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Sebastian Scholda, Geschäftsführer und Gesellschafter des Weilburg Family Office

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Niedrigere Kosten, höhere Flexibilität: Family Offices, in denen diskret Milliarden vermögender Familien schlummern, entwickeln sich zur echten Privatbanken-Alternative. Immer öfter glänzen sie auch mit Deals am Private-Equity-Markt.

Für gute, langjährige Kunden kann man schon einmal den Extrameter gehen. Etwa für den KI-Entwickler Peter Steinberger, der, in den USA weilend, für sein Auto neue Winterreifen brauchte und kurzerhand seinen Vermögensberater Sebastian Scholda kontaktierte. „Wir kümmern uns darum, dass bei unseren Kunden alles rennt. Und das 24/7. Ich arbeite pro Woche sicher 80 Stunden“, sagt Scholda, Geschäftsführer und Gesellschafter des Weilburg Family Office mit Sitz in Baden. Üblicherweise ist er mit seinem Team von neun Leuten aber weniger für Reifenwechsel zuständig, sondern für die Vermögensplanung seiner Kunden, von der Erstellung eines Vermögensplans bis hin zur Errichtung einer Stiftung, der steuerlichen Begleitung und der Auswahl von möglichen Investments.

Insgesamt betreut Scholda, dessen Familie durch den Verkauf einer Blutlaborkette reich wurde, neben dem Vermögen seiner eigenen Familie noch 24 weitere. Auch jenes von Steinberger. Multi-Family-Office nennt sich das im Fachjargon. Der 34-jährige Betriebswirt gründete das Family Office vor sieben Jahren und weitete es sukzessive aus. „Unsere Kunden kommen ausschließlich auf Empfehlung zu uns. Die Nachfrage ist riesig“, schildert Scholda, der vorwiegend jüngere, techaffine Mandanten betreut. Ab einem Vermögen von 50 Millionen ist man mit dabei. Insgesamt betreut das Weilburg Family Office ein Vermögen von rund einer Milliarde Euro.

In Österreich wird die Zahl der Family Offices auf bis zu 200 geschätzt. Tendenz steigend, schließlich hat ja auch die Zahl der Millionäre hierzulande stetig zugenommen. Capgemini zählte 2025 196.000 Austro-Millionäre mit einem Gesamtvermögen von 564 Milliarden Euro. Der Großteil der Family Offices sind sogenannte Single-Family-Offices, die sich ausschließlich um die finanziellen Belange einer einzigen Familie kümmern.

Gerade in den letzten Jahren hat aber auch die Zahl der Multi-Family-Offices, wie Weilburg eines ist, zugenommen. Schätzungen reichen bis über 60 solcher MFOs. Exakte Zahlen sind deswegen schwer zu bekommen, weil die Begrifflichkeiten oft verschwimmen: Die Vermögensverwaltung von vermögenden Familien findet oft im Rahmen einer Privatstiftung statt, wird aber nicht eigens als Family Office tituliert. Außerdem gilt in allen Family Offices die Prämisse: äu-ßerste Diskretion. Wie viel Geld verwaltet wird, wie das Portfolio genau ausgestaltet ist oder gar die Rendite, die damit erzielt wird, wird praktisch nie verraten (...)

Lesen Sie den ganzen Artikel im trend.PREMIUM vom 9. Oktober 2026.

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