Nach Flaute: Start-up-Finanzierungen steigen wieder

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Nach einer längeren Flaute konnten österreichische Start-ups heuer wieder deutlich mehr Finanzmittel lukrieren. Die Höhe der öffentlich bekannten Start-up-Finanzierungen kletterte von 110 Mio. Euro im ersten Halbjahr 2025 auf nun 472 Mio. Euro.

Das Ende der Flaute bei heimischen Start-up-Investitionen geht aus dem Start-up-Barometer des Wirtschaftsprüfers und Beraters EY hervor. Jeweils 100 Mio. Euro erhielten der Wiener Getränkehersteller Waterdrop und der deutsch-österreichische Holzhaus-Bauer Gropyus.

Investoren steckten auch viel Geld in den Batterie-Technologie-Spezialisten Aviloo (30 Mio. Euro), das Raumfahrtunternehmen Enpulsion (22,5 Mio. Euro), die Fitness-Plattform Reps (20,2 Mio. Euro) und das Wiener HealthTech-Unternehmen nyra health (20 Mio. Euro). „Das jüngste Halbjahr war nicht nur aufgrund einzelner Großfinanzierungen erfolgreich, sondern weil sich zahlreiche positive Entwicklungen gleichzeitig beobachten lassen“, so der Start-up-Experte Florian Haas von EY. Es habe "mehr Finanzierungsrunden, deutlich größere Tickets, mehr internationale Investorinnen und Investoren und wieder mehr Zuversicht im Markt" gegeben.

Das Ende der Niedrigzinspolitik und die stagnierende Wirtschaft ließen die Start-up-Finanzierungen in Österreich in den vergangenen Jahren stark zurückgehen. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2022 steckten Investoren noch 884 Mio. Euro in österreichische Start-ups.

Experte: Start-ups „wesentlich kapitaleffizienter“ als früher

Haas ortet „das verspätete Ankommen einer Entwicklung¶, die in anderen europäischen Ländern bereits früher eingesetzt hat. „Nach Jahren der Zurückhaltung werden Venture-Capital-Fonds wieder aktiver, die Investitionsbereitschaft steigt und größere Finanzierungsrunden kehren zurück“, sagte der EY-Berater. Erfreulich sei auch, dass österreichische „Start-ups heute wesentlich fokussierter, kapitaleffizienter und internationaler aufgestellt sind als noch vor einigen Jahren“.

Als Positivbeispiele führte Haas auch die erfolgreichen Start-up-Exits bei Tractive und Emmi AI im laufenden Jahr an. Die auf Tracking-Systeme für Hunde und Katzen spezialisierte oberösterreichische Firma Tractive wurde an das italienische Technologieunternehmen Bending Spoons laut Medienberichten um rund 900 Mio. US-Dollar (788 Mio. Euro) verkauft. Das wäre die mit Abstand höchste Summe, die jemals für die Übernahme eines österreichischen Start-ups bezahlt wurde. Der französische KI-Konzern Mistral AI mit Sitz in Paris übernahm das Linzer Start-up Emmi AI für einen nicht öffentlich bekannten Kaufpreis.

Haas erwartet sich auch viel von der Umsetzung des seit Jahren angekündigten öffentlich-privaten Dachfonds für Start-up-Finanzierungen. „Der Dachfonds ist weit mehr als ein einzelnes Förderinstrument“, so der EY-Berater. Er sende „ein wichtiges Signal an nationale und internationale Investorinnen und Investoren, dass Österreich Innovation, Unternehmertum und Wachstum aktiv unterstützen möchte.“

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