Gastkommentar: Betrugsbekämpfung am Bau

Welchen Einfluss hat die Steuerreform auf Betrugsbekämpfung am Bau? Wie werden Löhne nun ausbezahlt? Ein Gastkommentar von Manfred Kraner, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei SOT Süd Ost Treuhand /Libertas Intercount Wirtschaftsprüfung und Steuerberatung.

Gastkommentar: Betrugsbekämpfung am Bau

Die Steuerreform 2015/2016 enthält ein umfangreiches Maßnahmenpaket zur Betrugsbekämpfung und Verhinderung einer Abgabenhinterziehung. Seit 1.1.2016 gelten daher auch für Unternehmer im Bau- und Baunebengewerbe neue und verschärfte Aufzeichnungspflichten. Betriebseinnahmen müssen erfasst werden und um Scheinrechnungen sowie Schwarzgeschäfte, bzw. Schwarzzahlungen von Löhnen zu verhindern, wurde bei Bauleistungen zwischen Unternehmern ein Abzugsverbot für Barzahlungen, die EUR 500.- überschreiten, vorgesehen. Das Abzugsverbot besteht, wenn ein mit einer Bauleistung beauftragter Unternehmer die Erbringung dieser Bauleistung ganz oder teilweise an einen anderen Unternehmer (Subunternehmer) weitergibt und diesen dafür bar bezahlt.

Übersteigt die Barzahlung den Betrag von EUR 500,--, kann die gesamte Zahlung nicht mehr gewinnmindernd abgesetzt werden (siehe § 20 Einkommensteuergesetz). Auch ist wichtig zu berücksichtigen, dass diverse Leistungen nicht in Kleinbeträgen abgerechnet werden dürfen, um dieser Regelung zu entkommen, da das Gesetz auf die „wirtschaftlich einheitliche Leistung“ abstellt, und daher Zwischenrechnungen nicht zur steuerlichen Beurteilung herangezogen werden dürfen.

Kein Bargeld mehr bei Lohnzahlungen

Wer als Arbeitnehmer Bauleistungen erbringt, darf ab 1.1.2016 keinen Lohn mehr bar ausbezahlt erhalten, wenn er über ein Girokonto verfügt oder einen Rechtsanspruch auf ein solches hat. Bei Nichteinhaltung wird nicht nur der Arbeitgeber, der bar auszahlt sondern auch der Arbeitnehmer, der das Bargeld annimmt, zur Verantwortung gezogen. Geldstrafen bis zu EUR 5.000.- sind möglich – auch sollte man die Strafbestimmungen für Lohn- und Sozialdumping nicht außer Acht lassen. Arbeitszeitaufzeichnungen sind verpflichtend vorgesehen.

Auf was man achten soll

Sollten in der Vergangenheit nicht alle Umsätze erfasst worden sein, so besteht die Gefahr, dass durch die verschärfte Aufzeichnungspflicht sowie Bargeld-regelung wesentlich mehr Umsätze an das Finanzamt gemeldet werden müssen. Man kann davon ausgehen, dass sich daraus eine Betriebsprüfung ergeben kann, die auch die bisher gemeldeten Umsätze in Frage stellen könnte. Um großen Nachzahlungen und Strafen zu entgehen, sollte man gemeinsam mit seinem Steuerberater prüfen, ob eine Selbstanzeige nicht sinnvoll sein könnte.

Andreas Wimmer, Vorstand C-Quadrat

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