Steuerspartipps für Immobilienbesitzer und Käufer

Welche steuerlichen Investitionen 2014 für Immobilienbesitzer noch sinnvoll sind, wie man den Gewinnfreibetrag am besten nützt, wann niedrige Gebührensätze für Grundbucheintragungen gelten und wann diese gar nichts kosten. Warum die Grunderwerbssteuer nicht teuer sein muss und was sich dabei für Immobilienstiftungen geändert hat.

Thema: Steuertipps
Wer Grund und Boden übertragen bekommt, muss zunächst Steuern für den Grunderwerb zahlen. Dafür wurden zahlreiche Regelungen eingeführt.

Wer Grund und Boden übertragen bekommt, muss zunächst Steuern für den Grunderwerb zahlen. Dafür wurden zahlreiche Regelungen eingeführt.

Der Immobilienmarkt boomt. Die Preise steigen in lichte Höhen. Die Möglichkeiten beim Kauf oder danach Steuern zu sparen, sind für Immobilienkäufer und -besitzer begrenzt. Doch wer es richtig macht, kann viel Geld sparen.

Selbst zu Jahresende können Immobilienbesitzer ihre Steuerlast noch rasch drücken. So ist bei Investitionen in Immobilien und deren Inbetriebnahme bis 31. Dezember 2014 ist noch eine Halbjahresabschreibung möglich. "Tätigen Sie Vorauszahlungen auf laufende Reparaturen, die bis ins kommende Jahr reichen. Diese können Sie noch heuer absetzen", rät Karin Fuhrmann, Steuerberaterin und Immobilienexpertin bei TPA Horwath.

Natürliche Personen können beim Gewinnfreibetrag auch

  • betriebliche Investitionen für Baumaßnahmen für Gebäude absetzen.
  • Investitionen für ein Gebäude, die man als Mieter getätigt hat, können ebenfalls geltend gemacht werden.

Durch Investitionen Gewinnfreibetrag nutzen

Um Investitionen in Gebäude decken zu können, kann man dafür den investitionsbedingten Gewinnfreibetrag geltend machen. Allerdings nur dann, wenn die Baumaßnahme erst nach dem 31. Dezember 2008 begonnen wurden.
Die Höhe des maximalen Gewinnfreibetrags wurde jedoch 2013 eingeschränkt. „Bei höheren Gewinnen kann man Steuern sparen, indem man den Betrieb rückwirkend in eine GmbH einbringt“, erläutert Gottfried Sulz, Steuerberater, Partner und Rechtsformexperte bei TPA Horwath.

Eintragung ins Grundbuch wurden teurer – aber nicht in allen Fällen

Die Gebühren für Grundbuchseintragungen sind seit Anfang 2013 regelmäßig angehoben worden. So wird die Grundbuchseintragungsgebühr in Höhe von 1,1 Prozent nun vom Verkehrswert bemessen, meist sogar bei unentgeltlichen Übertragungen.

Wann niedrigere Kosten für Grundbuchseintragung gelten

Doch der Staat macht Ausnahmen, wenn es um die Gebühren für Grundbuchseintragungen geht.

  • Bei unentgeltlichen und entgeltlichen Übertragungen innerhalb der Familie wird die Gebühr nur vom deutlich niedrigen dreifachen Einheitswert bemessen und beträgt maximal 30 Prozent des Verkehrswerts.
  • Diese Regelung gilt auch für Lebensgefährten, die im gemeinsamen Hauptwohnsitz leben, und
  • bei Unternehmensumgründungen und bei Erwerbungen zwischen Gesellschafter und Gesellschaft.
  • In Einzelfällen kann die Gebühr auch bei Schenkung außerhalb der genannten Ausnahmen niedriger sein; allerdings nur, wenn sich der Schenker das Recht auf den Fruchtgenuss vorbehält. "Dabei ist jedoch stets auf die Gesamtsteuerbelastung einschließlich Grunderwerbsteuer, Immobilienertragsteuer und Umsatzsteuer zu achten", warnt Sulz.

Teurer geworden sind dagegen Betriebsübergaben außerhalb der Familie oder Stiftung von Immobilien.

Grunderwerbsteuer muss nicht immer teurer sein

Nachdem der Verfassungsgerichtshof bereits 2012 Teile des Grunderwerbsteuergesetzes als verfassungswidrig aufgehoben hat, wurde das Gesetz neu geregelt. In dessen Folge wurde am 1. Juni 2014 die Grunderwerbsteuer angehoben.
Die Grunderwerbsteuer orientiert sich an der Neuregelung der Grundbucheintragungsgebühr, wonach nun die Grunderwerbsteuer grundsätzlich vom Verkehrswert der Immobilie bzw. an der höheren Gegenleistung bemessen wird.

Wann niedrigere Einheitswerte gelten

Aus steuerlicher Sicht günstiger kommt die Übertragung von Immobilien und die Übertragung und Umgründung von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken.
Bei Umgründungen mit Immobilien bleibt die Bemessungsgrundlage für die Grunderwerbsteuer 3,5 Prozent wie bisher häufig beim zweifachen Einheitswert.

Noch günstiger kommen Umgründungen von land- und forstwirtschaftlichen Grundstücken. Für diese gilt ab 1. Jänner 2015 als Bemessungsgrundlage der einfache Einheitswert.

Wann gar keine Grunderwerbsteuer anfällt

Es kann auch ohne Grunderwerbsteuer gehen. Werden Grundstücke bei Übertragung eines Betriebes, Teilbetriebes oder Mitunternehmeranteiles von einer natürlichen Person unentgeltlich erworben, kann für die Grunderwerbsteuer unter bestimmten Voraussetzungen ein Freibetrag von bis zu 365.000 Euro geltend gemacht werden.

Was beim Stiften von Liegenschaften zu beachten ist

Unentgeltliche Zuwendungen von inländischen Grundstücken an Stiftungen unterliegen der Grunderwerbsteuer in Höhe von 3,5 Prozent des Verkehrswerts und einem Stiftungseingangssteueräquivalent von 2,5 Prozent. Dieses wird seit dem 1. Juni 2014 ebenfalls vom Verkehrswert bemessen. Stiftungseingangssteuer fällt bei der Zuwendung von Immobilien keine mehr an. Zusätzlich wird noch die 1,1%ige Grundbuchseintragungsgebühr vom Verkehrswert eingehoben.

Die Stiftung einer ausländischen Immobilie an eine österreichische Privatstiftung unterliegt keiner österreichischen Eingangsbesteuerung mehr.