Fertighaus-Markt über vergangene Jahre eingebrochen

Fertighaus-Markt über vergangene Jahre eingebrochen

Die Preise für Fertighäuser sind 2015 um 1,9 Prozent gestiegen.

Die Fertigbaubranche in Österreich litt unter der schwächelnden Baukonjunktur: Seit 2012 sind die Umsätze um rund zehn Prozent eingebrochen, alleine 2015 gingen die Umsätze um 3,1 Prozent zurück. Der Markt hat sich aufgrund von prominenten Pleiten stark konzentriert.

Wien. Die Umsätze in der Fertighausbranche sind über die vergangenen Jahre eingebrochen. Wurden 2012 noch knapp 798 Millionen Euro umgesetzt, waren es im Vorjahr nur mehr knapp über 726 Millionen Euro. Das ist ein Rückgang von fast zehn Prozent, wie aus einer Untersuchung von Interconnection Consulting hervorgeht.

Allein 2015 sanken die Umsätze im Vergleich zu 2014 um 3,1 Prozent. Erst für 2017 wird wieder ein Aufschwung für die Branche prognostiziert - die Umsätze sollen dann wieder anziehen, konkret um knapp 4 Prozent.

Der Rückgang des Geschäftsvolumens ließ auch die Fertighausquote bezogen auf die Anzahl fertiggestellter Häuser sinken. Betrug der Marktanteil der Branche 2012 noch 37,6 Prozent, so waren es 2015 nur mehr 34,3 Prozent der Baufertigstellungen auf dem Gesamtmarkt.

Dem konventionellen Wohnbau sei es hingegen gelungen, verglichen zur Fertig-Branche wieder Marktanteile zurückzugewinnen. Teils würden nämlich Verkaufskonzepte der Fertighaus-Bauer übernommen - wie etwa Fixpreise oder Preisgarantien sowie sogenannte All-in-One-Lösungen für schlüsselfertige Häuser.

Marktkonzentration durch Insolvenzen

Die Preise für Fertighäuser sind im Vorjahr um 1,9 Prozent gestiegen. Schon jedes zehnte Haus kostet laut Interconnection Consulting mehr als 250.000 Euro. Rund ein Drittel kostet weniger als 150.000 Euro. Die durchschnittliche Preissteigerung sei einer tendenziell stärker nachgefragten energieeffizienten Bauweise und einem Trend zu schlüssel- und belagsfertigen Häusern geschuldet.

Die Marktkonzentration ist in Österreich 2015 durch prominente Pleiten wie Hanlo Fertighaus und Logo-Ziegelfertighaus, angestiegen. Erst im September 2015 ist der steirische Fertighausproduzent Schachnerhaus GmbH mit knapp fünf Millionen Euro in die Pleite gerutscht. Allerdings soll ein Konsortium aus mehreren Firmen, der Familie Schachner und der Marktgemeinde Öblarn im Jänner neu starten.

Inzwischen wieder gut aufgestellt ist die Hanlo Fertighaus GmbH, die im Mai 2015 insolvent ging. Der Wiener Investor Matthias Calice hat mit der neuen Firma Hanlo GmbH Ende Mai die Markenrechte und Musterhäuser übernommen. Das Unternehmen beschäftigt aktuell 63 Mitarbeiter. Die Top 3 Unternehmen teilten sich 2015 23,9 Prozent Marktanteile. Die Top 5 verzeichneten ebenfalls einen Zugewinn und repräsentierten 2015 31,8 Prozent des Fertighausmarktes. Erst Mitte Jänner ging der steirische Fertighaus- und Hallenerzeuger Mehrl insolvent.

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