Maculan mit Immo-Projekt in der Ukraine:
Kiew Airport City braucht 600 Millionen Euro

Comeback des einst schillernden Unternehmers: Alexander Maculan investiert in ein gigantisches Immo-Projekt in der Ukraine.

Alexander Maculan lässt sich seit kurzem wieder auffällig oft in der Wiener High Sciety blicken. Der seit mehreren Jahren äußerst öffentlichkeitsscheue Bauunternehmer zelebrierte beispielsweise vergangene Woche mit Ludwig Scharinger und der Wirtschafts­prominenz des Landes das traditionelle Sommerfest der Raiffeisen Landesbank OÖ in der Wiener Albertina, diese Woche feierte Maculan im Kreise einiger Freunde seinen 67. Geburtstag.
Die Rückkehr aufs gesellschaftliche Parkett ist nicht zufällig. Mitte Juni wurde der Konkurs der Maculan-Gruppe, die 1996 mit mehreren hundert Millionen Euro in die Insolvenz geschlittert war und nach dem Konsum zu Österreichs zweitgrößter Pleite mutierte, endgültig abgeschlossen.

Befreit von alten Belastungen startet nun auch Maculan selbst sein Comeback als Entrepreneur. Ganz still war es nach der Pleite zwar nie um den ehemaligen Tycoon – er beteiligte sich etwa an einem un­garischen Garagenbetreiber –, doch erst jetzt erreichen Maculans unternehmerische Aktivitäten wieder gewichtige Ausmaße: Wie FORMAT erfuhr, investiert er mit einer Gruppe heimischer Unternehmer, darunter der oberösterreichischen Schotter-Familie Asamer, in ein gigantisches Immobilienprojekt in der Ukraine. ­Maculan übernimmt dabei die Projektabwicklung und ist selbst mit einigen Prozent beteiligt. Gleichzeitig gibt es auch Über­legungen betreffend einen Börsengang ­seiner russischen Handelsfirmen, an de-nen auch Wirtschaftskammerpräsident Christoph Leitl beteiligt ist. Maculan, kryptisch: „Ich habe viele neue Pläne.“

600 Millionen Euro Investment für das Kiew Airport Center. Der Flughafen Bo­ryspil der ukrainischen Hauptstadt Kiew liegt gut dreißig Kilometer östlich des Stadt­zentrums und ist durch eine brandneue Autobahn mit der City verbunden. Genau an dieser Straße, nahe dem neuen Terminal D, wollen die österreichischen Investoren gemeinsam mit der ukrainischen Immobilienfirma Deol-Partners, die zu vierzig Prozent beteiligt ist, auf acht Hektar die „Kiew Airport City“ errichten – einen Komplex mit Hotels, Büros und Geschäften. Gesamtvolumen: 600 Millionen Euro. Maculan: „Rechtzeitig für die Fußballeuropameisterschaft 2012 soll das Projekt fertig gestellt sein. Demnächst be­ginnen wir mit der Suche nach Investoren, die uns begleiten.“
Geplant sind ein Dreisterne- sowie ein Fünfsternehotel, die später von internationalen Hotelketten betrieben werden sollen. Außerdem sollen 14.400 Quadratmeter Shoppingcenter und 130.000 Quadratmeter Bürofläche errichtet werden. Zum Vergleich: Der Wiener Millennium Tower, Österreichs größter Wolkenkratzer, hat nur 47.200 Quadratmeter Bruttogeschoß­fläche. Bereits im Frühjahr soll mit dem Bau begonnen werden, gleichzeitig will man auch die Mieter suchten. „Wir bemerken ein großes Interesse unter der potenziellen Klientel. Unser Ziel ist es, Reisende mit Unterkünften und Shoppingmöglichkeiten zu versorgen“, erklärt Deol-Partners-Managerin Liliya Kovalchuk.

Knackpunkt Genehmigungen. Derzeit ist das Projekt in einer kritischen Phase: Den Investoren fehlen noch Genehmi­gungen, um mit dem Bau beginnen zu ­können. Das kann in der Ukraine heikel sein: Kürzlich wollte der Schwiegersohn des ehe­maligen Präsidenten Leonid Kutschma in derselben Region ein ähnliches Immobi­lienprojekt auf die Beine stellen. Im letzten Moment wurde es von der Stadt abgedreht. „Wir sind zuversichtlich, dass wir die Erlaubnis bekommen“, sagt Kovalchuk.

Alexander Maculan ist in Kiew ohnehin ein alter Hase. Im Zentrum an einer pro­minenten Einkaufsstraße befindet sich das „Maculan-Haus“, das sogar in der Alltagssprache der Ukrainer so genannt wird. 1992 errichtete er das Bürohaus, das heute Raiffeisen gehört. Es war das erste Officegebäude, das von Ausländern gebaut ­wurde. Damals wie heute ist die Ukraine wegen der im Vergleich zu anderen Ländern noch hohen Renditen eine Goldgrube für Investoren. Indes hat Maculan auch mit seinen anderen Firmen Großes vor: 1999 gründete er die Holzhandelsfirma Tamak so­wie das Dämmstoffunternehmen Isoroc, die gemeinsam rund hundert Millionen Euro Umsatz machen und vor allem in Russland aktiv sind. An beiden Gesellschaften ist seit zwei Jahren auch Chris­toph Leitl beteiligt. „Die Börse ist eine Option für uns“, bekennt Stefan Leitl, Sohn von Christoph Leitl und Chef der Tamak. Wann das sein könnte, will er allerdings nicht sagen.

Von Barbara Nothegger

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