
Froots-Gründer David Mayer-Heinisch (l.) mit einem seiner größten Investoren, Andreas Treichl.
©FROOTS, Roland UngerTrotz anhaltender Verluste ist es dem Wiener Fintech Froots erneut gelungen, eine Finanzierungsrunde in Millionenhöhe zu stemmen. Der Break-even soll bevorstehen.
Mühsam nährt sich das Eichhörnchen. Das Sprichwort trifft auch auf den Wiener Assetmanager Froots zu. Dieser Tage hat das Unternehmen, das im Jahr 2020 gegründet wurde, erneut eine Finanzierungsrunde durchgeführt, diesmal im Ausmaß von 2,25 Millionen Euro. „Wir haben über die letzten fünf Jahre jedes Jahr eine Finanzierungsrunde gemacht“, erläutert Mitgründer und Geschäftsführer David Mayer-Heinisch den steinigen Prozess. Insgesamt sind so schließlich 13 Millionen Euro eingesammelt worden.
Die Zahl der Investoren, zu denen neben den Gründern auch Ex-Erste-Chef Andreas Treichl (10,2 Prozent) und Kapsch-Boss Georg Kapsch zählen, ist damit auf 40 angewachsen. Zu den bestehenden Investoren, von denen der Großteil bei der jetzigen Kapitalerhöhung mitgezogen ist, sind unter anderem Paul Fattinger, früherer CEO des Radherstellers Woom, und Ex-Erste-Banker Petr Bravek. Auch Andreas Treichl war bei dieser Runde wieder mit dabei.
Man habe sich bei Froots für diese Art der „Evergreen-Investoren“ und nicht etwa Venture Capital entschieden, so Mayer-Heinisch, weil die Investoren einen ähnlichen Zeithorizont verfolgen wie die Kunden. Und der durchschnittliche Anlagehorizont der Froots-Kunden liegt bei 18 Jahren. Exit ist also in absehbarer Zeit kein Thema. Aktuell zählt das Fintech 9.000 Accounts und managt rund 250 Millionen Euro Assets. Das frische Geld soll in Marketing investiert werden. „In Österreich sind wir schon gut etabliert, deshalb beginnen wir langsam, über die Grenzen zu schauen“, sagt Mayer-Heinisch.
Finanziell beginnen sich die Nebel langsam zu lichten. „Dieses Jahr werden wir noch Verluste schreiben, wir haben aber bereits Monate, in denen wir eine Null schreiben“, erzählt der Gründer. Nachsatz: „Wir nähern uns langsam dem Break-even.“ Für das Geschäftsmodell von Froots, das auf persönliche Beratung der Kunden setzt, ortet Mayer-Heinisch jede Menge Potenzial, denn: „Wir kommen ins goldene Zeitalter der skalierbaren, hochqualitativen Dienstleistung.“
Der Artikel ist im trend.PREMIUM vom 25. September 2026 erschienen.