Mietpreise 2015 auf neuem Rekordniveau

Mietpreise 2015 auf neuem Rekordniveau

Seit 2011 sind die Bruttomieten von Gemeinde-, Genossenschaftswohnungen und privat vermieteten Wohnungen um knapp 15 Prozent gestiegen. Wie hoch die Mieten im Vorjahr gestiegen sind, wie sich Preise der einzelnen Mietformen entwickelt haben und wie stark die Betriebskosten pro Quadratmeter seither angezogen sind. Wie viel die Österreicher monatlich im Schnitt für die Miete ausgeben und wie hoch die monatlichen Kosten für Mieter im Vergleich zu Eigentümern sind.

Die Mieten steigen seit fünf Jahren kontinuierlich. Wie die aktuelle Auswertung der Statistik Austria zeigt, sind davon nicht nur private Mieten betroffen, auch Gemeinde- und Genossenschaftswohnungen wurden vom kräftigen Preisanstieg nicht verschont. Von diesen Preisschüben betroffen sind all jene, die seither neue Mietverträge abgeschlossen haben.
2011 zahlte man für eine Mietwohnung im Schnitt 6,2 Euro pro Quadratmeter inklusive Betriebskosten. Im vergangenen Jahr waren es bereits 7,1 Euro. Die Mieten sind quer durch alle Miet-Rechtsformen gestiegen. Gemeindewohnungen kostet vor fünf Jahren im Schnitt 5,5 Euro. Derzeit zahlt man 6,2 Euro. Für Genossenschaftswohnungen zahlte man 2011 im Schnitt 5,7 Euro. Im Vorjahr legt man im Schnitt 6,4 Euro hin. Am teuersten sind privat vermietete Wohnungen. Vor fünf Jahren zahlte man 7,1 Euro pro Quadratmeter. 2015 bereits 8,3 Euro.

Private Mietwohnungen mit stärkstem Preisanstieg

Gemeindewohnungen seit 2011 um 12,7 Prozent teuer
Genossenschaftswohnungen seit 2011 um 12,9 Prozent teurer
Private Hauptmietwohnungen seither um 16,5 Prozent teurer

Mieten 2015 erstmals über sieben Euro pro Quadratmeter

Die Mieten inklusive Betriebskosten sind 2015 im österreichweiten Schnitt erstmals über 7 Euro pro Quadratmeter und Monat geklettert. Besonders viel Geld hinlegen müssen jene, die erst seit kurzem in ihrer Bleibe wohnen. Bei Verträgen, die seit längstens zwei Jahren bestehen, liegt der österreichweite Durchschnitt bei 8,7 Euro, geht aus der aktuellen Wohnstudie der Statistik Austria hervor.Im Schnitt sind die Mieten 2015 um knapp drei Prozent gestiegen.

Im Gesamtdurchschnitt (inkl. Eigentum) wenden die Privathaushalte in Österreich 16% ihres Haushaltseinkommens für das Wohnen auf; 27% der Wohnkosten entfallen auf Ausgaben für Energie.

Private Mieten: 9,7 Euro pro Quadratmeter

Haushalte, die langfristige Mietverträge mit mehr als 30-jähriger Dauer haben, zahlen hierzulande beispielsweise nur eine Quadratmetermiete von 4,9 Euro. Bei einer Wohndauer von fünf bis zehn Jahren kostet die Miete im Schnitt 7,1 Euro. Der große Unterschied zwischen Alt- und Neuverträgen zieht sich durch alle Bereiche des Mietwohnungsmarktes. Am teuersten kommen Neuverträge im privaten Mietsektor, wo mittlerweile 9,7 Euro zu zahlen sind.

Auf wie viel Quadratmeter man wohnt - von der Gemeindewohnung bis zum eigenen Haus

Österreichweit beträgt die durchschnittliche Wohnfläche 99 Quadratmeter pro Einheit bzw. 45 Quadratmeter pro Person. Am meisten Platz hat man im eigenen Haus mit durchschnittlich 139 Quadratmetern (51 Quadratmetern pro Person). Nicht einmal halb so viel Fläche steht in den Gemeindewohnungen mit 61 Quadratmetern zur Verfügung, das sind im Schnitt 30 Quadratmeter pro Person. Gleichauf sind Genossenschaftswohnungen und andere Hauptmieten mit im Schnitt 70 (36 pro Person) Quadratmetern. Eine durchschnittliche Eigentumswohnung ist hierzulande im 84 Quadratmeter groß (42 Quadratmeter pro Bewohner).

Energiekosten machen rund 27 Prozent der gesamten Wohnkosten aus

Laut Statistik Austria sind die Betriebskosten zwischen 2011 und 2015 um insgesamt um elf Euro pro Quadratmeter gestiegen. Die Kosten für Energie im Haushalt (Strom, Warmwasser, Heizung etc.) betragen für österreichische Privathaushalte im Durchschnitt monatlich 122 Euro (Median). Das sind rund 27% der gesamten Wohnkosten bzw. etwa 4% des Haushaltseinkommens. Armutsgefährdete Haushalte geben 100 Euro monatlich für Energie aus (Median); mit rund 9% ist der Anteil am Haushaltseinkommen etwa doppelt so hoch. Die Energiekosten von Haushalten mit hohem Einkommen betragen im Median 152 Euro; der Anteil am Haushaltseinkommen ist jedoch mit etwa 2% nur halb so groß wie der Gesamtdurchschnitt.

Gesamte Wohnkosten bei Mietwohnungen doppelt so hoch wie bei Eigentum

Insgesamt geben österreichische Privathaushalte monatlich 460 Euro (Median) und damit etwa 16% ihres Haushaltseinkommens für das Wohnen aus. Der Wohnkostenanteil ist für Haushalte in Mietwohnungen etwa doppelt so hoch (25%) wie für Haushalte in Haus- oder Wohnungseigentum (12%). Armutsgefährdete Haushalte müssen mehr als ein Drittel (36%) ihres Einkommens für Wohnen aufwenden, Haushalte mit hohem Einkommen nur rund 8%.


Die vorliegende Studie stützt sich den Angaben zufolge auf eine laufend durchgeführte Haushaltsbefragung (rund 20.000 Haushalte pro Quartal) und auf Daten der EU-SILC (Statistics on Income and Living Conditions) mit etwa 6.000 befragten Haushalten pro Jahr.

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