"Die Immofinanz-Aktie müsste jetzt schon im zweistelligen Euro-Bereich notieren"

"Die Immofinanz-Aktie müsste jetzt schon im zweistelligen Euro-Bereich notieren"

FORMAT: Die Aktienkurse österreichischer Immo-Werte stecken einfach fest. Anleger scheinen bei heimischen Immobilien-Aktien weder Sparprogramme noch den hohen Abschlag der Kurse zum inneren Wert zu honorieren. Sind Sie sauer, weil sich auch Ihre Anstrengungen bei der Immofinanz nicht im Kurs widerspiegeln?

Eduard Zehetner: Nein, das ärgert mich nicht. Aber natürlich müssten Immofinanz-Papiere eigentlich jetzt schon im zweistelligen Euro-Bereich notieren. Der Grund, warum das nicht so ist, liegt aber weniger bei den Investoren, sondern an der globalen wirtschaftlichen Lage. Da habe ich leider keinen Einfluss drauf. Ich kann weder die EU reformieren, noch die Probleme in Spanien und Griechenland lösen. Daher müssen wir geduldig sein.

Sie planen ein Aktienrückkaufprogramm in Höhe von 50 Millionen Euro. Wird das dazu beitragen, dass der Kurs der Immofinanz steigt?

Zehetner: Nein, da wird es keine markanten Auswirkungen geben. Ich habe mich dafür entschieden, weil sich einige Aktionäre ein Aktienrückkaufprogramm statt einer Dividende gewünscht haben. Das verstehe ich zwar nicht, aber um alle Aktionäre glücklich zu machen, haben wir die Dividende um fünf Cent gekürzt und kaufen damit Aktien zurück.

Glauben Sie nicht, dass Sie damit vor allem Kleinaktionäre, die wegen der relativ hohen Dividende bei Immofinanz-Aktien zugeschlagen haben, verärgern?

Zehetner: Nein. Für viele Investoren gilt ein Aktienrückkaufprogramm als Allheilmittel. Den Großteil der zurückgekauften Papiere müssen wir einziehen, weil wir nicht mehr als zehn Prozent eigene Aktien halten dürfen und aktuell bei 9,4 Prozent liegen.

Warren Buffett sagt, dass er nur in Konzerne investiert, deren Geschäftsmodell er versteht. Ist das Business der Immofinanz für Investoren zu undurchsichtig?

Zehetner: Nein. Unser Immobiliengeschäft ist relativ simpel. Wir entwickeln eine Immobilie und verkaufen sie dann wieder. Dabei ist es wichtig, dass wir einen Development-Profit erzielen. Objekte, die man nicht verkauft, sollten voll vermietet sein. Und wenn man der Meinung ist, dass die Preise für Immobilien in absehbarer Zeit nicht mehr steigen, ist es Zeit, sich von den Objekten zu trennen. Dann nehmen wir das Geld und fangen das Spiel wieder von vorne an.

Wie viele Immobilien stehen momentan zum Verkauf?

Zehetner: Alle, das sind 1.822 Objekte.

Warum wollen Sie eigentlich die Buwog loswerden? Eignen sich Wohnungsimmobilien nicht besonders gut dazu, das stark bürolastige Geschäft zu diversifizieren?

Zehetner: Immobilieninvestoren lieben einfache Geschäftsmodelle. Der Grund dafür ist, dass Anleger Immobilien in Klassen beurteilen wollen. Da tun sie sich bei uns anscheinend schwer, weil unser Portfolio Büros, Wohnungen und Einkaufscenter umfasst und eher mit einem Gemischtwarenhandel vergleichbar ist. Ich habe überhaupt nichts gegen Wohnungsimmobilien. Aber wenn der Markt hier Schwierigkeiten hat, muss man sich eben anpassen.

Wie viel müsste man Ihnen bieten, damit Sie die Buwog hergeben?

Zehetner: Das Angebot müsste gute zehn Prozent über dem inneren Wert von 2,6 Milliarden Euro liegen.

Wie lange werden Sie selbst noch Chef der Immofinanz bleiben?

Zehetner: Mein letzter Arbeitstag wird der 30. November 2014 sein.

Zur Person: Eduard Zehetner, 60, lenkt seit drei Jahren die Geschicke des Immobilienentwicklers Immofinanz. Davor war der studierte Ökonom unter anderem Vorstand beim Feuerfestkonzern RHI (2001 bis 2007), CEO von Jet- 2Web Internet Services (2000 bis 2001) sowie Geschäftsführer des Finanzbereichs von Connect Austria (1997 bis 2000).

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