Horrorclowns und Halloween: Wann Angst und Schrecken strafbar sind

Wer andere so erschreckt, dass diese stürzen oder sich anders verletzen, muss mit harten Strafen rechnen.

Wer andere so erschreckt, dass diese stürzen oder sich anders verletzen, muss mit harten Strafen rechnen.

Nach Amerika taucht auch in Österreich das Phänomen der Horrorclowns auf. Zudem steht der US-Grusel-Brauch Halloween vor der Tür. Doch wer andere Menschen in Angst und Schrecken versetzt, muss mit strafrechtlichen Konsequenzen rechnen.

Mit gruseligen Clown-Verkleidungen unbeteiligte Menschen zu erschrecken oder anzugreifen, ist ein aktuelles Phänomen in Österreich, das ursprünglich von den USA ausgegangen ist. Vor kurzem gab es Vorfälle in Wien und Salzburg. Auch zu Halloween gehen Grusel-Monster gelegentlich die Phantasie durch. Doch das kann strafrechtliche Konsequenzen haben.

Gefährliche Drohung reicht für strafrechtliche Verfolgung

Wer sich hinter einer Maske versteckt, kann nicht damit rechnen, dass das vom Gesetz toleriert wird. Wenn nämlich unbeteiligte Menschen durch das Verhalten etwa von Horrorclowns in eine unangenehme und gefährliche Situation geraten. „Wenn Menschen mit Waffen, Attrappen, Drohgebärden oder dem Vortäuschen von tatsächlichen Gewalthandlungen bewusst Angst gemacht wird, kann der Tatbestand der gefährlichen Drohung erfüllt sein“, warnt Ingo Kaufmann, Vorstand der D.A.S. Rechtsschutz AG. Es drohen bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe oder eine Geldstrafe bis 720 Tagessätze. Dieser wird anhand des persönlichen Einkommens berechnet. Doch es drohen noch höhere Strafen, wenn der Tatbestand der Nötigung hinzu kommt. „Das ist der Fall, wenn man einen anderen unter Druck von Gewalt oder gefährlicher Drohung zu etwas veranlasst, was er ohne diesen Druck nicht getan hätte“, erläutert Kaufmann.

Folgen absichtlichen Erschreckens können ins Gefängnis führen

Noch kritischer wird es, wenn es im Zuge des Horrortreibens zu Körperverletzungen kommt. „Eine fahrlässige Körperverletzung liegt beispielsweise vor, wenn jemand absichtlich einen anderen Menschen so erschreckt, dass dieser sein Fahrrad verreißt oder beim Laufen stolpert“, klärt Kaufmann auf. Dieser Tatbestand wird mit bis zu drei Monaten Freiheitsstrafe oder 180 Tagessätzen bestraft. Wenn Horror-Clowns ihre Aktionen filmen und ins Internet stellen, können davon zudem Persönlichkeitsrechte der gefilmten Personen betroffen sein.

Gegenwehr kann juristisch gerechtfertigt sein

Wer glaubt, als Horror-Clown nur auf seine Kosten zu kommen, muss damit rechnen, ebenfalls Überraschungen und Schockmomente zu erleben. Während manche Menschen in eine Art Schockstarre verfallen oder die Flucht ergreifen, gibt es auch wehrhafte Menschen, die auf Konfrontation setzen. Wenn der maskierte Clown eine Waffe oder Waffenattrappe sichtbar bei sich hat oder gar damit droht, muss er mit offensiver Gegenwehr rechnen. „Der Grat zwischen Notwehr und Notwehrüberschreitung ist ein schmaler“, informiert Jurist Kaufmann. „Es kommt auf die Angemessenheit der Verteidigung an. Wenn man sich aus Notwendigkeit verteidigt, um einen gegenwärtigen oder unmittelbar drohenden Angriff auf Leben, Gesundheit, körperliche Unversehrtheit oder Freiheit von sich oder einem anderen abzuwehren, handelt man nicht rechtswidrig“, so Kaufmann.

Verletzung des öffentlichen Anstands zu Halloween

Seit Jahren boomt das Geschäft mit dem Schrecken auch in Österreich und damit steigt die Anzahl von Anzeigen. Sind Kostüme besonders anstößig oder obszön, können sie eine Verletzung des „öffentlichen Anstands“ darstellen. Selbst zu Halloween, wenn Verkleidungen etwas gruseliger sind, kann hier eine Grenze überschritten werden. „Wenn die Verkleidung den „öffentlichen Anstand“ verletzt, wird dies als Verwaltungsübertretung gesehen und mit bis zu 2.000 Euro bestraft“, klärt Kaufmann auf. Im Falle einer polizeilichen Kontrolle ist man immer verpflichtet, sein Gesicht zu zeigen. Ansonsten kann die Polizei nicht überprüfen, ob der vorgezeigte Ausweis auch zur Person gehört“, so Kaufmann abschließend.

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