Clever & Smart: Es gibt sie noch, die leistbaren Wohnungen

Tag für Tag Inserate durchackern, zwischendurch eine Wohnungsbesichtigung einschieben und im Freundeskreis regelmäßig via Rundmail um einschlägige Hinweise nach einer bezahlbaren Wohnung bitten - wer derzeit in der Großstadt auf Wohnungssuche ist, hat ein hartes Los. Denn die Suche nach leistbarem Wohnraum wird immer schwieriger.

Clever & Smart: Es gibt sie noch, die leistbaren Wohnungen

In Salzburg denken Grün-Politiker bereits laut über eine Strafsteuer nach, wenn Eigentümer ihre Wohnungen leer stehen lassen.

Dass Wohnen kein Luxus, sondern leistbar sein soll, darüber sind sich Politiker aller Couleurs gerade in Wahlkampfzeiten einig. So verspricht die SPÖ etwa bis zu 50.000 neue geförderte Mietwohnungen; unbefristete Mietverträge sollen zudem zur Norm werden - und sind sich damit mit den Grünen einig. Die ÖVP will Junge unterstützen und Mietvertragsgebühren erst ab einem Alter von 35 Jahren einheben. Eine regelmäßige Überprüfung der Vergabekriterien soll außerdem sicher stellen, dass nur jene eine Gemeindewohnung bekommen, die sie auch dringend benötigen. Die FPÖ wiederum will Gemeindebaumietern die Mehrwertsteuer auf Mieten erlassen und liegt damit auf der Linie des BZÖ.

Smartes Wohnen

Bei all dem Wahlkampfgetöse wird aber gerne vergessen, dass es ja auch jetzt schon leistbare Mietwohnungen gibt - auch wenn sie nicht immer leicht zu finden sind. Denn zwischen 2005 und 2012 stiegen die Mieten in freifinanzierten Neubauten oder Einfamilienhäuser um 4,1 Prozent pro Jahr, in Genossenschaftswohnungen um 2,4 Prozent und in Gemeindewohnungen um 2,2 Prozent. Selbst in Altbauten, deren Miete durch Richtwerte begrenzt werden, musste Jahr für Jahr um 3,5 Prozent mehr berappt werden. Das freiverfügbare Haushaltseinkommen stieg aber nur um 2,3 Prozent per anno. Kein Wunder also, dass die Parteien Wohnen zum Wahlkampfthema machen.

Wohnungen gäbe es ja genug, weiß Walter Rosifka, Wohnrechtsexperte der Arbeiterkammer Wien: "In Drosendorf oder in Waidhofen wird man sicher fündig. Aber das nützt nichts, wenn es in den Ballungszentren, wo die Menschen hinziehen, kaum leistbaren Wohnraum gibt.“

Eine bezahlbare Alternative sind die im vergangenen Jahr von der Stadt Wien lancierten SMART-Wohnungen, die das Angebot an geförderten Mietwohnungen der Genossenschaften oder Gemeindebauten ergänzen. Sie sind im Schnitt um rund dreißig Prozent günstiger als Wohnungen am freien Markt und zumindest Neubauprojekte können mit Eigengärten, Terrassen und Balkonen punkten.

Beispielsweise das Projekt "Wohnen im Sonnwendviertel“ nahe des neuen Hauptbahnhofs in Wien-Favoriten. 116 der 151 geförderten Mietwohnungen sind SMART-Wohnungen. Die Mieten liegen mit 7,44 Euro pro Quadratmeter bei jenen von Gemeindewohnungen. Die Grundrisse sind kompakt und die Wohnungen zwischen 40 und 83 Quadratmeter groß. Jede Wohnung in dem von Geiswinkler und Geiswinkler im Auftrag der Heimbau geplanten Bauteil verfügt über Loggien, Balkone und Terrassen. Auf den Laubengängen, die zu den Wohnungen führen, laden Kommunikationsflächen zum Verweilen auf einen Bassena-Tratsch ein. Die Wohnungen selbst punkten mit raumhohen Fenstern, wie sie sonst oft nur in freifinanzierten Objekten zu finden sind. Um an eine SMART-Wohnung zu kommen, muss man mindestens zwei Jahre lang in Wien gemeldet sein und darf ein Jahresnettoeinkommen je nach Haushaltsgröße zwischen 24.430 und 41.210 Euro nicht überschreiten. Kein Wunder, dass der Andrang groß ist und die Wohnungen rasch vergeben werden.

Für klassische geförderte Miet- und Genossenschaftswohnungen darf das Einkommen auch höher sein. Die Vorgaben variieren je nach Bundesland (Infos unter www.help.gv.at, Bauen und Wohnen.). Karl Wurm, Obmann des Verbands der gemeinnützigen Bauvereinigungen, rät Wohnungssuchenden, Augen und Ohren nach neuen Projekten offen zu halten, regelmäßig die Angebote der Bauträger im Internet zu durchforsten und sich so schnell wie möglich für Wunschprojekte vormerken zu lassen (auf www.gbv.at finden Sie ein Verzeichnis aller heimischen Genossenschaften).

Neue Stadtviertel

Einziger Wermutstropfen: Wer im Herzen der Stadt logieren will, wird selten fündig, bedauert Nadja Shah, Bundesgeschäftsführerin der Mietervereinigung. Aufgrund hoher Grundstückspreise rücken gemeinnützige Wohnprojekte immer weiter an den Stadtrand. Doch dank U-Bahn schafft man es auch aus dem noch im Bau befindlichen neuen Stadtteil "Seestadt Aspern“ in 20 Minuten in die Innenstadt. Hier entstehen in den kommenden Jahren 2800 Wohnungen, die mit preiswertem Wohnen und hoher Lebensqualität dank großzügiger Freiflächen und einem (nicht benutzbaren) See punkten wollen. Der maximale Eigenmittelanteil beträgt 90 Euro pro Quadratmeter, die monatliche Miete höchstens 7,50 Euro pro Quadratmeter.

Auch in Graz-Puntigam soll ab 2014 ein neues Stadtteilzentrum entstehen, das 1800 Bewohnern erschwingliches Wohnen ermöglichen soll. Derzeit befindet sich das größte Grazer Wohnbauprojekt allerdings erst in der Entwicklungsphase. Weiter ist man da schon im Stadtteil Jakomini, wo das ehemalige 20-stöckige Studentenheim Hafnerriegel vom Immobilienentwickler 6B47 seit Juni saniert wird. Dort entstehen 95 geförderte Mietwohnungen mit Blick über Graz mit einer Nettomiete von fünf Euro pro Quadratmeter.

Hängende Gärten

Auch in Linz kommt man vor allem im Rahmen von Großprojekten zu einer preiswerten Wohnung; etwa in der "Langen Allee“ nahe des Wasserwalds. Dort errichten sieben Bauträger 450 Wohnungen in elf Bauteilen samt Kindergarten. Ein weiteres Projekt ist die "Grüne Mitte Linz“; hier sind es gar 744 geförderte Mietwohnungen, die neue Bewohner suchen. Auf Wohnen mit viel Grün wird dabei besonders großen Wert gelegt: Kleingärten, Dachgärten und hängende Gärten inspiriert von finnischen und japanischen Vorbildern sorgen für Lebensqualität. Für die Miete inklusive Betriebskosten sind je nach Wohnungsgröße zwischen 500 und 750 Euro zu berappen. Der Eigenmittelanteil hält sich mit 2100 bis 3180 Euro in Grenzen.

Das ist allerdings nicht immer so, erklärt Karl Wurm, Obmann des Verbandes gemeinnütziger Bauvereinigungen. Prinzipiell gelte nämlich die Faustregel: hoher Eigenmittelanteil bedeutet günstige Miete und umgekehrt. "Damit man schon beim Mieten schnell zuschlagen kann, empfiehlt es sich bereits im Vorfeld, den Kreditrahmen für den möglichen Eigenmittelanteil abzuklären“, empfiehlt Wurm.

Doch auch am freien Markt wird man fündig - vorausgesetzt man bringt viel Zeit und gute Nerven für die Suche mit und ist bereit, seine Ansprüche herunterzuschrauben. "Ein Balkon ist Luxus. Kann man darauf verzichten, zahlt man bis zu 30 Prozent weniger Miete als für die gleiche Wohnung mit Freifläche“, weiß Alexander Ertler, Geschäftsführer von immobilen.net. Er empfiehlt, bei der Suche nach einer neuen Wohnung auch über den Bezirksrand zu blicken. Rund 60 Prozent aller Wohnungssuchenden würden in ihrem Grätzel bleiben wollen und allenfalls noch in den Nachbarbezirk ausweichen, weiß der Immobilienprofi. Dabei entgehen einem mitunter passende und leistbare Objekte. Außerdem zahlt es sich aus, sich einfach innerhalb der Familie umzuhören, ob nicht zufällig eine alte Wohnung mit günstigem Kategoriemietzins frei wird. "In den Vertrag eintreten darf man allerdings nur dann, wenn man mit dem derzeitigen Mieter gemeinsam in einem Haushalt lebt“, sagt Walter Rosifka. Und selbst dann darf der Vermieter die Miete erhöhen. Je nach Zustand der Wohnung - den sie den Investitionen der Vormieter verdankt - um bis zu 3,25 Euro pro Quadratmeter. Aber das ist in den meisten Fällen immer noch eine Mezzie.

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