Einkommensteuer: Die Neuerungen für Firmen, Selbstständige, Immobesitzer & Ausländer

Die Finanz hält für Einkommenssteuerzahler 2015 wieder zahlreiche Änderungen parat, meist in Form von Steuererhöhungen.

Die Finanz hält für Einkommenssteuerzahler 2015 wieder zahlreiche Änderungen parat, meist in Form von Steuererhöhungen.

Wer die Einkommenssteuer-Erklärung für 2014 abgibt, muss zahlreiche Änderungen beachten. ARGES, Einnahmen-Ausgaben-Rechner, Immobilienbesitzer und Ausländer mit Kapitalerträgen in Österreich, sind mit teils verschärften Bedingungen konfrontiert.

Das 2. Abgabenänderungsgesetz 2014 sieht einige Änderungen vor, die zum Teil schon für die Veranlagung 2014 gelten. TPA Horwath hat die Details für Sie im Überblick:

Arbeitsgemeinschaften (ARGE) unterliegen nun Feststellungsverfahren

Ab einem Auftragswert von netto 700.000 Euro müssen sich Arbeitsgemeinschaften mit Auftragserteilung ab dem 1.1. 2015 immer einem einheitlichen ertragsteuerlichen Feststellungsverfahren unterziehen, selbst wenn die ARGE nur auf einen einzigen Werkvertrag (Werklieferungsvertrag) beschränkt ist. In einem Feststellungsverfahren werden die Grundlagen der Besteuerung festgelegt, nicht jedoch die Höhe der Steuer selbst.

Nur noch Grundstücke, Gold oder Silber bei Ausscheiden aus dem Betrieb absetzbar

Auch für Einnahmen-Ausgaben-Rechner gibt es mit 1.1. 2015 eine Erleichterung bei den steuerlichen Bestimmungen. Bisher durften sämtliche Wirtschaftsgüter des Umlaufvermögens, die keinem ständigen Wertverzehr unterliegen, erst beim Ausscheiden aus dem Betriebsvermögen steuerlich abgesetzt werden. Diese Regelung gilt nun nur noch für wenige Ausnahmen. So sind Anschaffungen, die im Jahr 2014 und später erfolgten, nur noch dann beim Ausscheiden aus dem Betrieb steuerlich geltend zu machen, wenn es sich bei diesen Gütern, um
– Grundstücke oder
– Gold, Silber, Platin oder Palladium (außer bei unmittelbarer Weiterverarbeitung) handelt.
Vor dem 1.1.2014 angeschaffte andere Wirtschaftsgüter müssen nun zwingend 2014 steuerlich abgesetzt werden und nicht erst bei Ausscheiden.

Entnahme von begünstigt besteuerten, nicht entnommenen Gewinnen nach 7 Jahren

Die bisherige Praxis von begünstigt besteuerten Gewinnen wird gesetzlich verankert. Das bedeutet, dass eine Nachversteuerung nur dann erfolgt, wenn die Bindungsfrist für nicht entnommene Gewinne von sieben Jahren nicht eingehalten wird. Die Möglichkeit der Nachversteuerung läuft mit Ende des Jahres 2016 aus, da die Begünstigung letztmalig bei der Veranlagung 2009 in Anspruch genommen werden konnte.

Immobilienertragsteuer I: Hauptwohnsitz von Steuer befreit

Die Immobilienertragsteuer für Immobilien, die als Hauptwohnsitz dienen, wird geändert. Um in den Genuss dieser Steuererleichterung zu kommen, ist die durchgehende Nutzung als Hauptwohnsitz erforderlich. Das bedeutet: Die Immobilie muss grundsätzlich von der Anschaffung bis zur Veräußerung vom Besitzer durchgehend für zwei Jahre bewohnt sein. Für Häuselbauer, die unbebauten Grund und Boden erwerben, gilt das Gebäude erst nach dessen Fertigstellung als Hauptwohnsitz. Werden alle Voraussetzungen erfüllt, ist bei späterem Verkauf sowohl das Gebäude als auch Grund und Boden von der Immobilienertragsteuer befreit.

Immobilienertragsteuer II: Pauschale Besteuerung für umgewidmete Immobilien wird erhoben bzw. erhöht.

Die Regelungen für die pauschale Besteuerung von Immobilien, die ab dem 1.1.1988 umgewidmet wurden (bisher de facto-Besteuerung von 15%) sollen verschärft werden.
In folgenden Fällen soll die Steuer im Sinne eines steuerlich „rückwirkenden Ereignisses“ nachträglich erhöht bzw. erhoben werden:
- Wenn die Umwidmung innerhalb von fünf Jahren nach einer Veräußerung ab dem 1.1. 2015 erfolgt und mit dieser in wirtschaftlichem Zusammenhang steht, oder
- wenn die Umwidmung ab 1.1. 2015 erfolgt ist und dies im Rahmen einer Besserungsvereinbarung zu einer nachträglichen Erhöhung des Kaufpreises führt.

Lohnsteuerabzug bei Zahlungen an Dritte

Künftig sollen auch Zahlungen, die im Rahmen eines Dienstverhältnisses von einem Dritten an den Arbeitnehmer geleistet werden, der Lohnsteuerabzugsverpflichtung durch den Arbeitgeber unterliegen. Vorausgesetzt der Arbeitgeber weiß oder muss wissen, dass es solche Vergütungen gibt (Stichwort „Verkürzung des Zahlungsweges“).

Kapitalerträge von Ausländern werden besteuert

Ab 1.1. 2015 wird die Steuerpflicht auf Zinserträge für Steuerausländer ausgeweitet. Zinsen aus Bankeinlagen von Nicht-EU-Ausländern sind nun der Kapitalertragsteuer unterworfen („Russen-KESt“). Die KESt-Pflicht bleibt jedoch auf natürliche Personen beschränkt, steuerpflichtige Körperschaften sind somit nicht betroffen. Weiters gelten nun besondere Regelungen für Investmentfonds, die nun die einbehaltene KESt erst spätestens am 15.2. des Folgejahres abführen müssen und nicht wie bisher monatlich.

Fruchtgenussrecht: So sichern Sie sich Einfluss und Einnahmen

Steuertipps

Fruchtgenussrecht: So sichern Sie sich Einfluss und Einnahmen

Start-ups

Steuern sparen für Anfänger: Zehn Tipps für Start-ups

Steuern

Brutto-Netto-Entlastungsrechner: Das bringt die Steuerreform 2016