Fußball-Managerinnen: vom Spielfeldrand ins Zentrum

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FC-Chelsea-Managerin Marina Granovskaia
 © K Rapid, Sebastian Atzler, istockphoto, imago images/LaPresse

FC-Chelsea-Managerin Marina Granovskaia galt lange als einflussreichste Frau im Fußballgeschäft.

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Frauen übernehmen langsam, aber kontinuierlich Führungsfunktionen im internationalen Männerfußball.

Männer dominieren nach wie vor in der Führung internationaler Fußballclubs und -verbände – sowohl im Frauen- als auch im Männerfußball. Doch es gibt Bewegung:

Marina Granovskaia galt laut der britischen Tageszeitung „Times“ als die einflussreichste Frau im Fußballgeschäft. Sie prägte als Geschäftsführerin und Sportdirektorin beim FC Chelsea von 2014 bis 2022 die Transferpolitik und wirtschaftliche Entscheidungen des englischen Vereins, zehn Jahre war sie auch Assistentin des Chelsea-Besitzers Roman ­Abramowitsch, eines ­russischen Oligarchen.

England brachte weitere weibliche Führungskräfte im Spitzenfußball hervor: Amanda Staveley fädelte unter anderem 2021 den Verkauf von Newcastle United an den Saudi Public Investment Fund (80 Prozent) ein und beteiligte sich über ihre eigene Firma PCP Capital Partners mit zehn Prozent am Fußballclub. Bis 2024 war sie als ­Direktorin bei Newcastle tätig.

Auf europäischer Ebene ist Lise Klaveness ein weiterer bedeutender Name. Die ehemalige norwegische Nationalspielerin wurde 2022 Präsidentin des norwegischen Fußballverbands und ist Mitglied im UEFA-Exekutivkomitee. Auch Laura McAllister steht als UEFA-Vizepräsidentin und langjährige Funktionärin für den zunehmenden Einfluss von Frauen in europäischen Fußballgremien.

Die UEFA hat es sich zum Ziel gesetzt, Frauen in Führungspositionen im Fußball mit dem Women in Football Leadership ­Programme (WFLP) zu fördern. Bei einem jährlichen Intensivtraining sollen Frauen auf anspruchsvolle Management- und Entscheidungspositionen in Vereinen und Verbänden vorbereitet werden. Inwiefern das Programm nachhaltig etwas an der strukturellen Diskriminierung von Frauen im Fußball ändert, bleibt fraglich.

Inzwischen haben Frauen auch in Deutschland verstärkt Führungsrollen im Männerfußball übernommen. Ein bemerkenswertes Beispiel ist Tatjana Haenni, die als erfahrene Sportfunktionärin bereits auf internationaler Ebene tätig war. Seit Beginn dieses Jahres steht sie als CEO an der Spitze von RB Leipzig und ist damit die erste Frau in dieser Funktion bei einem Bundesliga-Club.

In diese Liga gehört auch Kathleen Krüger. Als langjährige Team­managerin des FC Bayern München übernahm sie eine Schlüsselrolle zwischen Mannschaft, Trainerstab und Vereinsführung, mit 1. Juli wechselt sie nun als Sportvorständin des HSV von München nach Hamburg.

Darüber hinaus ­verkörpert Christina Rühl-Hamers, die als ­Finanzvorständin und Interimsvorstandsvorsitzende beim Traditionsverein Schalke 04 tätig war, die zunehmende Öffnung deutscher Männer­fußballvereine gegenüber weiblichen ­Führungskräften.

Diese Entwicklungen zeigen, dass Frauen im Männerfußball längst nicht mehr nur Randfiguren sind. Sie gestalten Transfers, organisieren Vereinsstrukturen, beeinflussen strategische Entscheidungen und prägen internationale Fußballpolitik. Trotz weiterhin bestehender Unterrepräsentation gibt es einen Wandel: Der Profifußball entwickelt sich schrittweise zu einem diverseren Arbeitsfeld, in dem die Führungsqualitäten zunehmend wichtiger werden als traditionelle Geschlechterrollen.

Der Artikel ist in der trend.FEMALE-Ausgabe erschienen.

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