S Immo: Corona lässt Immobewertungen schrumpfen

Corona setzt auch der Immobranche zu. Bei der S Immo sind etwa Erlöse im Bereich Hotel halbiert. Immos in Osteuropa mussten merklich abgewertet werden, solche in Deutschland wurden dagegen sogar aufgewertet. Die Aussichten für 2021 sind aber optimistisch, speziell was die Preisentwicklung von Wohnimmobilien betrifft.

S Immo: Corona lässt Immobewertungen schrumpfen

S Immo hat neben Immos in Österreich und Deutschland auch Immobilien in Bratislava (siehe Bild) und anderen ausgewählten Standorten im Osten.

Die S Immo hat sich im ersten Halbjahr, trotz Krise, recht gut geschlagen. "Die Monate April und Mai brachten zwar zum Teil massive Einbußen, trotzdem haben wir in Summe ein positives Ergebnis erreicht und arbeiten daran, die Auswirkungen der Krise so gering wie möglich zu halten. Wir gehen davon aus, dass die größten Einbrüche hinter uns liegen und wir im zweiten Halbjahr eine schrittweise Erholung sehen werden", so Ernst Vejdovszky, Vorstandsvorsitzender der S Immo. Insgesamt sind im ersten Halbjahr die Mieterlöse sind sogar leicht auf 60,6 Millionen Euro gestiegen, nur die Erlöse aus Bewirtschaftung von Hotels sind um mehr als die Hälfte eingebrochen.

COVID-19 trifft Erlöse aus Hotel und Handel
Durch COVID-19 war das Unternehmen sowohl bei den Erlösen der Bereiche Hotel als auch im Bereich Handel im ersten Halbjahr stark betroffen. Die Gesamterlöse im ersten Halbjahr verzeichneten damit, trotz leichtem Anstieg der Mieterlöse einen Rückgang von rund 13 Prozent gegenüber dem Vergleichszeitraum und betrugen 87,8 Millionen Euro. Ein Teil der ausgefallenen Erlöse konnte jedoch durch die Senkung des Aufwands der Hotelbewirtschaftung wettgemacht werden konnte.

Die negativen Auswirkungen von COVID-19 haben jedoch unter anderem zu deutlich erhöhten Wertberichtigungen auf Forderungen geführt, sodass sich der Aufwand für Wertberichtigungen beziehungsweise Abschreibungen von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen auf 3,4 Millionen Euro verschlechterte. Im ersten Halbjahr 2019 war es nicht einmal eine halbe Million Euro. Das Risiko, dass Forderungen nicht gezahlt werden, ist also deutlich gestiegen.

Immobilienbewertung eingebrochen
Corona wirkt sich auch merklich auf den Wert der Immobilien der S Immo aus. So gab es im ersten Halbjahr einen deutlichen Rückgang bei den Immobilienbewertungen. Das Ergebnis sank von 134,1 Millionen Euro im Vorjahreshalbjahr auf 10,2 Millionen Euro in den ersten sechs Monaten 2020. Das Management zeigt sich aber froh, dass es insgesamt positiv ausgefallen ist.

Der Rückgang des Bruttoergebnisses von 52,7 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 45,7 Millionen Euro hielt sich jedoch in verhältnismäßig engen Grenzen. "Das ist auf die großen Anstrengungen unseres Asset Managements und strenges Kostenmanagement zurückzuführen", so Friedrich Wachernig, Vorstand der S Immo.

Es gab auch mehrere Immotransaktionen, die das Bruttoergebnis aus Veräußerungen im Vergleich zum ersten Halbjahr des Vorjahres von 6,5 Millionen Euro auf 40,6 Millionen Euro steigen ließen.

Überschuss deutlich gesunken, wenn auch positiv
Das Finanzergebnis hat jedoch mit -21,8 Millionen deutlich ins Minus gedreht, nach einem Minus von 2,5 Millionen Euro im ersten Halbjahr 2019. Die Dividenden aus den Beteiligungen an der CA IMMO und der Immofinanz sind auf Grund der Verschiebungen der Hauptversammlungen nicht wie bisher im zweiten Quartal eingegangen, sondern werden erst für das zweite Halbjahr erwartet. Der Gesamtsteueraufwand verbesserte sich auf -3,9 Millionen Euro. Noch im Vorjahreszeitraum waren es fast -23 Millionen Euro. Damit ergab sich für das erste Halbjahr 2020 trotz der Coronakrise ein Periodenüberschuss von 16,1 Millionen Euro, wenn im Vorjahreszeitraum auch ein Überschuss von fast 150 Millionen Euro herausschaute. Das Ergebnis je Aktie betrug somit 0,22 Euro, nach 2,23 Euro im 1. Hj. 2019.

Aktie laut Analysten mit Kurspotential
Die Aktie der S Immo (ISIN: AT0000652250) ist im ersten Halbjahr um gut 28,4 Prozent eingebrochen, liegt damit aber einen Hauch über der Kursentwicklung des ATX von - 29,50 Prozent und des Immoindex IATX von 29,1 Prozent. Der EPRA-NAV von EUR 23,8 je Aktie und das durchschnittliche Analysten-Kursziel von 20,5 Euro liegen jedoch deutlich über dem aktuellen Kurs
von 15,96 Euro.

Prognosen und Pläne für 2021
Im aktuellen Umfeld bleiben Prognosen laut Management schwer. Dennoch ist die Annahme des Managements, dass im ersten Quartal 2021 mehrere getestete Impfstoffe und verschiedene Behandlungsmethoden vorliegen werden, wodurch die Konjunktur positiv beeinflusst werden würde. Auf Basis dieses Szenarios geht das Unternehmen davon aus, dass der langjährige Aufwärtstrend ab 2021 wieder fortgesetzt werden wird. Dazu gehören Investitionen genauso wie Projektentwicklungen und Pläne für den Kauf neuer Grundstücke, wie etwa rund um Berlin.

Büroimmos halten sich gut - Wohnimmos: Preise könnten steigen
Gleichzeitig fasst man auch ins Auge sich kurzfristig bietende Chancen zu nutzen. Friedrich Wachernig, Vorstand der S IMMO AG, ist zuversichtlich: "Wir haben eine starke Eigenkapitalquote, ein gutes Team und die richtigen Immobilien - ideale Voraussetzungen, um auch herausfordernde Zeiten zu meistern." Die aktuelle Situation zeige, dass das diversifizierte Portfolio große Vorteile mit sich bringe. Während das Hotelsegment wohl noch länger brauchen wird, um das Vorkrisenniveau zu erreichen, sieht Wachernig im Bürobereich kaum Einschränkungen. Bei Wohnimmobilien - die immerhin 30 Prozent unseres Portfolios und den überwiegenden Anteil unserer Landbank ausmachen - halten wir sogar ein steigendes Preisniveau für möglich. Wir blicken zuversichtlich in die Zukunft. Auch diese Krise wird vorübergehen."

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