Damit aus KI ein Geschäft wird

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Erste Anwendungen zeigen, was künstliche Intelligenz leisten kann. Doch der Weg vom erfolgreichen Test zum produktiven Einsatz führt über sichere Daten, eine belastbare Cloud-Infrastruktur und die Kontrolle über digitale Abhängigkeiten.

Die künstliche Intelligenz hat bereits die Experimentierphase verlassen: Sie analysiert Daten, steuert Arbeitsschritte und greift zunehmend in zentrale Geschäftspro­zesse ein. Für viele Unternehmen ist ­damit der Beweis erbracht, dass die Tech­nologie funktioniert. Noch lange nicht beantwortet ist jedoch die wirtschaftlich wichtigere Frage: Lässt sie sich auch sicher und in großem Maßstab in den Betrieb integrieren?

Genau dieser Frage widmet sich der A1 ICT Summit am 29. September. Im Mittelpunkt stehen dabei nicht ­einzelne Anwendungen oder der nächste technologische Hype, sondern deren ­Zusammenspiel: Was benötigen Unternehmen, damit KI auf geeignete Daten zugreifen kann, auf einer belastbaren Cloud-Infrastruktur läuft und zugleich Sicherheit und digitale Souveränität ­gewahrt bleiben?

Künstliche Intelligenz entwickelt sich zu einer Basistechnologie für Geschäftsprozesse.

Alexander Kuchar, CTO A1 Group
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„Künstliche Intelligenz entwickelt sich von isolierten Anwendungen zu ­einer Basistechnologie für Geschäfts­prozesse“, sagt Alexander Kuchar, CTO der A1 Group. Entscheidend sei jedoch nicht, was technisch möglich ist, sondern welchen Nutzen eine Anwendung für ­Kunden und Unternehmen schafft. Am Anfang sollte daher nicht die Technologie stehen, sondern eine konkrete Frage: Welches Problem soll KI lösen und ­welches Ergebnis soll sie verbessern?

Damit reicht die Veränderung weit über einzelne Anwendungen hinaus. KI und Cloud verändern Prozesse, Entscheidungswege und die Zusammenarbeit innerhalb eines Unternehmens. Aus einem Technologieprojekt wird eine umfassendere Transformation, die auch Daten, Verantwortlichkeiten und Organisation erfasst.

Schon heute wird KI für Datenanalysen, Kundeninteraktionen, Software­entwicklung oder die Optimierung von Netzen eingesetzt. Die nächste Stufe sind KI-Agenten, die nicht mehr bloß Vorschläge liefern, sondern definierte Prozessschritte oder ganze Arbeitsabläufe übernehmen. Damit steigt allerdings auch die Tragweite ihrer Entscheidungen.

Greift ein System auf sensible Daten zu oder stößt selbstständig weitere Vorgänge an, können Fehler rasch geschäftskritisch werden. Wer darf ihm welche Aufgabe übertragen? Wer überprüft die Ergebnisse und übernimmt die Verantwortung? „Dafür braucht es klare Ver­antwortlichkeiten, hochwertige Daten, ­sichere Plattformen und menschliche Aufsicht“, sagt Kuchar.

Die zentrale Herausforderung liegt daher darin, die wachsende Komplexität über Technologien, Prozesse, Daten und Organisation hinweg beherrschbar zu machen. Ein gelungenes Pilotprojekt ­allein reicht nicht aus. Geschäftlichen Nutzen bringt KI erst, wenn sie sich in bestehende Abläufe integrieren und bei Bedarf skalieren lässt.

Ob die Transformation gelingt, zeigt sich letztlich nicht an der Zahl der eingesetzten KI-Anwendungen. Entscheidend ist, ob Unternehmen damit bessere Kundenerlebnisse schaffen, schneller entscheiden, effizienter arbeiten oder neue Geschäftsmöglichkeiten erschließen. Die Präsentation eines gelungenen Anwendungsfalls ist der einfache Teil. Schwieriger – und wirtschaftlich entscheidend – ist der Geschäftsalltag danach.

Denn spätestens dann stellt sich die Frage nach der Infrastruktur. KI benötigt Rechenleistung, sichere Datenumgebungen und eine Verbindung zu vorhandenen Systemen. Doch die Vorstellung, Unternehmen müssten lediglich möglichst viele Anwendungen in die Cloud verlagern, greift zu kurz. „Cloud-Transformation bedeutet mehr als die ­Verlagerung bestehender Anwendungen“, betont Kuchar. Auch Archi­tekturen und Betriebsmodelle müssten weiterentwickelt werden. Anwendungen sollten für die Cloud konzipiert, Daten nach ihrer Sensibilität klassifiziert sowie Security und Compliance von Beginn an berücksichtigt werden. Wer alte Struk­turen unverändert auf eine neue Plattform hebt, verlagert häufig auch deren Pro­bleme.

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Europäische Cloud. Exoscale betreibt seine Infrastruktur ausschließlich in Europa. Die Plattform bietet auch spezialisierte Rechenleistung für KI-Anwendungen.

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Architektur. Unternehmen kombinieren eigene Rechenzentren mit euro­päischen Cloud-Plattformen, globalen Hyper­scalern und spezialisierten KI-Infrastrukturen. Das ist sinnvoll, weil ein standardisierter Büroprozess eine andere Umgebung verlangt als eine kritische Produktionssteuerung oder ein KI-Modell mit sensiblen Unternehmensdaten.

Die Aufgabe besteht darin, den passenden Ort für den jeweiligen Workload zu finden. Wer eine Plattform wählt, ­entscheidet nicht nur über Funktionen. Er legt zugleich fest, wo seine Daten liegen, welcher Rechtsraum gilt und wie leicht sich eine Anwendung später wieder verschieben lässt.

„Cloud-Infrastruktur ist das Rückgrat digitaler Geschäftsmodelle. Ihre strate­gische Bedeutung wächst, sobald KI produktiv eingesetzt wird“, sagt Mathias ­Nöbauer, CEO von Exoscale. Der zur A1 Digital gehörende Cloud-Anbieter hat seinen Hauptsitz in der Schweiz und betreibt seine Infrastruktur ausschließlich in Europa.

Für Nöbauer ist digitale Souveränität keine abstrakte politische Forderung, sondern eine Frage des unternehmerischen Risikos. „Sie bedeutet nicht Abschottung, sondern Kontrolle und Wahlfreiheit“, sagt er. Dazu gehört auch die Möglichkeit, den Anbieter zu wechseln. Denn über Jahre entstandene Abhängigkeiten lassen sich meist nur mit ­erheblichem Aufwand lösen.

Das ist kein Argument gegen globale Hyperscaler. Sie bieten hohe Skalierbarkeit und großes Innovationstempo. Grenzen zeigen sich, wenn sensible Daten, kritische Anwendungen oder eigene KI-Modelle ausschließlich in geschlossenen, außereuropäischen Systemen laufen. Unterschiedliche Rechtsräume und schwer kalkulierbare Kosten können die

Cloud-Infrastruktur ist das Rückgrat digitaler Geschäftsmodelle.

Mathias Nöbauer, CEO Exoscale
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Die Antwort ist nicht die eine perfekte Cloud. „Erforderlich ist ein Multi-Cloud- oder Hybrid-Cloud-Modell, das Work­loads entsprechend ihrem Schutzbedarf zuordnet und klare Wechsel- und Exit-Optionen sicherstellt“, sagt Nöbauer. Ein Unternehmen sollte wissen, welche Abhängigkeit es eingeht und wie es diese wieder beenden kann.

Exoscale setzt auf offene Standards und Open-Source-Technologien. Für KI-Training, Simulationen und datenintensive Anwendungen stehen spezialisierte GPUs bereit, während die Daten in einer europäischen Infrastruktur bleiben. Rechenleistung und Souveränität werden damit nicht als Gegensätze behandelt.

Eine hybride Architektur erhöht allerdings die Zahl der Schnittstellen. Die ­Herausforderung entsteht dort, wo Netzwerk und Cloud, Datenplattform und KI oder zentrale Standards und lokale Anforderungen aufeinandertreffen. An ­diesen Übergängen werden Projekte langsam und Zuständigkeiten unklar.

Bündelung. A1 will diese Bausteine deshalb gemeinsam betreiben. Im gruppenweiten Business Delivery Center werden Kompetenzen für Cloud, Cybersecurity, Netzwerke, Rechenzentren sowie Service und Support gebündelt. Prozesse und ­Expertise sollen zentral standardisiert werden, während Kundenkontakt und Marktkenntnis in den Ländern bleiben.

Die Logik: zentralisieren, wo gemeinsame Standards Tempo und Qualität erhöhen, und lokal bleiben, wo Nähe zum Unternehmen zählt.

Damit führt der Weg zurück zur Ausgangsfrage. Wirtschaftlicher Nutzen entsteht, wenn KI auf geeignete Daten zugreifen kann, in verlässlichen Prozessen arbeitet und auf einer Infrastruktur läuft, die Sicherheit, Skalierbarkeit und Wahlfreiheit verbindet.

Unternehmen müssen sich dabei nicht auf eine einzige technologische Zukunft festlegen. Angesichts der Geschwindigkeit, mit der sich KI und Cloud entwickeln, wird die Fähigkeit zum Wechsel selbst zum Wettbewerbsvorteil. Wer seine Daten und Abhängigkeiten kennt und Plattformen verbinden kann, nutzt neue Technologien, ohne die Kontrolle darüber abzugeben. Darin liegt das Fundament für den Schritt vom reinen KI-Versuch zum digitalen Geschäft.

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„Entscheidend ist das Zusammenspiel"

Alejandro Plater, CEO A1 Group, über steigende technologische Komplexität, das Wachstum des ICT-Geschäfts und die künftige Rolle von A1.

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ICT-Strategie. A1-Group- CEO Alejandro Plater setzt auf integrierte digitale Lösungen.

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TREND: Warum stehen KI, Cloud und digitale Souveränität derzeit ganz oben auf der Agenda vieler Unternehmen?

Alejandro Plater: Unternehmen investieren stark in ihre Digitalisierung. Gleichzeitig werden ihre IT-Landschaften immer komplexer. Neue Technologien, zusätzliche Plattformen, steigende Cyberrisiken und regulato­rische Anforderungen müssen miteinander in Einklang gebracht werden. Entscheidend ist daher nicht mehr die Auswahl einer einzelnen Technologie. Es geht darum, KI, Cloud, Cybersecurity und digitale Souveränität intelligent zu verbinden. Entscheidend ist das Zusammenspiel. Erst wenn dieses funktioniert, entstehen konkrete Vorteile – von höherer Effizienz bis zu mehr Wettbewerbsfähigkeit und Wachstum.

Welche Rolle will A1 dabei übernehmen? Wir entwickeln uns vom Konnektivitätsanbieter zu einem umfassenden Partner für die digitale Transformation. Dafür investieren wir gezielt in Cloud, Cybersecurity, Datenmanagement und künstliche ­Intelligenz. Unser Anspruch ist es, Unternehmen durchgängig zu begleiten: von der technologischen Architektur und der Auswahl geeigneter Plattformen bis zum sicheren laufenden Betrieb. Viele Kunden benötigen nicht noch mehr einzelne Lösungen, sondern einen Partner, der Komplexität reduziert und Verantwortung für das Zusammenspiel übernimmt

Welche Rolle spielt das ICT-Geschäft für das künftige Wachstum der A1 Group? Das ICT-Geschäft wächst deutlich schneller als das traditionelle Telekommunikations­geschäft und soll bis 2030 einen wesentlich größeren Anteil an unserem Gesamtumsatz erreichen. Dahinter stehen veränderte Kundenbedürf­nisse. Unternehmen erwarten nicht mehr nur zuverlässige Verbindungen. Sie benötigen integrierte, sichere und skalierbare Lösungen, die ihre Geschäftsprozesse unterstützen. ­Daraus ergeben sich für A1 erhebliche ­Wachstumschancen.

Wie stellt sich A1 organisatorisch darauf ein? Wir bündeln speziali­sierte Kompetenzen innerhalb der A1 Group und machen sie in allen Märkten verfügbar. Die lokalen Gesellschaften und das Business Delivery Center bleiben nahe am Kunden und stellen die Ressourcen und Fähigkeiten bereit, um die jeweiligen Marktanforderungen bestmöglich zu erfüllen. Die Competence Delivery Centers bündeln gruppenweite Expertise und Skaleneffekte und unterstützen damit Wachstum und Innovation über alle Märkte hinweg. So verbinden wir lokale Kundennähe mit gruppenweiten Kompetenzen und ­europäischer Größe.

Was wird künftig über den Erfolg im ICT-Markt entscheiden? Entscheidend sind ­integrierte Lösungen, die sicher, skalierbar und wirtschaftlich tragfähig sind. Der größte Mehrwert entsteht durch das Zusammenspiel der Technologien.

„Wir bündeln internationale Expertise mit lokaler Präsenz“

Matthias Resatz erklärt, wie Kunden profitieren und mit lokalen Experten partnerschaftlich zusammenarbeiten.

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Matthias Resatz, Senior Director BDC.

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TREND: Ist das Business Delivery Center (BDC) vor allem ein ­Wachstums- oder ein Effizienz­programm?
Matthias Resatz: Im Mittelpunkt steht das Wachstum unseres ICT-Geschäfts. Wir wollen neue Services schneller entwickeln, über mehrere Märkte ausrollen und skalierbar betreiben. Gemeinsame Prozesse und Werkzeuge erhöhen natürlich auch die Effizienz. Sie sind aber vor allem die Voraussetzung, um Leistungen ­rascher und in gleichbleibender ­Qualität bereitzustellen.

Warum braucht A1 dafür eine gruppenweite Organisation? Kunden erwarten über Ländergrenzen hinweg dieselbe Qualität und schnellen Zugang zu spezialisiertem Know-how. Bisher gab es in den einzelnen Märkten teilweise unterschiedliche Prozesse, Werkzeuge und Services. Im Business Delivery Center bündeln wir Kompetenzen für Cloud, Cybersecu­rity, Netzwerke, Rechenzentren ­sowie Service und Support. ­Lösungen müssen dadurch nicht in jedem Land neu entwickelt werden.

Führt diese Zentralisierung nicht zu größerer Distanz zum Kunden? Wir bündeln Expertise, nicht Kundennähe. Der Kundenkontakt bleibt in den jeweiligen Ländern. Dort sitzen die Ansprechpartner, die Sprache, Markt und Anforderungen der Unternehmen kennen. Zentralisiert werden technische Expertise, Plattformen und Prozesse. Unser Prinzip lautet: standardisieren, wo es sinnvoll ist, und lokal bleiben, wo Kundennähe zählt.

Was bemerkt ein Unternehmenskunde konkret davon? Projekte ­werden schneller umgesetzt, die ­Servicequalität ist in allen Märkten vergleichbar, und Spezialisten aus der gesamten A1 Group werden eingebunden. Zugleich entsteht eine durchgängige Verantwortung für den Betrieb. Der Kunde muss Cloud, Netzwerk, ­Security und Rechenzentrum nicht selbst zwischen mehreren Anbietern koordinieren.

Welche Rolle hat KI für das Business Delivery Center? Wir stellen unseren Kunden Services zur Verfügung, damit sie erfolgreich KI implementieren können. Und auch wir selbst nutzen KI, um effizienter zu werden und die Qualität zu ­steigern.

Was unterscheidet A1 damit von klassischen IT-Anbietern? Wir verbinden Connectivity, Rechenzentren, Cloud und Cybersecurity und übernehmen Verantwortung für ihr Zusammenspiel. Unternehmen brauchen nicht noch mehr einzelne Technologieanbieter, sondern einen Partner, der ihre gesamte ICT-Landschaft im Blick behält.

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