
Revolut's globales Headquarter in Canary Wharf, London.
©RevolutDie britische Neobank expandiert auf den hart umkämpften US-amerikanischen Bankenmarkt.
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Europas führende Digitalbank reichte in den Vereinigten Staaten offiziell Antrag auf eine nationale Bankenlizenz ein. Revolut will künftig in den USA Bankdienstleistungen ohne zwischengeschaltete Partnerinstitute direkt auf dem US-Markt anbieten.
Die USA gelten als schwieriges Terrain für europäische Digitalbanken. So hatte der Revolut-Konkurrent N26 aus Deutschland vergeblich versucht, in den USA Fuß zu fassen. Die Berliner Neobank hatte ihre US-Ambitionen Anfang 2022 nach nur zwei Jahren begraben, weil sich die Expansionspläne nicht gerechnet hatten.
Der Bankensektor in den USA gilt als regulatorisches Labyrinth, insbesondere im Vergleich zur Europäischen Union. In Europa profitiert eine Bank vom sogenannten "Passporting": Wer eine Lizenz in einem EU-Land (wie Revolut in Litauen) besitzt, darf seine Dienste in der gesamten EU anbieten. In den USA ist das anders. Hier müssen sich Fintechs entscheiden, ob sie eine nationale Lizenz anstreben – was langwierig und teuer ist – oder Lizenzen in jedem einzelnen der 50 Bundesstaaten einzeln beantragen.
Ohne eigene Lizenz sind Player wie N26 auf Partnerbanken angewiesen. Diese Kooperationen sind jedoch oft unflexibel und regulatorisch anfällig, da die Partnerbank für das Fehlverhalten des Fintechs haftet.
Die Ausgangslage für Revolut ist günstiger als damals bei den Berlinern: Mit einer Bewertung von aktuell 75 Mrd. US-Dollar (64,4 Mrd. Euro) gehört das Londoner Fintech zu den wertvollsten privaten Technologieunternehmen weltweit und lässt Wettbewerber wie N26 in Bezug auf Marktkapitalisierung und globale Reichweite hinter sich. Über die Expansion von Revolut hat trend schon im Herbst 2024 ausführlich geschrieben.