Trump: Handelsreisender in eigener Sache

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Dealmaking in der Großen Halle des Volkes in Peking am 14. Mai 2026: Präsident Trump und dahinter mitgereiste CEOs wie Tim Cook (Apple), Elon Musk, Kelly Ortberg (Boeing) und weitere.

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In den Monaten vor seiner China-Reise hat der US-Präsident kräftig in Apple investiert – und nicht nur dort.

Wie Donald Trump sein Mandat mit eigenen finanziellen Interessen verknüpft, offenbart sich einmal mehr bei seinem ersten China-Besuch seit 2017. An Bord der Präsidentenmaschine ist eine Wirtschaftsdelegation, unter anderem mit Apple-Chef Tim Cook, zu dem der Präsident ein besonderes Naheverhältnis pflegt. Im Gefolge sind diesmal CEOs aus der Chipbranche (Nvidia, Micron, Qualcomm), Topköpfe aus der Finanz (Blackrock, Blackstone, Goldman Sachs), aus der Luftfahrt (Boeing, GE Aerospace) aber auch Chefs aus der Immobilien- und Nahrungsmittelbranche (Cargill, Citi) sowie Elon Musk, wie Trump in einem Post auf seinem Netzwerk Truth Social berichtet.

In den Monaten vor dem Trip investierte Trump bis zu 7,2 Millionen Dollar in Apple, wie aus Daten der US-Behörde für Regierungsethik hervorgeht. Die genauen Beträge lassen sich nicht ablesen, er hat erheblich aufgestockt. Der größte Zukauf datiert auf Anfang Februar und hatte einen Wert zwischen einer und fünf Millionen Dollar. Ob die Investitionen in Aktien oder andere Finanzinstrumente flossen, wird aus den Daten nicht klar.

Auch mit Papieren der anderen begleitenden Unternehmen im Tross trieb Trump in den Monaten zuvor regen Handel, allerdings lässt sich dort keine klare Tendenz ablesen, ob Käufe oder Verkäufe überwogen. Boeing sicherte sich in China jedenfalls einen Auftrag von 200 Flugzeugen im Wert von über 37 Milliarden Dollar, den auch Trump verkündete - dabei allerdings eine andere Zahl nannte. An der Börse war ein noch größerer Auftrag von 500 Stück erwartet worden, weshalb die Aktie deutlich verlor.

Millionenschwere Verkäufe von Meta, Amazon und Microsoft

Nvidia versucht gerade, wieder in den chinesischen Markt hineinzukommen. Der Konzern, der die führende Rolle bei Chips für Künstliche Intelligenz spielt, machte einst auch in China Milliardengeschäfte. Doch dann kamen Exportbeschränkungen der US-Regierung sowie Anweisungen Pekings, Technik eigener Hersteller wie Huawei zu kaufen. Für Nvidia geht es bei den Beziehungen zu China um viel Geld: Dem Konzern entgehen nach Schätzung Huangs allein in diesem Jahr China-Erlöse von rund 50 Milliarden Dollar.

Bemerkenswert ist in Trumps Aufstellung auch die Menge der Transaktionen, die der wohlhabende einstige Immobilienunternehmer nun meldet: Allein bei den Zukäufen finden sich für die drei Monate über 2.300 Einträge. Zumindest ein Teil der Transaktionen wurden allerdings nicht von Trump selbst, sondern von verwalteten Konten gesteuert. Die größten Geschäfte stellten Verkäufe von Tech-Werten dar. Sowohl von Microsoft als auch von Amazon und Meta verkaufte Trump demnach Einzelpapiere im Wert von bis zu 25 Millionen Dollar – allesamt am 10. Februar.

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