Arrive: Einparken für die Zukunft

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Mit anonymisierten Daten aus Fahrzeugen errechnet ein Algorithmus Verkehrs- und Parkplatzauslastung.

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Wie sich einer der größten Parkraumbewirtschafter zum Mobilitätsdienstleister umbaut und dabei 4.000 Mitarbeitende auf KI-Kurs bringt.

Was 1955 in Schweden mit dem Aufstellen von ersten Parkuhren begann, hat sich über die Jahrzehnte zu einem der größten Parknetzwerke entwickelt und einem der schnellst wachsenden Konzerne in Europa, der nichts weniger vorhat, als Autos, Öffis, Stadtplanung und Flottenmanagement auf einer gigantischen Plattform zu vereinen. Schon heute können Parkscheine direkt aus dem automobilen Betriebssystem im Fahrzeug gekauft werden oder Kommunen steuern mit Informationen aus Fahrzeugen ihre Verkehrsplanung und Parkplatzauslastung – Arrive liefert im Hintergrund Daten und Services dafür. Nun trimmt sich der Konzern im großen Stil auf KI-gestützte Abläufe, die ein neuer Chief AI Officer, in die Organisation einzieht. Eugene Tsyrklevich bringt den Mobilitätsdienstleister auf KI-Kurs und berichtet, wie er dieses Change-Projekt, das 4.000 Mitarbeitende in 90 Ländern betrifft, angeht. 

Entwickelt wird die KI-Strategie im Konzern selbst, nur für die Trainings der Mitarbeitenden werden externe Dienstleister dazugeholt. „Den Großteil der Belegschaft schulen wir selbst, und wir sehen immer häufiger, dass auch technisch nicht versierte Kolleginnen ihre eigenen Tools bauen“, erzählt Tsyrklevich. „Ein Kollege aus dem Vertrieb hat unlängst eine Art Spiel gebaut, das nun für das Sales Training genutzt wird. Er ist kein Software-Entwickler.“ Die KI-Kompetenz aller Mitarbeitenden zu erhöhen, ist eines der wichtigsten Kurzfristziele. Haben vor dem Aufkommen der generativen Sprachmodelle hauptsächlich die Datenspezialist:innen im Haus damit gearbeitet, sind in den letzten Jahren eine ganze Menge an kleinen KI-Projekten dazugekommen und das Ganze hat sich insgesamt enorm beschleunigt.

Veränderungstempo fordert

Das Kernteam von Tsyrklevich hat 60 Köpfe, die auf die eine oder andere Weise dem Thema KI zugeordnet sind. Im Konzern werden zwei große KI-Plattformen betrieben, auf denen die Mitarbeitenden verschiedene KI-Tools trainieren. Daneben läuft eine separate Plattform für die Produktentwicklung, auf die nur die Software-Entwickler zugreifen können. Das Ziel, auf das sowohl die Mitarbeitenden mit Kundenkontakt wie auch die in der Administration, eingeschworen werden, lautet: „Wie können wir KI nutzen, um bessere Produkte zu machen oder einen besseren Service hinzukommen“, sagt Tsyrklevich.

Die größten mit dem Wandel verbundenen Herausforderungen beschreibt der KI-Vorstand so: „Das Tempo der Veränderungen mitzugehen und zu halten, ist eine Challenge. Für die Mitarbeitenden sind diese Umstellungen natürlich auch mit Fragen verbunden, wie sich die eigene Arbeit ändert“, so Tsyrklevich. Neben Geschwindigkeit und neuen Jobrollen gilt es lokale Unterschiede und Befindlichkeiten zu berücksichtigen. „Die dritte Herausforderung ist die konkrete Umsetzung, die sich in jedem Team und in jedem Land anders darstellt.“ Eine sehr große Erleichterung hat die KI im Kundenservice bereits gebracht. Die Mitarbeitenden sind Dank KI jetzt in der Lage, Kundenthemen in Echtzeit 24/7 in der jeweiligen Landessprache zu bearbeiten. 

Hochrechnungen für den Parkplatz

Tsyrklevich beschreibt ein gut erprobtes Einsatzgebiet, in dem Arrive die KI schon länger erfolgreich einsetzt, um Parkplatzsuchende mit verfügbaren Stellplätzen zu matchen. „Städte wie San Francisco haben Millionen Dollar investiert, um mit dem Netz aus Sensoren einen Überblick zu bekommen. Wir nutzen einen anderen Zugang, in dem wir die anonymisierten Daten der Fahrzeuge, die die Hersteller liefern, und Daten von Taxiflotten oder öffentlichen Fahrzeugen konsolidieren und ein Algorithmus errechnet die Auslastung bzw. Verfügbarkeit.” Satellitenbilder ergeben dann, verschnitten mit Livebildern, ein Lagebild des Verkehrsaufkommens und damit kann eine Nachfrageprognose erstellt werden.

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Eugene Tsyrklevich. Der Informatiker ist Chief AI Officer bei Arrive und bringt zudem hohe Security-Expertise mit. Tsyrklevich hatte 2007 Parkopedia gegründet, das sich auf Datenaufbereitung für digitale Parkplatzvermittlung und Bezahldienste im Auto spezialisiert hat, und 2025 von Arrive übernommen wurde.

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