
Nicht nur die Ukraine hängt am Kommunikationstropf von Elon Musk. Ohne die Weltraumlogistik von Space X bleibt auch die europäische Raumfahrt am Boden. Wie sich Europa zurück in den Weltraum kämpfen will.
Wladimir Putin ließ sich Ende Oktober bei einem Rundgang im Rahmen des Russland-Afrika-Gipfels in Moskau von seinem Digitalminister eine russische Starlink-Alternative zeigen: „Wie viele Einheiten hat er im All? Mehr als 5.000? Und wir machen gerade erst unsere ersten Schritte“, staunte der russische Staatschef angesichts der gerade einmal 30 russischen Satelliten. „Er ist ein wahres Genie“, schmeichelte Putin dem nicht anwesenden Elon Musk.
It’s Elon Musk, stupid! Die Welt blickt auf den Space-X-Gründer, wieder einmal. Der radikal-visionäre Geschäftsmann hat auch im Weltraum mit seinen mehr als 10.000 Satelliten Fakten geschaffen, die den Lauf der Geopolitik auf dramatische Weise mitbestimmen.
Das wurde der breiten Öffentlichkeit nicht zuletzt bewusst, als sich Präsident Wolodymyr Selenskyj Mitte Oktober darüber beschwerte, dass die ukrainische Drohnenabwehr durch ein gedrosseltes Starlink-Satellitennetz sabotiert werde. Musk und Trump schoben einander wechselseitig die Verantwortung zu. Für die militärische Starlink-Nutzung – das sogenannte Starshield – ist nämlich das Pentagon zuständig. Hatte Musk zu Kriegsbeginn den Starlink-Zugang über Monate gespendet, zahlen seit dem Sommer 2022 ausländische Regierungen und Spender:innen die Rechnungen in unbekannter Höhe. Polens Außenminister bilanzierte unlängst, dass allein sein Land im vergangenen Jahr 50 Millionen Dollar an Space X überwiesen habe.
Wie bei Zahlungssystemen oder in der KI wird auch bei satellitengestützten Kommunikationssystemen schmerzlich klar, wie groß die Abhängigkeit Europas von den USA geworden ist. Der Ruf nach einem europäischen Starlink ist zwar lauter denn je (...)
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