Sigi Wolf - der neue starke Mann bei Steyr Automotive [Porträt]

Der Steirer Siegfried Wolf ist der neue Eigentümer von Steyr Automotive, dem bisherigen MAN Steyr. Doch wie hat Siegfried Wolf es so weit gebracht? Wer waren seine Förderer und wichtigen Wegbegleiter? Und wo hat er sonst noch sein eigenes Vermögen investiert? Eine Spurensuche.

Sigi Wolf - der neue starke Mann bei Steyr Automotive [Porträt]

Die Wettbewerbshüter haben grünes Licht für die Übernahme von MAN Steyr gegeben. Damit ist klar: Siegfried Wolf ist der neue Herr des Nutzfahrzeugunternehmens, das bisher mit 2.300 Mitarbeitern rund eine Milliarde Euro Umsatz erzielte. Doch wie schafft man es als einzelner eine solche Übernahme zu stemmen? Worauf begründet sich der Erfolg von Sigi Wolf, wie er meist nur genannt wird? Eine Spurensuche.

Für den vor 63 Jahren im oststeirischen Feldbach mit sechs Geschwistern auf einem Bauernfamilie aufgewachsen, war eine solche steile Karriere alles andere als vorgezeichnet. Die südliche Steiermark war damals alles andere als eine blühende Region. Selbst Steirer Frank Stronach sah sich sogar gezwungen auszuwandern, um den geringen beruflichen Chancen zu entfliehen. Das Gymnasium hat Wolf abgebrochen und hat stattdessen Werkzeugmacher gelernt, wenn er die Reifeprüfung in Maschinenbau auch später nachgeholt hat. Ein Bilderbuch-Start sieht anders aus.

Vom Werksdirektor zum Magna-Vorstand

Das Talent zum Managen und Führen hat sich bei ihm schon früh gezeigt. Mit 24 Jahren begann er vom steirischen Munitionsproduzenten Hirtenberger und stieg rasch zum Werksdirektor auf. Stronach, damals Magna-Boss, hat ihn dann 1994 kurzerhand gleich zum Vorstand für Forschung und Entwicklung ernannt. Nicht einmal zehn Jahre später rückte er zum Präsidenten von Magna Europa mit Sitz im niederösterreichischen Oberwaltersdorf auf. Mit 37 Jahren hat die Karriere von Wolf dann so richtig Fahrt aufgenommen. Da hat ihn nämlich der Steirer Frank Stronach entdeckt. Der Kanada-Auswanderer ist selbst in einem noch kleineren steirischen Nest als Wolf in der Nähe von Weiz geboren und hat übrigens wie Wolf auch Werkzeugmacher gelernt.

Für Stronach hat sich Wolf als Goldgriff erwiesen. Unter ihm wuchs Magna in Europa von 1000 auf 29.000 Mitarbeiter an. Der Erwerb von Steyr Daimler Puch katapultierte Magna in Österreich schlagartig in eine andere Liga. Wolf war federführend an dem Deal beteiligt, dank enger Verbindungen mit Franz Vranitzky und Gerhard Randa von Magna.

Der Netzwerker

Bei Magna hat er sich in der Autobranche ein großes Netzwerk aufgebaut, schließlich hat der Zulieferer, der komplette Fahrzeuge für Dritte fertigt eine große Zahl von Kunden, vor allem im höherwertigen Segment. Über die Jahre hatte er es so mit dem Who-is-Who der Autobranche von BMW, Mercedes über Jaguar bis hin zur VW-Spitze zu tun. Die Netzwerke reichen nicht nur zu Mächtigen in der Automobilindustrie, sondern auch bis in die höchste Politik nach Russland und freilich auch in Österreich bis ins Bundeskanzleramt. Wolf ist in gut zwei Dutzend Aufsichtsräten anderer Unternehmen vertreten.

Wolf saß in Österreich zudem schon in den Aufsichtsräten von Strabag, Verbund und Siemens derzeit ist er im Aufsichtsrat des oö. Technologiekonzern Miba. Als Aufsichtsrat der Staatsholding ÖIAG (heute ÖBAG) fungierte Wolf ab Sommer 2008 auch als Chefverhandler beim Verkauf des Bundesanteils der Austrian Airlines (AUA). Auch als 2014 der mexikanische Multimilliardär Carlos Slim mit seiner America Movil die Kontrolle der teilstaatlichen Telekom Austria übernahm, saß Wolf im Aufsichtsrats der ÖIAG.

Nach dem Schlamassel rund um Slims Einstieg wurde die ÖIAG zur ÖBIB umgebaut und der sich bis dahin selbst erneuernde Aufsichtsrat abgeschafft.

Auch als die ÖBIB 2019 zur ÖBAG wurde, tauchte Wolfs Name wieder auf. Wie aus sichergestellten Chatnachrichten zwischen dem späteren ÖBAG-Chef Thomas Schmid und seiner Assistentin hervorgeht, hatte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) einen gewissen "SW" zum ÖBAG-Aufsichtsratschef machen wollen.

Später schrieb Schmid dann: "Kurz scheißt sich voll an." Schmids Mitarbeiterin meinte, dann solle er, Kurz, nicht Wolf zum Aufsichtsratschef machen. "Mr Saubermann, ehrlich". Und: "Ja aber seine Außenwirkung kann er auch mal durchdenken wenn man den zum AR Chef macht." Aus Wolfs Comeback in der Staatsholding wurde nichts, als Aufsichtsratschef ernannt wurde Helmut Kern.

Die Russland-Connection

Wolf ist auch schon relativ früh mit Russland geschäftlich in Kontakt getreten. 2007, damals war er gerade 50, beteiligte sich die russische Basic Element von Milliardär Oleg Deripaska um gut eine Milliarde Euro an Magna, wenn die folgende Wirtschaftskrise den Milliardär auch dazu zwang, die Anteile wieder abzustoßen. Doch die Verbindung zum einflussreichen Russen hielt, wie sich später zeigte, offenbar darüber hinaus.

Eine für die Erweiterung seines Netzwerkes wichtige Station dürfte auch sein Job als Aufsichtsratpräsident der damaligen Staatsholding ÖIAG gewesen sein, den er zwischen 2008 und 2015 innehatte. So hat die ÖIAG unter anderem den Anteil an der Staatsbeteiligung des österreichischen Energiekonzern OMV gehalten. „Wolf hat die gesamte Russland-Connection der OMV eingefädelt“, behauptet Grünen-Abgeordneter Peter Pilz damals in einem Interview und glaubt: „Er hat immer russische Interessen vertreten.“ Zwei Jahre später holte ihn Deripaska nach Russland, um die Geschicke von Russian Machines zu lenken.

Siegfried Wolf (li.), ÖOC-Präsident Karl Stoss (Mi.) und der russische Präsident Wladimir Putin, der bei den Winterspielen Sotschi 2014 ins Österreich-Haus eingeladen wurde.

Wolf hat sein Engagement in Russland seither weiter vertieft und spielt in Deripaskas Imperium eine einflussreichere Rolle. Denn Wolf führt für den russischen Milliardär dessen Nutzfahrzeughersteller GAZ, an dem Wolf auch als Minderheitsaktionär beteiligt ist.

Wolf gilt als Putin-Freund und -Versteher. Der Kreml-Chef dankte es ihm vor ein paar Jahren mit dem Orden der Freundschaft. Dieselbe Ehre wurde nur handverlesene Personen zuteil, unter ihnen AVL-Chef Helmut List und der damalige Vizekanzler Reinhold Mitterlehner.

Krisenmanager bei Deripaska

Wolf scheut offenbar auch keine schwierigen Aufgaben. Wenn es auch bei Magna nicht immer leicht gewesen sein dürfte - schon alleine wegen des doch recht eigenwilligen Charakters von Frank Stronachs - beim russischen Automobilkonzern GAZ, wird es noch einmal um ein paar Nuancen schwieriger sein, das Unternehmen zu steuern. Schon 2016 kämpfte der russische Industriegigant um seine Existenz, 2019 stand der Nutzfahrzeughersteller, wegen drohender US-Sanktionen, wieder kurz vor dem Aus.

Trotz der Schwierigkeiten ist dem Ex-Magna-Manager gelungen, das Unternehmen in den letzten zehn Jahren auf Vordermann zu bringen. Der Autobauer an der Wolga hat sich inzwischen als Hersteller von Nutzfahrzeugen, Bussen, Lkws und vor allem Kleintransportern der Marke Gazelle etabliert. Schon droht das nächste Ungemach.

Der russische Oligarch Oleg Deripaska holt 2010 Siegfried Wolf nach Russland, damit er seinen russischen Autobauer Russian Machines auf Vordermann bringt. Der Expansionskurs gen Westen sollte über Opel führen - doch daraus wurde nichst. Oper-Mutter GM winkte ab.

Nach seit der Wahl von Joe Biden zum US-Präsident will dieser nach der russlandfreundlichen Politik seines Vorgängers wieder eine härtere Gangart gegenüber Russland und damit auch gegenüber GAZ anschlagen. Diesmal ist Deripaska tatsächlich gezwungen, einen Käufer für seine Anteile bei GAZ zu finden. Bis Jänner 2022 hat er Zeit, seine Anteile an GAZ loszuschlagen, ansonsten droht dem Automobilhersteller handlungsfähig zu werden.

Gute Kontakte zu Volkswagen-Eigentümern

Zu den wichtigen Wegbegleitern Wolfs zählt auch Wolfgang Porsche und bis zu dessen Tot auch Ferdinand Piech, die auch abseits des Business gute Kontakte pflegten. Einen nicht unwesentlichen Teil des Erfolgs bei GAZ hat er nämlich VW zu verdanken. Denn durch Wolfs Engagement konnte GAZ ein weiteres wichtiges Standbein aufbauen - die Montage für andere Automarken.

Eine der erfolgreichsten Kooperationen ist die mit VW. Volkswagen liefert wiederum 2.0-Liter-TDI-Motoren für die Transporter von GAZ. Derzeit werden ausländische Investitionen aber durch das Damoklesschwert Sanktionen massiv erschwert.

Wolf hat einen Sitz im Aufsichtsrat der Porsche SE. Die Porsche SE ist wiederum Mehrheitseigentümer der Volkswagengruppe. Ein interessantes Detail: VW-Tochter Traton, zu der auch MAN gehört, hat vor kurzem eine milliardenschwere Anleihe begeben, auch mit der Begründung Akquisitionen tätigen zu wollen. Wenn die Lkw-Produktion am Standort Steyr 2023 endet, wo soll dann eigentlich in Zukunft die leichte und mittlere Baureihe von MAN gefertigt werden?

Investor abseits der Autoindustrie

Immobilienentwickler.Vor 16 Jahren ist der Automobil-Spezialist auch ins Immobiliengeschäft eingestiegen. Gemeinsam mit den Wiener Immobilienunternehmern Johann Breiteneder junior und Bettina Breiteneder und der Familie Zimmermann (Berndorf-Eigentümer) hat er damals die B & W Liegenschaftsverwertung GmbH gegründet. Die Breiteneders sind ganz groß im Immobilienbusiness. Ihnen gehören beispielsweise die „Best in Parking“-Garagen.

Im Jahr 2005, kurz vor der großen Immorallye, hat sich im Nachhinein als hervorragender Zeitpunkt erwiesen, um ins Immobiliengeschäft einzusteigen. B & W kauft und renoviert Zinshäuser. In der Wiener Innenstadt besitzt Wolf in der Elisabethstraße zudem eine Liegenschaft. Vor einigen Jahren hat Wolf seinem Ex-Chef Stronach und dem von diesem gegründeten Golfclub Fontana in Oberwaltersdorf und das dortige Schloss gekauft.

Winzer. Sigi Wolf ist auch Winzer. Ihm gehören gleich drei Weingüter. Mit Gut Strengberg und Gut Zinsenstein besitzt der Unternehmer in Niederösterreich zwei Betriebe. Erst Ende 2020 hat der Steirer im südsteirischen Gamlitz die Domäne Wolf ins Firmenbuch eintrage lassen - allesamt geführt von Top-Winzern. Laut Insidern wird gerade ein luxuriöses Gutshaus der Extraklasse neu gebaut.

Stiftung gegen Arm-und-Krank. Wolf tut auch Gutes. So betätigte er sich mit anderen großen Namen der österreichischen Wirtschaft auch als Stifter. Gemeinsam mit René Benko, Ronny Pecik, Boris Nemsic, Wolfgang Rosam, Frank Stronach, Walter Rothensteiner und weiteren Wirtschaftskapitänen gründete er 2011 die Nein-zu-Arm-und-Krank-gemeinnützige-Privatstiftung.

Siegfried Wolf - sein Leben und Werk

Am 31. Oktober 1957 wurde Siegfried Wolf im oststeirischen Feldbach geboren. Aufgewachsen ist er mit sechs Geschwistern auf dem Bauernhof der Eltern. Das Gymnasium brach er ab und absolvierte stattdessen eine Ausbildung zum Werkzeugmacher-Meister bei Philips in Wien. Danach holte er seinen Schulabschluss an der Bundeslehranstalt für Maschinenbau nach. Der 63-jährige Steirer hat derzeit in Österreich 26 Funktionen inne, 65 weitere Funktionen wurden aus dem Firmenbuch über die Jahre wieder gelöscht. Zurzeit ist er Aufsichtsratschef der Europaniederlassung der russischen Sberbank.

Die Blitzkarriere Von Philips wechselte Wolf 1981 zu den Vereinigten Wiener Metallwerken, 1983 zum Munitionsproduzenten Hirtenberger, wo er auch Gesamtprokurist war. Dort wurde er 1994 von Magna-Chef Frank Stronach entdeckt und angeheuert und legte eine Blitzkarriere hin. Er begann zunächst als Vorstand für Forschung und Entwicklung. Schon 1995 rückte er zum Präsidenten der Magna Europa AG mit Sitz im niederösterreichischen Oberwaltersdorf bei Wien auf.

In den folgenden Jahren übernahm Magna mehrere kleine Unternehmen.

Der Abwickler 1998 wickelte Wolf für Magna den Kauf der Steyr-Daimler-Puch ab, die 2001 in Magna Steyr umbenannt wurde. Unter Wolf stieg die Anzahl der Magna-Mitarbeiter in Europa von rund 1.000 auf 29.000.

Stronachs rechte Hand 1999 wurde Wolf von Stronach in den Verwaltungsrat des Mutterkonzerns Magna International berufen. Er wurde dort Stronachs rechte Hand. Sämtliche Aktivitäten außerhalb der Autobranche wurden nach 2000 in die Magna Entertainment ausgegliedert. Magna Steyr richtete Wolf ganz auf den Autobau aus. Im Auftrag von Mercedes-Benz, Chrysler, Saab und BMW wurden für diese Konzerne komplette Autos gebaut.

Noch ein Karrieresprung Ende Jänner 2004 kehrte Frank Stronach überraschend an die Spitze seines eigenen Imperiums zurück, als interimistischer Nachfolger seiner Tochter Belinda, die ab 2001 Konzernchefin gewesen war und in Kanada in die Politik wechselte. Ebenso überraschend gab Stronach die Führung wieder ab, und zwar an den Kanadier Donald Walker (der bereits von 1994 bis 2001 CEO gewesen war) und den Österreicher Siegfried Wolf. Für Wolf bedeutete das einen abermaligen Karrieresprung. Stronach zog als Chairman of the Board of Directors im Hintergrund die Fäden.

Expansion in China Wolf setzte die Expansion fort. In China wurden rund zwei Dutzend Fabriken gebaut. 2007 beteiligte sich die russische Basic Element von Oleg Deripaska um 1,5 Mrd. US-Dollar (1,17 Mrd. Euro) an Magna - ein Engagement, das Deripaska in der Wirtschaftskrise wieder aufgeben musste.

Oleg Deripaska 2007 beteiligte sich die russische Basic Element von Oleg Deripaska um 1,5 Mrd. US-Dollar (1,17 Mrd. Euro) an Magna - ein Engagement, das Deripaska in der Wirtschaftskrise wieder aufgeben musste.

Styrian Spirit Eine weniger glückliche Hand hatte Wolf als Miteigentümer der 2003 gestarteten steirischen Pleite-Airline Styrian Spirit, die schon 2006 wieder aufgeben musste.

Auf nach Russland 2010 holte Deripaska Wolf ganz nach Russland. Er leitete für den russischen Milliardär die Geschicke von Russian Machines. Schon davor wollten Wolf und Deripaska mit ihrem Rettungskonzept für den deutschen Autobauer Opel gemeinsame Sache machen.
Magna wollte mit Deripaskas Autobauer GAZ und der staatlichen russischen Sparkasse Sberbank bei Opel einsteigen und hatte im September 2009 bereits die Zusage der damaligen Opel-Mutter General Motors - zwei Monate später sagten die Amerikaner den vor allem von Wolf vorangetriebenen Deal aber überraschend ab.
Die Beziehung zu Deripaska war es auch, die u.a. bei der MAN-Belegschaft in Steyr Skepsis hervorrief, als Wolf im Frühjahr der Belegschaft sei Übernahmekonzept für das Lkw-Werk präsentierte. In einer Urabstimmung votierten zwei Drittel der Beschäftigten dagegen. Doch Wolf ließ nicht von seinem Vorhaben ab und besserte sein Angebot nach. Jetzt wurde sein jüngster Deal fixiert.

Aufsichtsrat & Netzwerke Wolf saß in Österreich zudem schon in den Aufsichtsräten von Strabag, Verbund und Siemens derzeit ist er im Aufsichtsrat des oö. Technologiekonzern Miba. Als Aufsichtsrat der Staatsholding ÖIAG (heute ÖBAG) fungierte Wolf ab Sommer 2008 auch als Chefverhandler beim Verkauf des Bundesanteils der Austrian Airlines (AUA). Auch als 2014 der mexikanische Multimilliardär Carlos Slim mit seiner America Movil die Kontrolle der teilstaatlichen Telekom Austria übernahm, saß Wolf im Aufsichtsrats der ÖIAG.

Nach dem Schlamassel rund um Slims Einstieg wurde die ÖIAG zur ÖBIB umgebaut und der sich bis dahin selbst erneuernde Aufsichtsrat abgeschafft.
Der hat aktuell in Österreich 26 Funktionen inne, 65 weitere Funktionen wurden aus dem Firmenbuch über die Jahre wieder gelöscht. Unter anderem ist er auch Aufsichtsratschef der Europaniederlassung der russischen Sberbank.

ÖBIB wird ÖIAG. Auch als die ÖBIB 2019 zur ÖBAG wurde, tauchte Wolfs Name wieder auf. Wie aus sichergestellten Chatnachrichten zwischen dem späteren ÖBAG-Chef Thomas Schmid und seiner Assistentin hervorgeht, hatte Kanzler Sebastian Kurz (ÖVP) einen gewissen "SW" zum ÖBAG-Aufsichtsratschef machen wollen. Später schrieb Schmid dann: "Kurz scheißt sich voll an." Schmids Mitarbeiterin meinte, dann solle er, Kurz, nicht Wolf zum Aufsichtsratschef machen. "Mr Saubermann, ehrlich". Und: "Ja aber seine Aussenwirkung kann er auch mal durchdenken wenn man den zum AR Chef macht." Aus Wolfs Comeback in der Staatsholding wurde nichts, als Aufsichtsratschef ernannt wurde Helmut Kern.

Der Stifter Wolf betätigte sich mit anderen großen Namen der österreichischen Wirtschaft auch als Stifter. Gemeinsam mit René Benko, Ronny Pecik, Boris Nemsic, Wolfgang Rosam, Frank Stronach, Walter Rothensteiner und weiteren Wirtschaftskapitänen gründete er 2011 die Nein-zu-Arm-und-Krank-gemeinnützige-Privatstiftung. Wolf gehören unter anderem auch ein Weingut und ein Reiterhof in Weikersdorf in Niederösterreich sowie der Fontana Golfclub und das Schloss Oberwaltersdorf.

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