Eigentumswohnungen in Wien: Teure Vorsorge-Option

Eigentumswohnungen in Wien: Teure Vorsorge-Option

Wien, Innere Stadt: Rund um den Stephansdom werden für Eigentumswohnungen die höchsten Preise gezahlt.

Eine Eigentumswohnung ist, etwa als Altersvorsorge, ein überlegenswertes Investment. In Wien ist diese Art der Vorsorge allerdings angesichts der anhaltenden Preissteigerungen für viele nicht mehr finanzierbar. Im Durchschnitt kostet in der Bundeshauptstadt ein Quadratmeter Wohnraum im Eigentum bereits 3.870 Euro.

Vorsorgen, aber richtig: Eine Eigentumswohnung steht dabei für viele Städter an oberster Stelle. Allerdings rückt diese Option angesichts der laufend steigenden Immobilienpreise für viele immer weiter in die Ferne. In zentrumsnahen Innenstadtlagen wird Wohnungseigentum immer unerschwinglicher, und die Bundeshauptstadt Wien hat sich hier zu einem besonders teuren Pflaster entwickelt.

Wohneigentum in Wien kostet einem von Online-Portal Immowelt.at durchgeführten breiten Vergleich von am Markt befindlichen Immobilien aktuell im Durchschnitt 3.870 Euro pro Quadratmeter. Das ist nicht nur eine Steigerung von rund vier Prozent gegenüber dem Vorjahr, sondern auch eine gravierende Abweichung vom aktuellen Immobilienpreisspiegel der WKÖ, demzufolge eine Eigentumswohnung im Neubau in Österreich im Durchschnitt 2.447,50 Euro pro Quadratmeter kostet. Wesentlich günstiger sind gebrauchte Eigentumswohnungen. Sie werden laut Immobilienpreisspiegel in Österreich im Durchschnitt um 1.575 Euro gehandelt und sind in Vorarlberg und im Burgenland zuletzt sogar günstiger geworden.

Die Ursachen für die vergleichsweise hohen Kosten und anhaltenden Preissteigerungen in der Bundeshauptstadt sind vielfältig. Zum einen ist der Anteil an Eigentumswohnungen in Wien generell nicht besonders hoch. Etwa 80 Prozent der verfügbaren Wohnungen sind Mietwohnungen. Hinzu kommen eine in den vergangenen Jahren etwas geringere Bautätigkeit verbunden mit Spekulationen. Etwa der Tendenz, Immobilien nicht als permanente Wohnsitze zu nutzen, sondern sie über Online-Plattformen wie Airbnb an Touristen zu vermieten. Oder die Umgestaltung von Häusern und Wohnungen zu Luxusimmobilien, die wiederum bloß Dritt- oder Viert-Wohnsitze vermögender internationaler Immobilieninvestoren genutzt werden.

Begünstigt wird diese Entwicklung dadurch, dass Wohnraum in Wien im internationalen Vergleich immer noch relativ günstig ist und Wien in internationalen Standortvergleichen betreffend Lebensqualität Top-Positionen belegt. Das hat zusätzliche internationale Investoren auf den Plan gerufen.

Die Lage bestimmt den Preis

Selbstredend gibt es auch in den einzelnen Bezirken der Bundeshauptstadt deutliche Preisunterschiede. Am begehrtesten und somit auch am höchsten bezahlt sind Wohnungen in zentrumsnahen Lagen, also den Bezirken innerhalb des Gürtels, wobei die Innere Stadt (1. Bezirk) eine Welt für sich ist. Hier liegt der Durchschnittspreis pro Quadratmeter bereits bei 7.240 Euro, bei exklusiven Penthäusern oder luxussanierten Altbauten mitunter auch doppelt so hoch.

Kosten für Eigentumswohnungen in Wien Für eine vergrößerte Darstellung klicken Sie bitte auf die Abbildung.

In den zentrumsnahen Bezirken (2 bis 9) wird Wohnraum bereits um etwa ein Drittel günstiger gehandelt. In Mariahilf (6. Bezirk) etwa um rund 4.900 Euro pro Quadratmeter, in Neubau, der Josefstadt und in Wieden (7., 8. und 4. Bezirk) müssen Interessenten mit Kosten jenseits von 4.500 Euro pro Quadratmeter rechnen. In ähnlichen Dimensionen bewegen sich die Preise Hietzing, Währing und Döbling (13., 18. und 19. Bezirk).

In den einzelnen Bezirken gibt je nach Lage es auch deutliche Preisunterschiede. Am günstigsten sind Eigentumswohnungen in den etwas außerhalb liegenden Stadterweiterungsgebieten. Die Quadratmeterpreise liegen dort bei rund 3.000 Euro und sind damit wieder um gut ein Drittel günstiger als in den genannten Bezirken. Allerdings haben die Preise zuletzt auch dort eine starke Aufwärtstendenz gezeigt. Merklich teurer geworden ist Wohnraum im Eigentum in jenen Bereichen, die im Zuge des U-Bahn-Ausbaus an das öffentliche Hochleistungs-Verkehrsnetz angebunden wurden. Dort sind die Preise alleine gegenüber dem Vorjahr um bis zu zwölf Prozent gestiegen.


Die Quadratmeter-Preise für Eigentumswohnungen in den einzelnen Wiener Bezirken wurden vom Online-Portal Immowelt.at erhoben.

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