozess – Karl Petrikovics: "Mir ist viel klar geworden"

Immofinanz-Prozess – Karl Petrikovics: "Mir ist viel klar geworden"

Vor der noch für heute Abend geplanten Urteilsverkündung im Immofinanz-Prozess kamen am Freitagnachmittag nochmals die drei Angeklagten selbst zu Wort.

Er sei eigentlich froh über die in den letzten Tagen gewonnene Klarheit, sagte der Hauptangeklagte Karl Petrikovics. "Mir ist klar geworden, was mir aufgrund der in den Raum gestellten Vorwürfe bisher nicht klar war", so der Angeklagte.

Er sei eigentlich sehr glücklich gewesen, als er damals von Herbert Turnauer, der noch immer erfolgreichsten österreichischen Nachkriegsunternehmerpersönlichkeit, in das Unternehmen geholt worden war. Er sei dort gut behandelt worden und habe dort sehr viel gelernt. Er habe auch sehr viel geleistet und sei auch sehr gut bezahlt worden, führte Petrikovic aus.

"Von uns wurde höchste Effizienz erwartet und es wurde eine nichtbürokratische Kommunikationsstruktur verlangt, um die Ergebnisse zu erreichen, die von uns erwartet wurden", so der Angeklagte. Damit verbunden gewesen sei, dass an die Grenzen des gesetzlichen gegangen wurde, zum Beispiel bilanztechnischer Natur. "Das war ein Teil meiner Job-Description, das war so gewollt", so Petrikovic.

Dass dies auch seine natürlichen Schattenseiten habe, sei ihm in diesem Verfahren klar geworden. "Damals war das unser Wettbewerbsvorteil". Dieser sei von den Eigentümern, den Anlegern, Investoren und auch den Medien und den Mitarbeitern bejubelt worden.

"Immer zum Vorteil des Unternehmens"

Heutezutage würde er trotz dieser Jubeltöne möglicherweise die Erfahrungen, die er hier gemacht habe, einfließen lassen und es anders sehen. Es stehe außer Zweifel, dass es formale Defizite gegeben habe, dass der Unternehmenserfolg wichtiger gewesen sei, dass er diesen Erfolg, mit dem er sich stark identifiziert habe, zu wichtig genommen habe. "Ich habe immer klar und mit aller Kraft stets für den Vorteil des Unternehmens gearbeitet", so Petrikovics. Er habe 80 bis 90 Stunden die Woche für das Unternehmen gearbeitet. "Genau das wird mir jetzt vorgeworfen, dass ich versucht habe, dadurch Vorteile für das Unternehmen zu erzeugen".

Sämtliche Entscheidungen habe er nach bestem Wissen und Gewissen gefasst. "Ich hoffe, dass diese Tatsache im Zuge des Verfahrens deutlich geworden ist. Ich bin zuversichtlich, dass das was wir hier dargestellt haben, auch in Ihre Entscheidung einfließen wird", so der Angeklagte zum Schöffengericht. "Ich sehe mich nicht als Sonnengott."

"Ich hätte nie rechtswidrigen Handlungen des Vorstandes der Bank oder der Immofinanz-Gruppe zugestimmt, wenn ich Verdacht geschöpft hätte", so der Angeklagte Helmut Schwager. Das hätte er sofort abgestellt. "Ich fühle mich in der ganzen Angelegenheit unschuldig und bin unschuldig", betonte Schwager.

Er sei ein Mensch des Vertrauens, und dieses Vertrauen sei teilweise missbraucht und getäuscht worden. "Ich würde mich heute nicht mehr darauf einlassen, habe heute eine anderer Wahrnehmung. Dieses Vertrauen wurde einfach enttäuscht", so Thornton.

Anschließend unterbrach die Richterin die Verhandlung bis zur geplanten Urteilsverkündung um 18.30 Uhr.

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