Hamburger Immo-Großinvestor startet in Österreich

Hamburger Immo-Großinvestor startet in Österreich

Wien: Für ausländische Investoren ein guter und sicherer Platz, um in Gewerbe-Immobilien zu investieren.

Das Hamburger Immobilieninvestoren Warburg HIH Invest will seine Investments in österreichische Gewerbeimmobilien ausbauen. Anfang September wurde eine Österreich-Niederlassung gegründet. Der renommierte Immoprofi Martin Sabelko hat in Wien die Regie übernommen und erklärt, wo das Unternehmen seine Chancen sieht.

Sie haben es auf das ganz große Geld abgesehen - die Hamburger Immobilieninvestoren von Warburg HIH Invest. Das Unternehmen, das Immobilien im Wert von sechs Milliarden Euro verwaltet, will nun stärker in den österreichischen Markt dringen und für heimische, aber vor allem auch für internationale Investoren Gewerbeobjekte kaufen und für sie gewinnbringend verwalten und gegebenenfalls auch wieder verkauft. Investiert wird für institutionelle Investoren wie Versicherungen oder Pensionskassen.

Mehr Nachfrage als Angebot

Vielfach nutzen diese die Immobilieninvestments, um ihr Portfolio in mehreren Ländern und Regionen breit zu streuen. „Österreich bietet für viele institutionelle Immobilien- Investoren eine interessante Anlagemöglichkeiten, wenn die Nachfrage auch größer ist als die Auswahl von soliden und gut verzinste Objekten“, erläutert Martin Sabelko, Geschäftsführer der neuen Wiener Niederlassung Warburg-HIH-Invest Real Estate Austria. Sabelko verfügt über fast 30 Jahre Erfahrung in der Immobilienbranche, mit Schwerpunkt Österreich, Tschechien und Ungarn. Zuletzt war er Managing Partner bei der hoigroup tätig, davor unter anderem Managing Direktor bei CBRE Zentraleuropa.

Wien, Landeshauptstädte und Tschechien als Anlageziele

Im Fokus von Warburg in Österreich stehen Gewerbeimmobilien wie Fachmarktzentren, Bürogebäude und Hotels. Die angepeilte Rendite liegt bei rund 3,5 Prozent. Sabelko, der bereits erste potentielle Investmentobjekte ins Visier genommen hat, sieht die besten Investmentmöglichkeiten in Wien.

Aber auch Gewerbeimmobilien in Landeshauptstädte wie Salzburg, Linz oder Innsbruck versprechen nach Einschätzung von Sabelko gute Renditechancen. In Objekte in Tschechien und Ungarn kann, etwa als Ergänzung eines Portfolios, ebenfalls veranlagt werden. „In Ungarn ist die Luft bei guten Investments derzeit aber dünn“, schränkt Sabelko ein.

Keine Blasenbildung, keine Angst vor steigende Zinsen

Eine Blase am Wiener Gewerbe-Immobilienmarkt sehen die Experten von Warburg nicht. „Es ist kaum Fremdkapital im Spiel“, so Warburg Transaktionsmanager Andreas Schultz. Auch Spekulationsobjekte seien praktisch keine am Markt, also jene Objekte, die gebaut werden, nur in der Hoffnung, dass sie nach Fertigstellung auch vermietet werden können.

Steigende Zinsen bereiten den Hamburger-Immoprofis ebenfalls keine Kopfzerbrechen. Bis die Zinsen wieder auf drei, vier Prozent und mehr steigen, wird es noch lange dauern. Solide verzinste Gewerbeobjekte bleiben daher schon deshalb ein gutes Investment.“

Büros in Wien bieten gute Renditechancen

So stehen derzeit unter anderem in einem ersten Schritt in der Bundeshauptstadt der Kauf von Bürogebäuden auf dem Plan. Die Voraussetzungen sind gut. Der Wiener Büromarkt weißt laut einer Untersuchung von Immobilienriesen CBRE mit einer Leerstandsrate von drei Prozent eine extrem niedrige Rate auf. Das liegt laut Studie an der anziehenden Wirtschaft und der in diesem Jahr geringen Bau-Fertigstellungen in diesem Bereich.

Gekauft wird noch bevor das Objekt steht

Um noch attraktive Renditen zu erzielen, zähle am österreichischen Markt Schnelligkeit. „Früher hat man gewartet, bis ein Objekt fertiggestellt worden ist und hat vielleicht noch abgewartet, wie sich es sich entwickelt. Doch diese Zeiten sind vorbei“, hält der Warburg-Österreich-Geschäftsführer fest. Heute steigt man bereits bei Baustart ein. „Verlässliche Projekt-Partner sind da besonders wichtig“, so Sabelko. Für Käufer wie Warburg zähle auf der andere Seite rasches Research der angebotenen Projekte, deren rasche Aufbereitung und Bewertung. „Genau das sind unsere Stärken.“

Für kleinen Investorenkreis werden handverlesene Objekte gesucht

Den Investoren bietet Warburg–HIH Invest Real Estate Austria für Investments in Immos verschiedene Fondslösungen: Sogenannte Club Deals, bei denen für einen kleinen Kreis von Investoren konkrete Einzelinvestments getätigt werden. Oder Individuallösungen, wo der Immobilien-Erwerb ganz auf einen Einzelinvestor zugeschnitten ist. Strategiefonds sollen dazu dienen breit und risikodiversifiziert Immobilien-Investment anzubieten. Ziel für einen solchen Strategiefonds wäre in einer ersten Etappe 20 bis 80 Millionen Euro einzusammeln.

Warburg ist mit 600 Millionen Euro in Österreich investiert

Derzeit hält Warburg HIH Invest am österreichischen Immomarkt Objekte im Wert von rund 600 Millionen Euro. Nun hoffen die Hamburger durch die verstärkte Präsenz in Österreich diesen Wert in ein, zwei Jahren zu verdoppeln. „Am wichtigsten ist uns jedoch, dass wir solide wachsen, unsere Objekte einen hohen Vermietungsgrad aufweisen und die Immobilien in einem ordentlichen Zustand sind“, stellt Andreas Schultz, Internationaler Transaktionschef von Warburg klar.

Zu den bekanntesten Objekten, die Warburg in Österreich bisher erworben hat, zählen das Kaufhaus Stafa in der Wiener Mariahilfer Straße und das Intercity Hotel am Wiener Westbahnhof .

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