
Gründerteam von Tumbleweed
©TumbleweedDas Wiener Raumfahrt-Startup Tumbleweed hat 6,9 Millionen Euro eingesammelt. Mit dem frischen Kapital will das Unternehmen seine Weltraummissionen ausbauen und Forschung im All einfacher und günstiger machen.
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Mit 6,9 Millionen Euro hat das Wiener Raumfahrt-Startup Tumbleweed eine Seed-Finanzierung abgeschlossen. Laut Unternehmen zählt sie damit zu den größten Seed-Runden im österreichischen Spacetech-Bereich. Angeführt wird die Runde vom Gesundheitsinvestor Pact, beteiligt sind unter anderem EWOR und Prototype Capital sowie Geldgeber:innen aus London und Deutschland. Auch mehr als ein Drittel der rund 25 Beschäftigten hat eigenes Geld investiert.
Tumbleweed will Forschungsteams und Unternehmen den Zugang zum Weltraum vereinfachen. Im Mittelpunkt steht die Schwerelosigkeit, unter der sich Materialien und Zellen anders verhalten als auf der Erde. Laut dem Unternehmen altern Zellen dort bis zu zehnmal schneller, was etwa die Alzheimer- und Parkinson-Forschung beschleunigen könnte. Auch Halbleiterkristalle lassen sich mit weniger Fehlern herstellen.
Dafür bietet Tumbleweed standardisierte, bereits für den Weltraum zugelassene Behälter, sogenannte „Pods“, an. Kunden schicken ihre Experimente ein, Tumbleweed übernimmt den Einbau und weitgehend die Zulassung. Stromversorgung und Datenübertragung sind integriert. Laut Startup sind Experimente dadurch fünfmal schneller und zehnmal günstiger möglich als auf der Internationalen Raumstation. Eine Mission kostet 15.000 Euro aufwärts.
Bereits im Juli sorgte Tumbleweed für Schlagzeilen: Mit Oasis Alpha schickte das Unternehmen den ersten kommerziellen Satelliten Österreichs ins All. Er startete mit einer SpaceX-Rakete und transportierte bereits Experimente von vier ihrer Kunden. Entwickelt wurde der Satellit in neun Monaten für weniger als 500.000 Euro.
Mit dem frischen Kapital plant Tumbleweed für 2027 mindestens drei Missionen mit mehr als zehn Kunden. Parallel entwickelt das Unternehmen mit Oasis Beta eine Plattform für größere Nutzlasten. Ab 2028 soll eine eigene Rückkehrkapsel den Transport von Materialien zur Erde ermöglichen.