Weingärten: große Nachfrage und Preissteigerungen in allen Lagen

Die Preise für Weingüter in Österreich sind in fünf Jahren um rund 40 Prozent gestiegen. Ein Vergleich zeigt die Unterschiede in den Bundesländern.

Weingärten: große Nachfrage und Preissteigerungen in allen Lagen

Investoren reißen sich um österreichische Weingüter. Das treibt die Preise.

Nicht nur Wein, auch ganze Weingüter stehen bei Investoren und Anlegern hoch im Kurs. Für Weingüter sind Investoren in Österreich mittlerweile bereit mehr als eine Million Euro zu zahlen. So wechselte ein Weingut im burgenländischen St. Margarethen um 1,1 Millionen Euro den Besitzer. Auch in der Steiermark greifen Investoren für große Weingüter mitunter tief in die Tasche. In Straß an der südsteirischen Weinstraße wurde etwa ein Deal mit rund einer Million Euro Transaktionsvolumen Dach und Fach gebracht.

Die zwei Verkäufe sind die bedeutendsten Verkäufe zwischen 2015 und 2020, doch bei weitem nicht die einzigen. Das Onlineportal willhaben.at hat gemeinsam mit den Grundbuchexperten der IMMOunited die Daten ausgewertet und rund 3.000 Transaktionen in den größten Weinregionen Österreichs untersucht. Das Ergebnis zeigt, wie stark die Preise für Weingärten in dem Zeitraum angezogen haben.

In den fünf Jahren von 2015 bis 2020 wechselten in Österreich Weingärten von einer Fläche von mehr als 15 Millionen Quadratmeter den Besitzer. Die durchschnittliche Größe betrug rund 4.900 m2, der durchschnittliche Quadratmeterpreis lag bei 5,60 Euro.

10 größten Weingarten-Transaktionen in Österreich nach Kaufpreis

Rang Bundesland Ort Preis
1 Burgenland St. Margarethen 1,1 Mio. € Euro
2 Steiermark Straß 1,0 Mio. €
3 Steiermark Schwanberg 950.000 €
4 Steiermark Gamlitz 750.000 €
5 Burgenland Rust 460.000 €
6 Steiermark Gamlitz 450.000 €
7 Niederösterreich Langenlois 420.000 €
8 Burgenland Siegendorf 360.000 €
9 Steiermark Gamlitz 360.000 €
10 Steiermark Gamlitz 330.000 €

Weniger Angebote, starker Preisanstieg

5,60 Euro klingt nicht nach sonderlich viel, kommt aber einer bemerkenswerten Veränderung gleich: Die Durchschnittspreis pro Quadratmeter ist damit österreichweit um rund 42 Prozent gestiegen. Die durchschnittlich verkaufte Fläche sank gleichzeitig um circa acht Prozent.

Am günstigsten waren Weingärten im Burgenland. Pro Quadratmeter mussten im Durchschnitt rund vier Euro in die Hand genommen werden. Im Gegensatz dazu wechselten in Wien die Grundstücke um durchschnittlich 15,80 Euro pro Quadratmeter den Eigentümer. Die zwischen 2015 und 2020 verkauften Weingärten waren hier im Gebiet der Bundeshauptstadt einer durchschnittlichen Fläche von rund 3.000 m2 auch die kleinsten. An der Spitze der größten verkauften Weingärten liegt die Steiermark, mit einer durchschnittlich verkauften Grundstücksgröße von rund 10.500 m2.

Die 10-Top Deals bei Weingärten in Österreich nach Fläche

Rang Bundesland Ort Fläche
1 Burgenland St. Margarethen 218.300 m2
2 Niederösterreich Sitzendorf an der Schmida 208.700 m2
3 Burgenland Siegendorf 164.600 m2
4 Burgenland Oslip 136.600 m2
5 Niederösterreich Ebergassing 101.900 m2
6 Burgenland Siegendorf 75.200 m2
7 Niederösterreich Schrattenberg 71.000 m2
8 Steiermark Schwanberg 70.800 m2
9 Niederösterreich Haugsdorf 68.100 m2
10 Burgenland Deutschkreutz 68.100 m2

Spitzenreiter im Burgenland

Der größte und gleichzeitig auch teuerste zwischen 2015 und 2020 verkaufte Weingarten liegt im Burgenland. Es handelt sich dabei um ein rund 218.000 m2 großes Areal im Bezirk Eisenstadt-Umgebung, das um 1,1 Millionen Euro verkauft wurde. In den Top 10 der größten gehandelten Weingartengrundstücke findet sich der burgenländische Bezirk gleich vier Mal. Bei den Top 10 der teuersten verkauften Grundstücke sticht aber vor allem der steirische Bezirk Leibnitz ins Auge, der in dieser Liste fünf Mal vertreten ist (siehe Tabellen unten). Den höchsten Preiszuwachs gab es dagegen in Niederösterreich mit durchschnittlich 39 Prozent. Am geringsten war der Anstieg im Burgenland mit circa neun Prozent.

Die Veränderung der gehandelten Grundstücksgrößen ist über die Bundesländer hinweg ebenso unterschiedlich: Während sie im Burgenland (15 Prozent) und in Niederösterreich (2 Prozent) sanken, stieg die durchschnittlich verkaufte Grundstücksgröße von 2015 auf 2020 in Wien um rund 15 Prozent und in der Steiermark sogar um rund 46 Prozent.

Take Aways
  • Die Preisentwicklung von Weingärten zwischen 2015 und 2020
  • In diesen fünf Jahren wechselten Weingärten von einer Fläche von mehr als 15 Millionen Quadratmeter den Besitzer. Die durchschnittliche Größe betrug rund 4.900 m2 wurde zu einem Quadratmeterpreis von etwa 5,60 Euro pro Quadratmeter verkauft.
  • Die Durchschnittspreis pro Quadratmeter stiegen österreichweit bei Weingütern um rund 42 Prozent. Die durchschnittlich verkaufte Fläche sank parallel dazu um circa acht Prozent.
  • Wien: Durchschnittlicher Preis für Weingärten 15,80 Euro pro Quadratmeter.
  • Burgenland: Durchschnittlicher Preis für Weingärten: 4,0 Euro pro Quadratmeter.
  • Niederösterreich verzeichnet mit einem Plus von 39 Prozent den höchsten Preisanstieg
  • Im Burgenland betrug der Preisanstieg im Schnitt circa neun Prozent.
  • Zum Verkauf angebotene Weingärten im Burgenland um 15 Prozent gesunken.

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