Julie Sweet, die mächtigste Geschäftsfrau der USA

Julie Sweet führt das multinationale Beratungsunternehmen Accenture seit Ende 2019 als CEO. Die Corona-Krise war ihre Feuertaufe an der Spitze der Company mit 500.000 Mitarbeitern. Das US-Magazin Fortune hat sie jüngst zur mächtigsten Geschäftsfrau der USA gekürt.

Julie Sweet, die mächtigste Geschäftsfrau der USA

"Wenn du hart arbeitest, kannst du alles erreichen", ist eines der Credos der heute 52-jährigen Julie Sweet, die seit Ende 2019 erster weiblicher CEO des multinationalen Management- und IT-Beratungsunternehmens Accenture und damit Chefin von rund einer halben Million Mitarbeitern in einem 44-Milliarden-Dollar-Konzern ist.

Das harte Arbeiten wurde ihr praktisch in die Wiege gelegt. Ihr Vater war Autolackierer, ihre Mutter begann als Spätberufene mit dem Studium, als Sweet selbst bereits acht Jahre alt war, um die wirtschaftliche Situation und das Leben der Familie zu verbessern. "Ich sah, dass es wirklich etwas brachte, sich anzustrengen. Unsere Mutter machte einen Abschluss an der Uni, sie bekam dadurch einen besseren Job und wir hatten ein besseres Leben", erzählt so die Managerin im Interview mit Goldman Sachs (siehe Video).

Bereits der Start ins Berufsleben verlief vorbildlich: Gleich nach dem Studium wurde sie in einer der angesehensten Anwaltskanzleien an der Wall Street aufgenommen und wurde dort Partnerin, was damals noch eine Seltenheit war. Heute zählt sie zur absoluten Wirtschaftselite der USA und das US-Magazin Fortune sieht sie mittlerweile gar als mächtigste Frau der US-Businesswelt.

Plötzlich CEO

Ihr Aufstieg in die oberste Chefetage des Beratungskonzerns Accenture kam unerwartet. Ihr Vorgänger Pierre Nanterme, der seit 2011 bei Accenture am Ruder war, musste Anfang 2019 aus gesundheitlichen Gründen zurücktreten und erlag bald darauf einem Krebsleiden.

Vorhersehbar ist in ihrem Job als Accenture-CEO aber ohnehin nichts mehr. Nur wenige Wochen nachdem sie in dem Konzern an die Spitze aufgestiegen war brach die weltweite Corona-Krise aus. Das Virus schaffte schwierigste und unwägbarste Bedingungen für viele Unternehmen, so auch für die Management- und IT-Berater von Accenture. Wiewohl sich nachträglich herauskristallisierte, dass Accenture zu den Profiteuren der Krise zählt: Die profunden Beratungsdienste des Unternehmens waren in der Krise gefragter denn je.

Doch es bedarf mehr als nur ein passendes Geschäftsmodell um wirklich erfolgreich zu sein. Als Konzernlenkerin hat es Sweet verstanden, die richtigen Risiken einzugehen, Chancen zu nutzen und gekonnt Schwerpunkte zu setzen. Sie hat damit bewiesen, dass sie auch in schwierigen Phasen in der Lage ist, sich und ihre Mitarbeiter voranzutreiben und wohldosierte Risiken einzugehen.

Risiko und Diversität als Chance

Risiken in Kauf zu nehmen bedeutet für sie auch, Ängste zu überwinden. "Wenn man sich als Führungskraft in einer komfortablen Situation fühlt, treibt man sich selbst und wahrscheinlich auch das Business zu wenig voran", betont Sweet. Dass dabei auch Fehler auftreten können, ist einkalkuliert. Sweet rät deshalb ihren Mitarbeitern: "Seit furchtlos, aber vorbereitet, sollten Risiken auch zu Fehlern führen." Um als Unternehmen schnell genug auf neue Herausforderungen reagieren zu können, sei es unumgänglich, Chancen und damit Risiken einzugehen, auch "um schnell genug reagieren zu können. "Dass dabei Fehler passieren, ist OK", betont die Accenture-Chefin.

Eines der großen Ziele der Accenture-Chefin ist, Frauen Chancen zu eröffnen, sie in ihren Karrieren zu unterstützen und Diversität als Bereicherung von und in Unternehmen zu fördern. Nicht nur innerhalb von Accenture. Eine Kultur der Gleichheit und der Diversität ist für sie unmittelbar mit dem Geschäftserfolg von Untenehmen verbunden.

Worauf kommt es ihr an, wenn sie neue Mitarbeiter einstellt? Was macht eine Person wertvoll? "Eine natürliche Neugier ist Grundvoraussetzung", so die Managerin. Bei Accenture gebe es pro Jahr rund zwei Millionen Lernaktivitäten ihrer Mitarbeiter: "Die Bereitschaft ständig dazuzulernen, ist unabdingbar Teil der Unternehmenskultur."

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