„Nachhaltigkeit macht uns zukunftsfit“

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Michael Hempt, CEO von Würth Österreich, über den Aufstieg von Bronze auf Gold im EcoVadis-Rating, die wirtschaftlichen Vorteile nachhaltigen Handelns und die größten Hebel zur Senkung der CO₂-Emissionen.

TREND: Würth Österreich ist bei EcoVadis innerhalb ­eines Jahres von Bronze auf Gold vorgerückt. Was haben Sie konkret verändert, um diesen Sprung zu erreichen?

Michael Hempt: Diese Steigerung ergibt sich einerseits daraus, dass wir weitere verbindliche Richtlinien eingeführt ­haben, die eine nachhaltige ­Unternehmensentwicklung begünstigen, wie zum Beispiel Vorgaben im Beschaffungsprozess. Andererseits haben wir sehr konkrete Ziele formuliert und entsprechende Maßnahmen umgesetzt oder initiiert, wie zum Beispiel zur Senkung der CO2-Emissionen. Um diese Fortschritte belegen zu können, bedarf es einer unfassbaren Fülle an Daten, deren Qualität wir in der Vergangenheit wesentlich verbessert haben.

Würth will seine Emissionen in ­Scope 1 und 2 bis 2030 um mehr als 90 Prozent reduzieren. Welche Maßnahmen leisten dazu den größten Beitrag? Die größten Hebel liegen in Energieversorgung und Fuhrpark. Wir setzen in Böheimkirchen auf Geothermie statt Gas, was rund 880 Tonnen CO2 jährlich spart, beziehen Grünstrom und nutzen Photovoltaikanlagen. Parallel elektrifizieren wir die Firmenflotte bis 2030. Circa die Hälfte unseres 550 Fahrzeuge umfassenden Fuhrparks sind ­bereits E-Autos. Rund 40 unserer Shops werden derzeit noch mit Gas oder Öl geheizt. Um auf Alternativen umzurüsten, braucht es gemeinsame Anstrengungen mit unseren Vermietern.

Sie bezeichnen Nachhaltigkeit als Grundlage für eine erfolgreiche ­Unternehmensentwicklung. Wo zeigt sich heute bereits ein konkreter wirtschaftlicher Nutzen? Die Verankerung von Nachhaltigkeit im Unternehmen erhöht unsere Widerstandsfähigkeit in vielen Bereichen: Wir positionieren uns am Markt als zukunftsfitter Partner für bestehende und neue Kunden, denn effiziente Prozesse, robuste Beschaffung und transparente Lieferketten werden immer wichtiger. Das stärkt unsere Wettbewerbsfähigkeit und eröffnet neue Marktchancen. Durch Geothermie, Photovoltaik und Elektromobilität verringern wir die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern, sodass wir steigenden oder schwankenden Energiepreisen weniger stark ausgeliefert sind.

Das Hochwasser am Standort ­Böheimkirchen und die zunehmende Hitze haben die Folgen des Klimawandels spürbar gemacht. Wie verändert das Ihre Investitionen und Ihr Risikomanagement? Wenn wir von Nachhaltigkeit sprechen, geht es immer auch um Risikomanagement. Als Resultat des Hochwassers vor zwei Jahren haben wir nun durch weitere entsprechende Rückhalte­becken vorgesorgt. Auch was die extremen Hitzeperioden ­anbelangt, versuchen wir, mit Maßnahmen für unsere Mitarbeitenden Erleichterung zu schaffen, wie zum Beispiel mit Klimatisierung und Kühlwesten aus dem eigenen Sortiment. ­Besonders wichtig ist darüber hinaus ein beherztes und mutiges Vorgehen im Klimaschutz. Wir als Unternehmen tragen hierbei eine Verantwortung, die wir auch wahrnehmen.

Mit 82 von 100 Punkten zählt Würth Österreich zu den besten fünf Prozent der bewerteten Unternehmen. In welchen Bereichen sind Sie bereits besonders weit und wo besteht noch Handlungsbedarf? Im Bereich Umwelt wurden wir durch unsere langjährigen Anstrengungen und Investitionen in PV-Anlagen und Geothermie ­besonders gut bewertet. Als Handels­unternehmen liegen die großen Herausforderungen in der Beschaffung, wo wir soziale und Umweltstandards unserer Lieferanten überprüfen. Handlungsbedarf besteht vor allem bei der Erfassung von Transportemissionen und Umweltauswirkungen unserer Produkte über den gesamten Lebenszyklus hinweg, wo wir im Moment mit Hochdruck an der Verfügbarkeit von Daten arbeiten. Die Medaille ist für uns daher Auszeichnung und Auftrag zugleich: Sie würdigt unsere bisherigen Leistungen und ist Ansporn, unsere Nachhaltigkeitsmaßnahmen konsequent weiter voranzutreiben.

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