
Die Baustelle des Google-Rechenzentrums in Kronstorf
©APA-Images/APA/Helmut FohringerDie Mehrheit der Österreicher:innen ist dafür, Rechenzentren aktiv im Land anzusiedeln. Große Bedenken gibt es jedoch angesichts ökologischer Risiken - Stichwort Wasserverbrauch.
Kronstorf in Oberösterreich und Nickelsdorf im Burgenland waren bisher nicht als Technologiezentren bekannt. Die in Bau bzw. in Planung befindlichen Rechenzentren großer Technologiekonzerne ändern dies – inklusive heftiger Kritik von Bürgerinitiativen und Umwelt-NGOs. Die Rechenzentren-Debatte spaltet die Bevölkerung, wie eine neue Umfrage des Linzer Market Instituts zeigt.
38 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, dass sich Österreich aktiv um Rechenzentren bemühen sollte. Vor allem Männer sind dafür. Demgegenüber stehen 48 Prozent, die entweder eine Ansiedlung nur im Fall europäischer Technologiekonzerne befürworten oder Rechenzentren auf österreichischem Boden grundsätzlich ablehnen. „Am Land steht man den Projekten etwas positiver gegenüber als in der Stadt“, weiß Market-Expertin Birgit Starmayr. Wegen des hohen Flächenverbrauchs sind Rechenzentren in Stadtlage ohnehin schwer umsetzbar.
Bei der Frage, ob Rechenzentren in ihrer Nachbarschaft errichtet werden sollen, sind die Österreicher:innen deutlich kritischer. Lediglich 16 Prozent der Bevölkerung würden ein Rechenzentrum in ihrer Wohnumgebung befürworten. 37 Prozent können sich den Betrieb nur unter strengen Umweltaufl agen vorstellen, 34 Prozent überhaupt nicht. „Selbst Personen, die eine aktive Ansiedlungspolitik fordern, wollen hohe Umweltauflagen“, so Starmayr.
Eine Pattsituation gibt es bei der Gegenüberstellung des wirtschaftlichen Nutzens und der ökologischen Auswirkungen. 37 Prozent der Österreicher:innen finden, dass der wirtschaftliche Nutzen von Rechenzentren stärker wiegt. 35 Prozent sehen vor allem die ökologischen Risiken. Aufgrund des hohen Wasserverbrauchs von Rechenzentren könnte die aktuelle Hitzeperiode das Pendel aber weiter in Richtung ökologischer Risiken schwenken, prophezeit Expertin Starmayr.
Info
Diese repräsentative trend-Umfrage wurde vom Market Institut durchgeführt. n = 1.000 Befragte.
Der Artikel ist in der trend.EDITION vom 14. August 2026 erschienen.