Wienwert wendet sich von Altbauten ab

Wienwert wendet sich von Altbauten ab

Der Immobilienentwickler Wienwert beschreitet unter der neuen Führung auch neue Wege: "Wir werden in Zukunft keine Altbauten mehr kaufen und sanieren", sagte der Vorstandsvorsitzende Stefan Gruze am Mittwoch vor Journalisten in Wien. Künftig will sich das Unternehmen auf "großvolumigen Wohnungsneubau in Wien" konzentrieren.

Nach der Errichtung sollen die Wohnungen an einen institutionellen Investor wie etwa eine Versicherung oder Pensionskasse verkauft oder im eigenen Bestand behalten und vermietet werden. Bisher hatte Wienwert ihre Wohnungen nur einzeln abverkauft.

"Wir wickeln jetzt bei den Altbauten nur noch den Rest ab", sagte Guze und verwies auf Beispiele wie die Objekte am Allerheiligenplatz, in der Lerchenfelder und in der Gumpendorfer Straße.

Auch Joint Ventures geplant

"Großvolumig tätig sein" definierte er mit 30.000 bis 50.000 Quadratmeter pro Jahr. Dafür würden auch Partnerschaften in Form von Joint Ventures mit strategischen Investoren wie etwa Privatstiftungen oder Baukonzernen eingegangen. "Wir werden Quadratmeter brauchen, das kriegen wir im Altbau nicht hin."

"Wir werden in Zukunft nur noch 'Abriss-Neubau' machen und Baulücken bzw. Grundstücke kaufen", kündigte Gruze an. Die Wienwert sei "nun dabei die Pipeline für die nächsten zwei Jahre zu füllen" - mit einem klaren Fokus auf Baugrund-Akquisition.

Wohnen bei der alten Niemetz-Fabrik

Am Rennweg 88 realisiert das Unternehmen aktuell noch auf 3.200 Quadratmetern 59 Wohnungen, die vor dem Sommer in den Vertrieb gehen und bis Jahresende verkauft sein sollen. Auf dem Gelände der ehemaligen Niemetz-Fabrik am Rennweg 52 werden derzeit 114 Wohnungen errichtet, die ab nächstem Jahr zum Verkauf stehen. Dort werden 30 Mio. Euro investiert - als Generalunternehmer agiert die Porr.

Im Neubausegment will die Wienwert laut neuer Strategie "ins mittlere Preissegment" in den Stadtentwicklungsgebieten im 10., 21., 22. und auch 23. Bezirk, aber auch innerstädtisch.

Der Immobilienentwickler will dabei eigenen Angaben zufolge "leistbaren Wohnraum" schaffen. Darunter versteht Gruze "Wohnraum zur Miete" zu einem Preis von "12 Euro netto pro Quadratmeter". "Im Moment steigen die Mieten wieder, weil so wenig guter Wohnraum zu haben ist", sagte der Firmenchef. Im Neubau um 10 Euro netto zu vermieten, sei angesichts der hohen Grundstückskosten in Wien "nicht darstellbar".

Angesichts der hohen Preise werden die Wohneinheiten kleiner: Wienwert wird Wohnungen bauen, die zwischen 30 und 60 Quadratmeter groß sind und an jedem Standort gleich aussehen und ausgestattet sind, inklusive Küche und Einbauschränke. Gebaut wird in 30-Quadratmeter-Segmenten, die zu verschiedenen Wohnungsgrößen beliebig verbindbar sein sollen. "80 bis 90 Quadratmeter sind schon schwer leistbar, also muss flächeneffizient gebaut werden", so Gruze.

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