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"Angetrieben wird die Nachfrage nicht nur von den Konsumausgaben, sondern zunehmend auch von Großinvestitionen in Elektrifizierung, Energie und den rasanten Ausbau der KI-Infrastruktur." Dies sorge für erhebliche industrielle Frachtströme. Der operative Gewinn (EBITDA) schoss 75 Prozent auf 4,7 Milliarden Dollar (4,17 Mrd. Euro) nach oben - weniger als erwartet. Die Maersk-Aktie brach um rund 11 Prozent ein.
Die Maersk-Flotte sei voll im Einsatz, erklärte Clerc weiter. Auf einigen Routen übersteige die Nachfrage aber die Kapazitäten. Hohe Frachtraten kommen Maersk schon länger zugute. Analysten hatten der nach MSC zweitgrößten Containerreederei der Welt aber im Berichtsquartal sogar einen Betriebsgewinn von 5 Mrd. Dollar zugetraut. Weil die in Privatbesitz befindliche MSC eher schweigsam ist, gilt die börsennotierte Reederei Maersk als Stimmungsbarometer für den Welthandel.
Bereits zum dritten Mal in diesem Jahr hob Maersk am Donnerstag die Gewinnprognose für 2026 an: Die Dänen erwarten nun ein bereinigtes EBITDA von 14,0 bis 14,5 Mrd. Dollar - nach zuletzt 10,5 bis 12,6 Milliarden. Ende September hatte auch Deutschlands größte Containerreederei Hapag-Lloyd, die mit Maersk auf einigen Routen kooperiert, ihre Gewinnprognose für das Gesamtjahr angehoben.
Die Schifffahrt navigiert schon seit Jahren im Sturm internationaler Konflikte, die den Verkehr auf wichtigen Seewegen wie der Straße von Hormuz und dem Suezkanal stark einschränken. Im Fall des an das Rote Meer grenzenden Suezkanals fahren die Schiffe Umwege um die Südspitze Afrikas, was die Kosten und den CO2-Ausstoß der Schiffe - aber eben auch die Frachtraten - in die Höhe treibt.
Die Spotfrachtraten für Container aus China auf dem Weg an die US-Ostküste haben inzwischen wieder das Niveau aus der Zeit erreicht, als die Coronapandemie den Welthandel komplett aus dem Tritt gebracht hatte. Wegen der durch den Iran-Krieg steigenden Treibstoffkosten könnten die Preise sogar neue Rekordwerte markieren. Experten rechnen jedoch damit, dass eine Normalisierung des Verkehrs im Roten Meer die Frachtraten erheblich unter Druck setzen könnte.
Maersk und Hapag-Lloyd wagen sich wie andere Großreedereien auch schrittweise in den Suezkanal zurück. Erst am Montag kündigte Maersk an, dass zusammen mit Hapag-Lloyd eine weitere Verbindung auf dem kürzesten Seeweg zwischen Europa und Asien wieder aufgenommen werden soll. Hapag-Lloyd legt in einer Woche die neuesten Quartalszahlen vor.
A cargo ship carrying containers from the Danish company Maersk sails into the Pacific entrance of the Panama Canal in Panama City on April 21, 2026. According to the Panama Canal Authority, transit through the canal has increased due to the war in the Middle East. (Photo by MARTIN BERNETTI / AFP)