Ungarn krempelt Steuern für ausländische Immobilienbesitzer um

Auch bei der Umsatz- und der Vorsteuer gibt es Neuerungen. Was die Umsatzsteuer von periodisch wiederkehrenden Leistungen betrifft, ändert sich der Zeitpunkt der Steuerpflicht. Vorsteuern kann man erstmals auch für vermögenswerte Rechte wie Lizenzen, Markenwerte oder Urheberrechte geltend machen.

Ungarn krempelt Steuern für ausländische Immobilienbesitzer um

Ungarn hat 2014 zahlreiche neue Steuerregeln eingeführt. Einer der wichtigsten: Eine neue steuerliche Berechnungsmethode, wann ein Unternehmen als Immobiliengesellschaft gilt.

Neue Bemessungsgrundlage bei Verkäufen von Immo-Beteiligungen ausländischer Eigentümer

Veräußerungen ausländischer Eigentümer von Beteiligungen an ungarischen Immobiliengesellschaften unterliegen der 19%igen Körperschaftsteuer. Allerdings nur wenn kein Doppelbesteuerungsabkommen vorliegt bzw. das Ungarn-Abkommen das Besteuerungsrecht zuweist. Neu ist jedoch die steuerliche Berechnungsmethode wann ein Unternehmen als Immobiliengesellschaft gilt. Bisher galten Immobiliengesellschaften als solche, wenn der Marktwert der Immobilien 75 Prozent des gesamten Vermögens übersteigt. Nun wird der Buchwert zur Beurteilung der 75%-Grenze herangezogen.

Steuerpflicht bei Beteiligung an einem ungarischen Unternehmen mit Grundbesitz eingegrenzt

Grundsätzlich ist der Erwerb von ungarischen Immobilien bzw der Anteilserwerb an Gesellschaften, in deren Eigentum sich Immobilien befinden, grunderwerbsteuerpflichtig. Ausnahmen bestehen für verbundene Unternehmen und Umgründungen. Seit 2014 ist jedoch eine Befreiung von der Grunderwerbssteuer für ausländische Erwerber nur möglich, wenn der ausländische Körperschaftsteuersatz mindestens zehn Prozent beträgt und der Gewinn aus dem Beteiligungsverkauf im Staat, in dem der Erwerber ansässig ist (Ansässigkeitsstaat), mit mindestens zehn Prozent besteuert wird.

Firmen, die bereits mehrere Immobilien besitzen, müssen nun bei weiteren Immobilienzukäufen, Steuern zahlen

Wenn bisher Beteiligung an einem ungarischen Unternehmen mit Grundvermögen erworben wurden, waren Unternehmen bisher nur dann steuerpflichtig, wenn deren Haupttätigkeit laut Firmenregister Generalunternehmer, Gebäudebau, Immobilienvermietung, Immobilienbetreibung oder Immobilienverkauf war. Seit 2014 sind die Registereintragungen nicht mehr maßgeblich. Die Steuerpflicht entsteht nun, wenn der Buchwert der Immobilie mindestens 75% des Anlagevermögens der erworbenen Gesellschaft entspricht.

Umsatzsteuerpflicht entsteht nach bestimmter Periode

Bei der Umsatzsteuer ändert sich für wiederkehrende Leistungen der Steuerpflicht. Bisher entstand die Umsatzsteuerpflicht für Rechnungen von periodisch wiederkehrenden Leistungen, etwa aus Vermietung von Immobilien mit Fälligkeit. Laut der neuen Regelung entsteht die Steuerpflicht bei Verrechnungsperioden, die nach dem 30. Juni 2014 beginnen, mit dem letzten Tag der maßgeblichen Periode.

Vorsteuerberichtigung erstmals auch für vermögenswerte Rechte wie das Urheberrecht und Firmenwerte

Die Bestimmungen für die Vorsteuer wurden verschärft. Denn der Umfang der erforderlichen Vorsteuerberichtigungen erweitert. Bisher waren Vorsteuerberichtigungen bei Immobilien im Zeitraum von 240 Monaten durchzuführen, andere bewegliche Sachanlagen binnen 60 Monaten. Berichtigungen müssen nun auch für Rechte mit Vermögenswert deren Nutzungsdauer zwölf Monate übersteigt, durchgeführt werden. Als vermögenswerte Rechte gelten etwa Lizenzen, Patente, Firmenwert, Markennamen, Urheberrecht und ähnliche immaterielle Güter, denen man einen materiellen Wert zugesteht.

Gewinne aus Verkäufen von Beteiligungen unter bestimmten Voraussetzungen von Körperschaftssteuer befreit

Die maßgeblichen Grenzen für eine sogenannte „offengelegte Beteiligung" wurden erweitert. Werden Gesellschaftsanteile von zumindest zehn Prozent erworben und ist der Gesellschafter mindestens ein Jahr durchgehend am Unternehmen beteiligt, so ist der Gewinn aus dem Beteiligungsverkauf von der Körperschaftsteuer steuerfrei. Vorausgesetzt der Kauf der Beteiligung wurde den Finanzbehörden innerhalb von 75 Tagen gemeldet.

Jahresabschlüsse können nach entsprechender Änderung der Gründungsurkunde bzw. der Bilanzierungsmethoden auch in USD erstellt werden.

Weitere Infos zu dem Thema erhalten Sie unter:
Steuerliche Änderungen in Ungarn 2014