„Unternehmen müssen entlastet werden“

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 © EY/Robert Herbst, EY/Christina Haeusler

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Thomas Welser, CEO Welser Profile und ausgezeichnet mit dem „Sonderpreis der Generationen“ beim Wettbewerb EY Entrepreneur Of The Year, und Gunther Reimoser, CEO EY Österreich, über Leistung, Visionen und Nachhaltigkeit.

TREND: Warum wird beim Wettbewerb EY Entrepreneur Of The Year der „Sonderpreis der Generationen“ vergeben? Wie ist der Weg dazu?

GUNTHER REIMOSER: Seit zwei Jahrzehnten zeichnen wir mit dem EY Entrepreneur Of The Year außergewöhnliche Unternehmerpersönlich­keiten aus. Der Sonderpreis hebt jene darunter hervor, die ein Unternehmen nicht nur heute, sondern über Generationen erfolgreich führen können. Dafür braucht es mehr als klassische unternehmerische Fähigkeiten: Entscheidend ist, Tradition und Innovation zu ver­binden. Denn der Weg vom Familien­unternehmen zum internationalen ­Player ist lang, und echte Langfristigkeit entsteht nur über Generationen hinweg. Ebenso wichtig ist eine gelungene ­Nachfolge, denn eine stabile Übergabe sicherzustellen und gleichzeitig die ­Fähigkeit zur Erneuerung zu bewahren, ist eine besondere Leistung. Wenn die Familie im direkten Management ­verankert bleibt, schafft das die not­wendige Kontinuität.

Was macht ein Familienunternehmen über Generationen erfolgreich?

THOMAS WELSER: Entscheidend ist der Gedanke des Arbeitens für die nächste Generation. Dafür muss man lernen, Herausforderungen frühzeitig zu erkennen und mit Weitblick zu handeln. Auch eine starke regionale Verankerung schafft ein besonderes Ökosystem. Dieses gilt es, mit klaren Wertestrukturen zu versehen und ständig weiterzuentwickeln – wobei funktionierende Strukturen bewahrt werden. Ich finde, dass das Nachfolgethema sämtliche Familienunternehmen beschäftigen muss: Die Nachfolge über Generationen zu sichern und gleichzeitig Vorsicht und Erneuerungsfähigkeit zu bewahren, ist die Basis für nachhaltigen Erfolg.

Was ist Ihre Erfahrung: Welche ­Eigenschaft brauchen erfolgreiche Entrepreneure unbedingt?

REIMOSER: Wer mit eigenem Kapital unternehmerisch handelt, braucht Mut. Man trifft Entscheidungen, trägt Verantwortung, erntet Erfolge – oder muss Fehler ausbaden. Ein angestellter Manager ist bei Krisen oft schnell weg, und ein neuer „Trainer“ übernimmt. Ein Entrepreneur hingegen ist gezwungen, aus Fehlern zu lernen und weiterzumachen, um seine Vision umsetzen zu können.

Welser Profile setzt erfolgreich auf Nachhaltigkeit. Wie wird das zum Wettbewerbsvorteil?

WELSER: Nachhaltigkeit hat mehrere Dimensionen. Familienunternehmen ­haben sie in ihrer DNA – ökologisch, wirtschaftlich und gesellschaftlich. Es geht nicht nur darum, „grün werden zu wollen“, sondern konsequent zu handeln: Eine gute CO2-Bilanz allein reicht nicht. Denn auch ein dauerhaft tragfähiger ­Gewinn und ein positiver Beitrag für ­Menschen und Region sind wichtige Grundlagen für wirklich nachhaltiges Wirtschaften.

Wie beurteilen Sie Europa und ­Österreich im internationalen ­Vergleich? Wo besteht akut am ­meisten Handlungsbedarf?

WELSER: Unternehmen müssen entlastet werden, durch weniger Bürokratie und modernere Strukturen. In Europa fehlt oft ein optimistisches Mindset. Wir müssen Vertrauen in die eigene Stärke zurückgewinnen, Schuldzuweisungen reduzieren und mehr Gemeinsamkeit fördern – und brauchen in der Politik Gestalter und Visionäre. Leistungsorientierung und das Bewusstsein, etwas schaffen zu können, müssen wieder zu zentralen Werten in der Gesellschaft werden, denn Unternehmertum ist etwas Erstrebenswertes und nicht etwas Negatives.

REIMOSER: Wir müssen wieder stärker den Willen entwickeln, etwas zu bewegen. Viel davon ist verloren gegangen. Natürlich macht es einen Unterschied, ob man nach einem Weltkrieg nach vorne schauen muss oder den vorhandenen Wohlstand absichern will, doch andere Regionen zeigen, dass es auch dynamischer und optimistischer geht. Unser Motto bei EY lautet „Shape the future with confidence“, genau das müssen wir gemeinsam vorleben. Wir können enorm viel gestalten: durch schnellere Genehmigungsverfahren, bessere Ausbildung und echte Investitionsanreize für Menschen und Unternehmen. ­Leistung muss sich in Österreich wieder lohnen – denn sie ist die Basis für ­unseren Wohlstand.

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