
Mit künstlicher Intelligenz und natürlichem Humor hat das Duo Sequence Five die Fußballträume der Österreicher:innen beflügelt.
Drei Wochen vor WM-Start wurde das Spaßprojekt ernst. Was sich Jakob Leitner und Ben Bredl seit der Qualifikation des österreichischen Teams Ende 2025 im Kopf und nebenher zusammengereimt hatten, wurde ab Ende Mai in Scripts und Prompts gegossen und in vielen Nächten zu einem Video gemacht, das den Traum vom WM-Sieg des rot-weiß-roten Teams unter Rangnick am 19. Juli zelebriert: Mit um 30 Jahre gealterten Protagonisten von Marco Arnautovic bis David Alaba. „Weltmeister, Oida“, ideal vor dem ersten Spieltag der Österreicher platziert, wurde zum KI-generierten Sensationsvideo und wohl bereits über eine Million mal angesehen, allein auf Youtube sind es aktuell 285.000.
Seitdem fragt jeder, wie viel KI und wie viel Mensch in dem Dreiminüter stecken. Eine „zweistellige Zahl von KI-Tools“, sagt Leitner, darunter die LLMs ChatGPT und Gemini, aber auch jede Menge Foto- und Videowerkzeuge seien verwendet worden. Der Witz und die Pointen sind überwiegend menschlich, so das als Sequence Five firmierende Wiener Filmemacher-Duo: „Die KI ist nicht so gut bei Humor“, rekapituliert Leitner, und Dinge wie den Arnautovic-Spruch am Ende („Es gibt Kinder, die waren 2026 noch nicht einmal geboren, und trotzdem, die wissen ganz genau, wo sie damals waren“) können ja wirklich nur Menschen einfallen …
Zu glauben, dass KI nun das Kommando über das Genre Satirevideos übernehmen wird, halten die beiden dennoch für Nonsens. Sie haben ihren Aufwand zwar nicht berechnet. Wäre es eine Aufragsarbeit, etwa ein CEO, der eine große Mission seines Unternehmens inszenieren will, wäre es „nicht unter 20.000 Euro“ zu machen, so Leitner. Für sie selbst ist klar, dass ihre Werbevideos in Zukunft öfter hybrid sein werden. Bredl: „Mit KI kannst du Geschichten erzählen, die du sonst nicht erzählen könntest.“
Der Artikel ist in der trend.EDITION vom 26. Juni 2026 erschienen.
