Der Salzburger al-Wazzan

Der jüngere Bruder, Haythem al-Wazzan, aus der irakischstämmigen Unternehmerfamilie ist in spektakuläre Immobilienprojekte in der Mozartstadt involviert.

Sein Bruder sei ein richtiger "Schöngeist“, der vor einer Immobilie stehe und sich sofort eine wunderbare Inneneinrichtung vorstellen könne, charakterisiert Jamal al-Wazzan den um zwei Jahre jüngeren Haythem al-Wazzan, der in Salzburg tätig ist.

Sicher ist: Beide haben das Handelsgeschäft im Blut, und es ist ihnen mehr gemeinsam als bloß "die Gene und die Frisur“, wie Rakesh Sardana ironisch meint. Jene Dinge, die Haythem al-Wazzan ins Visier nimmt, verraten aber tatsächlich einen stärkeren Hang zu Ästhetik: etwa die prächtige, aus dem 17. Jahrhundert stammende Emsburg in Hellbrunn (Foto Mitte), die er vor zwei Jahren von den Halleiner Schulschwestern um kolportierte 20 Millionen Euro gekauft hat, oder sein wohl bekanntestes Projekt, das Hotel Stein mit der edlen Terrasse am Gisela-Kai (Foto unten), das er vor über zehn Jahren erworben und komplett erneuert hat.

Nach durchaus rivalenhaften Brüderjahren im Osten, anfangs als Stefanel-Franchisenehmer, arbeitete Haythem sich in der Mozartstadt ebenso erfolgreich an die wirtschaftliche und gesellschaftliche Spitze wie der große Bruder in der Bundeshauptstadt. Die Firmen wurden feinsäuberlich getrennt, einzig bei einem gescheiterten Wachsfigurenmuseum in der Getreidegasse machte man bis vor einigen Jahren noch gemeinsame Sache. Wenn etwas Größeres ansteht, beraten die Brüder sich heute gegenseitig.

Haythem, der mit der Schriftstellerin Ruth al-Wazzan (Foto oben) verheiratet ist, betreibt Geschäfte wie den Teehandel Tea & Co, holte Marken wie Montblanc, Swarovski, Benetton oder Mango nach Salzburg, verlegte sich in den letzten Jahren jedoch zusehends auf Immobilienentwicklung. Und das stets auf höchstem Niveau: Festspielpräsidentin Helga Rabl-Stadler kaufte er vor fünf Jahren das so genannte Resmann-Haus am Rudolfskai ab. Heiss diskutiert ist ein Grundstücksdeal, den er mit seinem Anwalt und Projektpartner Herbert Hübel am Fuß des Kapuzinerbergs eingefädelt hat: Beim Weiterverkauf von Flächen für das so genannte Cassco-Projekt, bei dem Luxuswohnungen entstehen sollen, soll das Duo einen satten Schnitt gemacht haben.

An Medienauftritten hat der in Grödig wohnhafte Unternehmer keinerlei Interesse. Im April griff ein Nachbar eigenmächtig zur Heckenschere, weil die Hainbuchen der al-Wazzans zu stark über die Grundgrenze wuchsen - prompt machten die Baumbesitzer einen Schaden von 20.000 Euro geltend. Als die Lokalzeitungen darüber berichteten, einigte man sich auf eine nachbarschaftliche Lösung.

Über die künftige Nutzung der Emsburg, aus der die Schulschwestern erst 2013 ausziehen werden, darf mangels Auskünften des Käufers heftig spekuliert werden: Von Privatnutzung bis zu einem Edel-Hotel reicht die Bandbreite.

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