
Der Dachstein verbindet die beiden Bundesländer. Wirtschaftlich herrscht aber vielfach Rivalität.
©APA-Images/imageBROKER/Wolfgang WeinhäuplEine Vergleichsstudie zwischen den Ländern Oberösterreich und der Steiermark ortet Stärken und Schwächen auf beiden Seiten.
Im Fußball ist die Rangordnung klar. Der LASK aus Linz hat Sturm Graz kürzlich als österreichischen Meister entthront. Aber auch in der Wirtschaft matchen sich die zwei Bundesländer in vielen Punkten. Beide haben einen starken Industrieanteil, sind eng mit der Autobranche verbunden und teilen sich den Dachstein als ihren höchsten Berg.
Der Consulter Höffinger Solutions hat nun eine Reihe von Leistungsdaten gegenübergestellt, die auf beiden Seiten Stärken und Schwächen offenbaren. Bei den Landesschulden liegt Oberösterreich klar vorne: 1.551 Euro versus 5.042 Euro je Steirer. Bei den Patentanmeldungen des vergangenen Jahres führt Oberösterreich mit 496 vor der Steiermark mit 435 das Österreich-Ranking an. Bei Neugründungen liegen beide gleichauf, aber deutlich hinter Wien.
Auch bei der Akademikerquote ist das Land ob der Enns mit 15,3 Prozent etwas besser. Und die Maturanten weisen dort um ein Drittel weniger „Nicht Genügend“ in Mathematik auf.
Die Krankenstände sind in beiden Fällen viel zu hoch: 15,6 bzw. 16,3 Tage im Jahr – laut Berater Stefan Höffinger ein „signifikanter Unterschied“ zu den meisten anderen Bundesländern. Nur Niederösterreich liegt noch schlechter.
Im Tourismus schlägt die Steiermark ihren nördlichen Nachbarn eindeutig: Mit fast 50 Prozent wuchs man in den letzten 25 Jahren fast viermal so schnell. Die grüne Mark ist zudem Österreichs Nummer eins bei Inlandstouristen. Graz verzeichnet im Sommer rund 125.000 Nächtigungen, ein Drittel mehr als Linz. Bei den im Michelin Guide geführten Restaurants steht es 24 zu elf.
Höffinger: „Beide Regionen bzw. Destinationen schöpfen ihre Potenziale nur bedingt aus.“ Oberösterreich hätte Nachholbedarf im Tourismus, die Steirer als dynamischer Wirtschafts- und Technologiestandort. „Sie sollten mehr von einander lernen.“