
Am Europäischen Forum Alpbach präsentierten Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und FFG-Geschäftsführerin Henrietta Egerth ein neues Förderprogramm für Leitbetriebe nach finnischem Vorbild.
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Im Zuge der Industriestrategie hat das Wirtschaftsministerium ein neues Programm zur stärkeren Verknüpfung von Betrieben und Forschung aufgelegt. „Österreich ist Forschungs-Europameister, aber noch kein Innovations-Europameister“, so Ressortchef Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP) am Mittwoch. Konkret sollen „drei bis vier starke Leading-Company-Projekte samt Innovationsökosystemen“ ermöglicht werden. Insgesamt stünden dafür 60 Millionen Euro zur Verfügung.
Wirtschaftsminister Hattmannsdorfer will damit bewusst Forschung in den Betrieben ankurbeln anstatt in den Universitäten. Der Fokus soll außerdem nicht auf einzelnen Projekten oder Betrieben liegen, sondern auf dem Ökosystem - ein „Gamechanger", so FFG-Chefin Henrietta Egerth.
Bis zum 30. November (12 Uhr) können sogenannte Roadmaps eingereicht werden - aus ausgewählten Konzepten sollen anschließend drei bis vier große Innovationsökosysteme entstehen. Die Leitbetriebe sollen in dieser Zeit mit bis zu 50 Kooperationspartnern, u.a. KMUs und Start-ups, Letter of Intents abschließen und so das Ökosystem parallel aufbauen. Die maximale Förderung pro Projekt beläuft sich auf 20 Millionen Euro und ist damit die größte Einzelprojektförderung im F&E-Bereich des Wirtschaftsministeriums. 10 Millionen bekommt der Leitbetrieb, 10 Millionen das Ökosystem. Egerth bezeichnet den Zeitplan als „ambitioniert". Die Vorgespräche mit potentiellen Fördernehmern seien positiv gewesen. Drei bis vier Leitbetriebe seien realistisch für den Start des Pilotprojekts. Die Projekte sollen ab Anfang 2027 in die Umsetzung gehen, die Förderung ist auf drei bis fünf Jahre angelegt.
FFG-Geschäftsführerin betonte im Pressegespräch in Alpbach, dass Projekte aus dem Defence-Bereich im Auswahlverfahren abgebildet werden. Auch dies sei „ein Perspektivenwechsel" in der FFG-Förderpolitik.
Vorbild für das neue Programm „Leading Companies & Ecosystems“ stammt aus Finnland. „Bei einer vergleichbaren Hebelwirkung könnten aus unseren 60 Millionen Euro bis zu 400 Millionen Euro an F&E-Investitionen entstehen“, so Hattmannsdorfer. In Finnland bekommen Leitbetriebe bis zu 20 Millionen Euro Förderung, das Ökosystem bis zu 50 Millionen.