Ein Wiener Start-up als Alternative zu ChatGPT & Co.

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Die Gründer von Eustella: (v.l.) Matteo Rosoli (CEO), Bastian Kellhofer (Publishing Manager), Alexander Maitz (CTO) und Jakob Steinschaden (Media- und KI-Spezialist).

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Eustella mit Firmensitz im AI:AT Coworking Hub setzt auf eine europäische KI-Infrastruktur.

Mit Eustella bringt ein Start-up aus Wien einen KI-Assistenten auf den Markt, der auch agentische Funktionen erlaubt. Eustella kann im Prinzip das, was Nutzer:innen von ChatGPT & Co. kennen. Die KI beantwortet Fragen, recherchiert, textet, generiert Bilder und baut Präsentationen und ermöglicht auch den Bau von Agenten, die auf Basis der Nutzervorlieben in gewissem Umfang autonom agieren können.

Das Ende letzten Jahres weltweit Aufsehen erregende Projekt von Peter Steinberger (mittlerweile bei Open AI) hat die Eustella-Erfinder „stark inspiriert“, wie Eustella-CEO Matteo Rosoli sagt. Mit Eustella verbinden die Macher das Versprechen, vor allem europäische Technologien zu verwenden und die gegebenen Datenschutz- und Sicherheitsstandards zu berücksichtigen. „Wir warten nicht darauf, dass Europa digital unabhängig wird. Eustella macht es heute möglich“, sagt Rosoli. 

Der Wunsch nach digitaler Souveränität und europäischen Technologiealternativen ist mittlerweile nicht nur in vielen Vorstandsetagen angekommen, das Thema interessiert offenbar auch die Verbraucher:innen. In der geschlossenen Betaphase haben sich in den letzten Monaten 5.000 Nutzer:innen für Eustella angemeldet. „Das Interesse war nicht nur in Österreich und dem deutschsprachigen Raum groß. Wir hatten auch Anmeldungen aus Malta, Portugal oder Großbritannien. Sogar aus Moldau erreichte uns eine Anfrage“, sagt Rosoli dem trend. 

Privatsphäre als Produktversprechen

Informationen zu den Nutzerprofilen haben die Eustella-Macher dabei nicht: „Privatsphäre ist bei unserem Produkt kein leeres Versprechen“, sagt Rosoli. Das Feedback in Social Media lege aber nahe, „dass Menschen aus allen Altersgruppen Eustella nutzen“. Zu den wichtigsten Argumenten für ein Eustella-Abo zählen demnach Privatsphäre und das europäische Label. „Viele unserer Betatester:innen haben nach einer Alternative zu ChatGPT und Claude gesucht,“ sagt Rosoli. Ein Viertel der Nutzer:innen haben Eustella auch bereits dafür genutzt, KI-Agenten zu bauen oder zu teilen.

Betrieben wird Eustella auf europäischer Infrastruktur, und läuft in der Cloud von Ionos (gehört zur deutschen United Internet AG). Im Einsatz sind derzeit die Modelle Gemma 4 (Google), Qwen 3.5/3.7 (Alibaba), gpt-oss-120b (OpenAI) und Mistral (Mistral AI) sowie Flux (Black Forest Labs) für die Bildgenerierung, die von Eustella als „Open Weight“-Modelle selbst betrieben werden. „Die Verarbeitung bleibt zu 100 Prozent in der EU. Nutzerdaten werden niemals für das Training von KI-Modellen verwendet“, versprechen die Betreiber. 

Europäische Partner bevorzugt

Die Idee Eustella-Macher ist, europäische Anbieter in das Modell einzubinden: Zum Start Ende Juni ist etwa Datenmaterial von Bitpanda oder der Preisvergleichsplattform Geizhals integriert. Stellen Nutzer:innen etwa Fragen zu Kryptoassets oder Elektronikprodukten, wird auch auf dieses Wissen zugegriffen. „KI-Agenten werden verändern, wie Menschen digitale Services nutzen. Bei Finanzinformationen ist besonders wichtig, dass Antworten auf aktuellen und verlässlichen Daten basieren. Mit Bitpanda als Datenquelle können Nutzerinnen und Nutzer über Eustella aktuelle Kryptopreise in Echtzeit abrufen. Für uns ist das ein konkreter Anwendungsfall dafür, wie europäische KI-Produkte und Finanzinfrastruktur sinnvoll zusammenspielen können”, so Christian Trummer, Chief Scientist und Mitgründer von Bitpanda in einer Stellungnahme. In den kommenden Monaten sollen weitere Anbindungen erfolgen und die Wissensbasis ergänzen für Reisen, für Navigation, für Bildung und anderes mehr.

Mit 25. Juni geht Eustella offiziell an den Start und ist über Web bzw. AppStores nutzbar. Für die Nutzung gibt es drei Preisstufen, beginnend bei 5,99 Euro pro Monat.

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