UBS prüft möglichen Wegzug aus der Schweiz

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Laut Wall Street Journal prüft die UBS einen möglichen Wegzug aus der Schweiz. Grund dafür sind geplante Verschärfungen der Eigenkapitalvorschriften für systemrelevante Banken.

Die Gerüchte um einen möglichen Wegzug der UBS aus der Schweiz verdichten sich. Wie das Wall Street Journal unter Berufung auf Insider berichtet, hat die Grossbank Notfallpläne für eine Sitzverlagerung erarbeitet, sollte die Schweiz die Eigenkapitalvorschriften deutlich verschärfen.

Zu den diskutierten Optionen gehören demnach die Übernahme eines US-Finanzinstituts mit anschliessender Sitzverlegung, eine Fusion mit einem europäischen Konkurrenten oder sogar ein Verkauf der UBS an eine US-Bank. Bankexpert:innen halten einen solchen Schritt zwar grundsätzlich für möglich, aber rechtlich und operativ für sehr anspruchsvoll. Simon Amrein, Professor für Banken und Bankengeschichte an der Hochschule Luzern, verweist zudem auf die Vorteile des Standorts Schweiz: politische und wirtschaftliche Stabilität, Rechtssicherheit, eine starke Finanzmarktinfrastruktur und qualifizierte Arbeitskräfte. Durch einen Wegzug könnte UBS zudem Kund:innen verlieren.

Auch Finanzministerin Karin Keller-Sutter bezeichnete einen Wegzug zuletzt als „wenig plausibel“. Das Geschäftsmodell der UBS profitiere stark von der Schweizer Herkunft und der Stabilität des Landes. Die Diskussion gewinnt vor der im Dezember geplanten Debatte im Nationalrat über strengere Eigenmittelregeln an Bedeutung. Im Ständerat – der die Interessen der einzelnen Kantone vertritt – war ein von der UBS bevorzugter Kompromiss im September gescheitert.

Die UBS selbst kommentiert die aktuellen Spekulationen nicht. CEO Sergio Ermotti und Verwaltungsratspräsident Colm Kelleher hatten zwar mehrfach betont, in der Schweiz bleiben zu wollen. Kelleher stellte zuletzt jedoch klar, dass die Bank ihre Position überdenken müsse, falls sie durch die Regulierung international nicht mehr wettbewerbsfähig wäre.

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