Österreich vs. Argentinien – wer gewinnt das Wirtschaftsduell?

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Symbolbild Österreich gegen Argentinien
 © Yuliyan Velchev, julydfg via Canva

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Ein ökonomischer Check vor dem WM-Schlager der Gruppe J: Die österreichischen Direktinvestitionen in Argentinien sind fast dreimal so hoch wie die argentinischen in Österreich.

Messi trifft auf Arnautovic, die Nummer eins der FIFA-Weltrangliste, Argentinien, auf Österreich, die Nummer 21. In Dallas stellen heute die beiden Teams in der Gruppe J die Weichen für die K.o. - Runde der Fußball-Weltmeisterschaft. Österreich geht als Außenseiter in das Duell, ein überraschender Erfolg ist jedoch nicht ausgeschlossen.

Doch wie schaut das Match in ökonomischen Kategorien aus?

Beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) pro Kopf liegt Österreich deutlich vor Argentinien. Während die österreichische Wirtschaftsleistung pro Kopf zuletzt etwa 55.800 US-Dollar entsprach, lag es in Argentinien bei rund 14.400 US-Dollar. Auch bei der Kaufkraft und dem allgemeinen Wohlstandsniveau schneidet Österreich deutlich besser ab. Argentinien kämpft seit Jahren mit hoher Inflation, Währungsproblemen und einer vergleichsweise hohen Armutsquote.

Beim Wirtschaftswachstum ergibt sich jedoch ein anderes Bild. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) erwartet für Österreich im Jahr 2026 lediglich ein Wachstum von 0,7 Prozent.

Für Argentinien wird laut Statista hingegen ein Wachstum des realen BIP von rund 3,5 Prozent prognostiziert. Bereits 2025 wuchs die Wirtschaft um rund 4,4 Prozent. Allerdings ist dieser Aufschwung auch vor dem Hintergrund einer zuvor tiefen Wirtschaftskrise zu betrachten.

Beim Vergleich der Direktinvestitionen zeigt sich die relative Stärke der österreichischen Exporteure: Der Bestand der österreichischen Investitionen in Argentinien betrug per Ende 2025 245 Millionen Euro, umgekehrt waren es 93 Millionen Euro. In beiden Fällen ist deutlich Luft nach oben.

Besonders brüstet sich die aktuelle argentinische Staatsführung unter Staatspräsident Javier Milei, die Wirtschaft „mit der Kettensäge" zu deregulieren und den Staat schlanker zu machen. Der Erfolg des Experiments wird erst in Jahren zu messen sein. Zumindest die oberste politische Ebene gibt es im Andenstaat jedoch schlank. Präsident, Vizepräsidentin, zehn Minister:innen – auf 3,8 Millionen Argentinier:innen kommt ein Regierungsmitglied. In Österreich kommt auf 439.000 Einwohner:innen eine Minister:in oder Staatsekretär:in.

Die Arbeitslosenquote lag in Österreich 2025 bei 5,7 Prozent und damit um 0,5 Prozentpunkte höher als im Jahr zuvor. Besonders betroffen sind junge Menschen: Die Jugendarbeitslosenquote der 15- bis 24-Jährigen betrug 11,5 Prozent.

In Argentinien lag die allgemeine Arbeitslosenquote 2025 bei 7,4 Prozent. Die Jugendarbeitslosenquote erreichte mit 20,9 Prozent nahezu das Doppelte des österreichischen Werts. Hinzu kommt ein weiterer struktureller Unterschied zwischen den Ländern: Nach Angaben des argentinischen Präsidenten arbeiten rund 40 Prozent der Erwerbstätigen im informellen Sektor – also ohne regulären Arbeitsvertrag oder Sozialversicherung.

Erfinderisch und ideenreich sind die argentinischen Spieler in jedem Fall auf dem Feld. Aber wie sieht es im Wirtschaftsleben aus? Laut den aktuellsten Zahlen von 2024 wurden 719 inländische Patente angemeldet. In Österreich wurden nach einem leichten Rückgang im Jahr davor 2025 in Österreich wieder mehr Erfindungen angemeldet. Beim Österreichischen Patentamt gingen insgesamt 2.272 Erfindungsanmeldungen ein – ein Plus von 4,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Somit hat auch hier Österreich trotz niedrigerer Bevölkerungszahl die Nase vorn.

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