Padeltennis: Lukrativer Trendsport

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 © Florian Doppler

Padelzone-Mitgründer Herwig Straka ist mit 23 Anlagen und insgesamt 120 Courts österreichischer Marktführer. Allein heuer will das Unternehmen auf 150 bis 200 Courts aufstocken.

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Die Trendsportart Padeltennis wächst auch hierzulande rasant. Einige Anbieter wie Padelzone, Padeldome oder Smash schwimmen auf der Erfolgswelle mit und erzielen damit auch schöne Gewinne.

Herwig Straka hat eine neue Liebe. Der Veranstalter von Großevents, der sich durch das ATP-Tennis-Turnier in der Wiener Stadthalle einen Namen gemacht hat, geht mit einer neuen Sportart fremd. „Ich widme etwa ein Fünftel meiner Zeit dem Padeln, aber die Begeisterung dafür ist viel größer, mindestens bei der Hälfte“, sagt er schmunzelnd. Sogar bei der Feier zu seinem 60. Geburtstag, die vor Kurzem stattfand, wurde mit den Gästen nicht etwa Tennis gespielt, sondern gepadelt. „Padeln ist gekommen, um zu bleiben“, ist Straka überzeugt, weil der Sport leicht zu erlernen ist, ohne spezielle Kleidung und Training sehr niederschwellig ausgeübt werden kann und eine starke soziale ­Komponente aufweist. Immerhin steht man üblicherweise zu viert auf einem Court.

Ein Blick in andere Länder wie etwa Spanien oder Schweden, wo mit Padeln früher begonnen wurde, zeigt das Potenzial: Während in Schweden rund sieben Prozent der Bevölkerung padeln, sind es in Spanien gar bis zu 15 Prozent. „Wir haben den Peak noch lange nicht erreicht, ich schätze wir finden uns gerade in der Halbzeit“, glaubt Christoph Krenn, der Padeln im Jahr 2014 nach Österreich geholt hat, genauer gesagt die erste österreichische Padelanlage im Prater gebaut hat. Straka rechnet hierzulande jedenfalls mit einer Verdreifachung der Spielerzahl – aktuell sind es 100.000 bis 120.000 – und einer Verdoppelung der Plätze auf rund 1.000.

Und weil der Eventmanager von dem Wachstum so überzeugt ist, hat er vor knapp sechs Jahren begonnen, in das Business einzusteigen. Gemeinsam mit Ex-Handballer Konrad Wilczynski und Ex-Bitpanda-CCO Dominik Beier hat er Padelzone gegründet. Heute ist das Unternehmen mit 120 Courts in Österreich Marktführer und wirft, so Straka, „einen zweistelligen Millionenbetrag“ beim Umsatz ab. Rund 300.000 Stunden im Jahr werden bei Padelzone gespielt. Und es sollen bald noch viel mehr werden. Zu den 120 Courts sollen nämlich noch ­heuer bis zu 80 weitere hinzukommen. Fixstarter sind eine Anlage in Dornbirn und eine in Wiener Neustadt. Bislang haben Straka & Co. rund vier Millionen Euro in Plätze investiert. Letztes Jahr ist auch Bwin-Gründer Norbert Teufelberger als Investor bei Padelzone eingestiegen.

Wirtschaftlich ist Padeln interessanter als Strakas ursprüngliche Liebe Tennis. „Wo normalerweise zwei Leute Tennis spielen, spielen jetzt bis zu zwölf Leute Padeltennis“, erläutert der PadelzoneGründer. Denn ein Padelcourt ist viel kleiner als ein Tennisplatz, und mit durchschnittlich 36 Euro je Stunde bezahlt man auch mehr Platzmiete. Deshalb werden nun auch österreichweit viele Tennisplätze – indoor und outdoor – zu Padelcourts umgebaut. Die Flächen werden von den Betreibern meist gepachtet.

Padelzone hat während der Coronapandemie das Business zudem voll digitalisiert: Von der Buchung über das Eintrittssystem bis zu den Getränken läuft alles digital ab. „Wir kommen also praktisch ohne Personal aus“, erklärt Straka, „das Geschäft ist also hochprofitabel.“ Wenn ein Court nur vier Stunden pro Tag gebucht ist, erreicht Padelzone bereits den Break-even. „Wir liegen aber weit drüber“, freut sich der Sportmanager.

Welche Stars in Padel investieren

Dass sich das Business rechnen kann, haben weltweit auch einige Stars erkannt: So haben etwa Ex-Tennislegende Andy Murray oder Ex-Fußballstar Zlatan Ibrahimović und der Noch-nicht-Nationaltrainer der Deutschen Jürgen Klopp bereits Geld in das Geschäft investiert. Auch hierzulande ist das Geschäftsmodell bei ehemaligen Sportlern beliebt: So haben kürzlich Dominic Thiem und die Fußballer Marco Grüll und Guido Burgstaller zusammen mit anderen Promis wie Winzer Leo Hillinger einen Millionenbetrag in den Newcomer am Markt, Smash, investiert. Mit diesem Geld, das via Wandelanleihe in die Gesellschaft kam, hat Smash nun viel vor: Bis Ende 2027 will man im D-A-CH-Raum 200 Padelcourts bauen und damit Marktführer werden. „Es kommen nahezu wöchentlich neue Standorte dazu“, berichtet Mitgründer Alexander Sommer-Fein. Er und seine Partner stammen aus der Immobilienentwicklung und haben vor etwa eineinhalb Jahren damit begonnen, leer stehende Gewerbeflächen in Courts umzubauen. Aktuell hat Smash an vier Standorten sieben Courts, aber das Unternehmen wächst rasant. „In Kürze kommt ein Standort in Pörtschach dazu, einer in Brunn an Gebirge, und wir planen zeitnah auch einen in Wien“, verrät Sommer-Fein. Das Smash-Team scannt das ganze Land, um bestehende Flächen umzuwandeln oder komplett neue Anlagen zu errichten. Sommer-Fein gibt aber zu: „Es ist schon eine Herausforderung, gute Standorte zu finden. Überall, wo es leicht war, ist jetzt schon ein Padelplatz.“ Aber grundsätzlich würden sich viele Gemeinden sehr kooperativ zeigen. Sommer-Fein: „Wir bauen unsere Anlagen ja nicht mitten ins Wohngebiet.“ Um die 200 Courts so rasch errichten zu können, plant Smash für nächsten Sommer eine weitere Finanzierungsrunde. Nächstes Jahr will das Unternehmen dann auch schon operativ profitabel sein.

Ähnlich rasant ist das Wachstum bei Padeldome, mit bald 58 Courts der größte Anbieter in der Bundeshauptstadt. Padeldome, das von Pionier und Padelsportler Christoph Krenn mitgegründet wurde, besitzt aktuell in Wien an der Alten Donau mit 14 Courts nicht nur die größte Anlage, sondern setzt in Kürze noch eins drauf: The Dome in Stadlau steht kurz vor der Eröffnung und soll 16 Plätze umfassen. Die Suche nach Flächen gestaltete sich bei Padeldome anfangs leichter, weil Wolfgang Sadlo, der Padeldome-Haupteigentümer und Betreiber der Fitnesskette Fitinn, kurzerhand seine Club-Danube-Studios in Courts umgewandelt hat. „Uns hebt sicher hervor, dass wir zu 100 Prozent Padel ‚leben‘, wir sind nicht voll automatisiert, sondern ­haben Mitarbeiter vor Ort, und es spielen sogar alle unserer über 40 Mitarbeiter selbst Padel“, streicht Krenn, selbst einmal die Nummer eins im heimischen Padelsport, hervor.

Wegen des großen Andrangs muss man sich trotz knallharten Konkurrenzkampfs derzeit noch wenig Sorgen um die Anbieter machen. Straka: „Zu Spitzenzeiten sind alle ausgebucht, deswegen geht es allen ziemlich gut. Bis jetzt merken wir wenig vom Wettbewerb.“ Bei dem Expansionstempo wird das allerdings nicht lange so bleiben.

Die Boomsportart Padeln

Der Artikel ist im trend.PREMIUM vom 17. Juli 2026 erschienen.

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