
Seit wenigen Monaten führt Julia Zotter das steirische Schokoladenunternehmen. Wie die Übergabe des Familienbetriebs von Vater Josef gelungen ist und weshalb die neue Chefin bei der weltweiten Expansion vorsichtiger agieren will.
Die Fußstapfen, in die Julia Zotter tritt, sind nicht nur groß, sondern vor allem bunt. Ihr Vater, Schokoladenpionier Josef Zotter, hat mit seinen fair gehandelten und ungewöhnlichen Schokoladenkreationen – Stichwort „Hirn mit Ei“ – nicht nur eines der bekanntesten KMU des Landes aufgebaut, sondern mit seinen stets unterschiedlichen Schuhen und markanten Auftritten selbst zum Markenimage beigetragen. Nun hat sich der exzentrische Chocolatier in den Ruhestand verabschiedet. Tochter Julia hat vor wenigen Monaten die Geschäftsführung übernommen.
Die 38-jährige Zotter hat an der berühmten Pariser Cordon-Bleu-Akademie das Handwerk gelernt und ist seit Jahren im Betrieb aktiv – wie auch ihr Bruder Michael, der für die IT zuständig ist. Das Vorrücken in die erste Reihe sei daher ein reibungsloser Prozess gewesen. „Das Unternehmen ist bereits so, wie mein Bruder und ich es haben wollen“, erklärt die Konditormeisterin. Aus dem Unternehmen verschwunden ist ihr Vater (noch) nicht. Täglich ist er im Betrieb anzutreffen, die Aufgaben seien aber klar: „Wir haben ein sehr, sehr gutes Arbeitsverhältnis und kommen uns gegenseitig nicht in der Quere. Es gibt zwischen uns nicht diesen Wettbewerbsgedanken, sich profilieren zu müssen.“
Profilieren müssen sich die Zotters in der österreichischen Schokoladenszene ohnehin nicht. Das steirische Unternehmen hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Umsatz von über 40 Millionen Euro erzielt (plus 6,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr). Im oststeirischen Riegersburg werden jährlich rund 1.000 Tonnen Schokolade verarbeitet, und die Produktionsstätte besuchen fast 300.000 Interessierte – eines der Erfolgsrezepte der Familie (...)
Lesen Sie den ganzen Artikel im trend.PREMIUM vom 25. September 2026.